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Schmidgasse 11

Fakten

Schmidgasse 11

Schmidgasse 11, 1080 Wien

Baujahr: 1845

Wohnungen: 14

Architekt: unbekannt unbekannt

Wohnen in Wien

1845 wies Wien noch immer die engen Grenzen des Mittelalters auf, vor dem Linienwall lagen die Vororte. Die Bauplätze waren rar, viele kleine Häuser wurden durch größere ersetzt, die intensive Bebauung der Vorstädte begann. Die städtebauliche Entwicklung Wiens, die von der Wirtschaftskrise 1873 nur kurzfristig unterbrochen wurde, erfasste den gesamten Stadtbereich. Den Impuls dafür gab die Industrialisierung; der Bedarf an Arbeitskräften bedingte nicht nur eine Zuwanderungswelle, sondern ließ auch die Einwohnerzahl in die Höhe schnellen. Die Struktur der Stadt veränderte sich dadurch erheblich: Die Einwohnerzahl der Inneren Stadt sank, jene der Vorstädte und Vororte hingegen stieg stark an. "Zinskasernen" entstanden, viele Wohnungen waren überbelegt, die Zahl der "Bettgeher" wuchs. Das brachte Wien den Ruf einer Stadt mit besonders schlechten Wohnverhältnissen ein.

Geschichte

Auf der Liegenschaft Schmidgasse 11/Buchfeldgasse 7a wurden noch vor dem Zweiten Weltkrieg eine Jugendsportanlage, ein Kinderspielplatz samt Nebenräumen und eine Kegelbahn errichtet. Die Anlage wurde im Krieg zerstört und ist seit 1952 wieder in Benützung. Heute findet man unter dieser Adresse auch einen der drei im 8. Bezirk ansässigen Pensionistenklubs der Stadt Wien.

Die Architektur

Das im Stil des Biedermeiers errichtete Zinshaus besitzt vier Geschoße und eine über 13 Fensterachsen reichende, schlichte Fassade mit frühhistorisch-additiver Gliederung. Ein Gesims trennt das niedrige Erdgeschoß von den drei andern Etagen und teilt die Fassade in der Horizontale. Die dreiteiligen Fenster sind hochrechteckig und werden im ersten sowie im zweiten Obergeschoß durch gerade Fensterverdachungen betont.
Das Wohnhaus und der begrünte Innenhof sind über das Hauptportal und das schmale Foyer begehbar. Die 14 Wohnungen werden über das rechts vom Foyer gelegene Stiegenhaus erschlossen, links davon befinden sich die Räumlichkeiten des Fischereiverbandes. Durch den Hof führt ein Durchgang zur angrenzenden Jugendsportanlage. Zudem verfügt das Haus über einen zweiten, an die rechte Hausmauer angrenzenden Nebeneingang, der den Zugang zum dort ansässigen Pensionistenklub ermöglicht.
Die im Detail sparsame Gestaltung des Wohnhauses entspricht der Biedermeierarchitektur mit ihrer schlichten Eleganz. Die Schmidgasse Nr. 11 sowie das benachbarte Zinshaus Nr. 13 sind in ihrer ursprünglichen Form weitgehend erhalten.

Der Name

Die Schmidgasse entstand 1843 (vorher Gemeindegasse) und führt von der Lange Gasse zur Landesgerichtsstraße. Benannt wurde sie nach Josef Schmid (1790-1854), ansässiger Ortsrichter und Gemeinderat.

Prominente Bewohner

Herbert Wurzinger, geboren 1918 im "Melkerhof" in der Lederergasse, verbrachte den größten Teil seines Lebens in der Skodagasse 22 und zuletzt in der Schmidgasse 11. Er studierte an der Akademie der bildenden Künste, absolvierte das Lehramt für Pflichtschulen und war Schuldirektor. 1986 wurde er mit der Ehrenmedaille in Bronze ausgezeichnet und 1987 in das österreichische Kunstlexikon "Maler und Graphiker des 20. Jahrhunderts" aufgenommen. Professor Herbert Wurzinger, der sich selbst in die Tradition der Vedutenmalerei einordnet, starb 1995 in Wien.

Sanierung

von 1986 bis 1988

Die Wohnhausanlage wurde in den Jahren 1986 bis 1988 einer Totalsanierung unterzogen. Die Gesamtkosten beliefen sich auf 1.108.770 Euro und konnten vollständig durch Förderungen gedeckt werden.

Architekten

unbekannt unbekannt -

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