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Westbahnstraße 1

Fakten

Westbahnstraße 1

Westbahnstraße 1, 1070 Wien

Baujahr: 1958-1960

Wohnungen: 51

Architekt: Richard Siedek

Weitere Adressen

Neubaugasse 35, 1070 Wien

Westbahnstraße 1A, 1070 Wien

Westbahnstraße 1B, 1070 Wien

Wohnen in Wien

In den 50er-Jahren ging es vor allem darum, Zerstörtes wieder aufzubauen und viele neue Wohnungen zu errichten. In den kommunalen Wohnbauten dieser Zeit finden sich die ersten Ansätze der sich später durchsetzenden Zeilenbauweise, die bis heute die großen Vorstadtsiedlungen prägt. Die Wohnbauten wurden größer, höher und waren verstärkt in Blockform gestaltet. Das Flachdach setzte sich durch. Alle neu gebauten Wohnungen waren mit Badezimmern und WC ausgestattet und die Mindestgröße wurde von 42 m² auf 55 m² angehoben.

Geschichte

Auf dem Areal des heutigen Gemeindebaus stand früher die von Emil Pfeiffer 1873 gegründete "Puppenfabrik". Sein Sohn Hubert erzeugte die "Tipple Topple"-Tiere, die zum Kassenschlager wurden. Nach dem Zusammenbruch der Monarchie musste 1925 der Ausgleich angemeldet werden, 1931 wechselte der Betrieb in deutsche Hände. Das Geschäft bestand bis zu seinem Abbruch 1958.

Die Architektur

Das Wohnhaus besticht durch seine prägnante Eckbebauung über sechs Geschoße. An den Frontfassaden entlang der Westbahnstraße und der Neubaugasse verläuft ein Arkadengang. Die Arkaden lockern die ansonsten sehr strenge Geometrie der Architektur auf, ohne diese völlig in den Hintergrund zu drängen.
Sowohl Erdgeschoß wie auch erstes Obergeschoß werden als Räume mit öffentlicher Funktion genützt. Das Obergeschoß hebt sich dabei deutlich vom Rest des Gebäudes durch die Konstruktion der Fassadenöffnungen und die farbliche Gestaltung ab. Anstelle der sonst querformatigen Fenster findet man an der der Neubaugasse zugewandten Straßenseite so genannte französische Fenster.

... und die Kunst

Die Fassade an der Westbahnstraße ziert ein großes Terrakottarelief der Bildhauerin Gertrude Diener-Hilliger, das den Namen "Spielmann mit Kindern" trägt.

Sanierung

von 2004 bis 2004

Bei der Wohnhausanlage konnten 2004 durch die Erneuerung der Fenster und Türen die Heizkosten für die Mieterinnen und Mieter, aber auch die Kohlendioxid-Belastung für die Umwelt gesenkt werden.

Architekten

Richard Siedek - Richard Siedek (1902-1995) studierte ab 1921 an der Technischen Hochschule Wien. Er arbeitete zunächst in verschiedenen Baufirmen, bevor er sich 1935 als Architekt selbständig machte. Während des Zweiten Weltkrieges wurde er vornehmlich mit Planungen und Bauleitungen der NS-Rüstungsindustrie beauftragt. Ab 1950 beteiligte er sich am Wiederaufbau und entwarf mehrere Neubauten für die Gemeinde Wien.

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