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Albertgasse 30

Fakten

Albertgasse 30

Albertgasse 30, 1080 Wien

Baujahr: 1905-1905

Wohnungen: 25

Architekt: Carl Bittmann

Wohnen in Wien

Im 19. Jahrhundert wuchs als Folge der massiven Industrialisierung die Arbeiterschicht stark an, die Einwohnerzahl Wiens explodierte, vor allem auch durch den Zuzug aus den ländlichen Gebieten der Donaumonarchie. Die nötigen Wohnungen wurden nahezu ausschließlich von Privaten gewinnorientiert gebaut. Mietskasernen mit so genannten "Bassena-Wohnungen" - Zimmer, Küche, Wasser und WC auf dem Gang - entstanden. Viele mussten diese kleinen Wohnungen (zwischen 20 und 30 Quadratmetern) noch mit Bettgehern und Untermietern teilen, um die Miete zahlen zu können. In den Jahren des Ersten Weltkrieges stagnierte die Bautätigkeit.

Geschichte

Der heute unter Denkmalschutz stehende Hamerling-Hof ist Teil einer städtebaulich interessanten Zinshausverbauung, die sich zu einem großen Teil anstelle der ehemaligen "Josefstädter Kavalleriekaserne" (erbaut 1793, abgerissen 1904-1910) erstreckt und an drei Seiten geschlossen ist. An dieser Stelle befand sich von 1908 bis 1934 auch das von Hans Scherpe erbaute Denkmal des Dichters Robert Hamerling, das im Zweiten Weltkrieg einem Löschteich weichen musste. Heute erinnern ein Brunnen und eine Gedenktafel in dem 1983 neu gestalteten gleichnamigen Hamerling-Park sowie der Hamerling-Hof an den berühmten Dichter und Lyriker.

Die Architektur

Das von den Brüdern Carl und Mathias Bittmann im Jahre 1905 realisierte fünfgeschoßige Wohnhaus nimmt eine markante städtebauliche Position am Albertplatz ein. Das von der Skodagasse bzw. Albertgasse begrenzte, zweitraktige Gebäude bildet einen platzwirksamen Abschluss der Blockrandbebauung. Die drei Straßenfronten (Albertgasse, Albertplatz, Skodagasse) sind klassisch gegliedert, wobei oberhalb des hohen genuteten Sockelgeschoßes, das Erdgeschoß und Mezzanin umfasst, markante Gesimse die einzelnen Zonen trennen und die Fassade in der Horizontalen gliedern.
An der dem Albertplatz zugewandten Fassade sind sieben, an den beiden nach Osten bzw. Westen orientierten Straßenfassaden zwölf Fensterachsen angeordnet. Auffällig sind die als dekorative Stützelemente ausgebildeten Konsolen der insgesamt fünf Erker. Der mittig angeordnete Erker mit Blick Richtung Albertplatz, der durch ein kuppelförmiges Dach gekrönt wird, unterstreicht die Symmetrie des Baukörpers. Die Erker der beiden verbleibenden Straßenfronten sind durch Dreiecksgiebel akzentuiert. Ergänzt wird der Formenreichtum durch secessionistische Dekorelemente, die einzelne Fassadenteile eindrucksvoll hervorheben.
Vom zentral angeordneten, über eine Glasdecke belichteten Foyer, das über einen klassizistisch gestalteten Durchgang erschlossen wird, führen zwei Stiegenhäuser zu den einzelnen Etagen. Hier ist an der Seitenwand innerhalb einer reichen Stuckumrahmung das Haupt des Lyrikers Robert Hamerling dargestellt.
Durch die spitzwinkelig angeordneten Baukörper ergibt sich ein schmaler, trapezförmiger Innenhof, der durch einen einfachen Türbau geschlossen wird.
Die Struktur des Kernes, die Fassade und das Dach sind in ihrer ursprünglichen Form weitgehend erhalten geblieben.

Der Name

Robert Hamerling, gerühmter Epiker und Dramatiker, wurde 1830 in Kirchberg am Walde als Sohn eines armen Webers geboren. Er studierte im Schottengymnasium in Wien und war zeitweise als Lehrer tätig. Zu seinen bekanntesten Werken zählen "Ahasverus in Rom" (1865) und "Aspasia" (1876). Hamerling starb 1889 im Stiftinghaus bei Graz.

Sanierung

von 1987 bis 1987

Im Zuge von Sanierungsmaßnahmen im Jahr 1987 erfolgte unter anderem auch der Lifteinbau. Die Kosten beliefen sich auf 68.967 Euro und konnten vollständig durch Förderungen gedeckt werden.

Architekten

Carl Bittmann - Der Stadtbaumeister Carl Bittmann (1871-1922), ab 1903 konzessioniert, war fast ausschließlich in Wien tätig, wo er einige Miethäuser, Villen und Fabriken erbaute. Sein vielleicht bedeutendstes Werk ist die ehemalige Spielkartenfabrik in Wien 17.

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