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Bernardgasse 10

Fakten

Bernardgasse 10

Bernardgasse 10, 1070 Wien

Baujahr: 1949-1950

Wohnungen: 10

Architekt: Oskar Trubel

Wohnen in Wien

Ab 1949 war der Wohnbau zahlenmäßig wieder auf dem Niveau des "Roten Wien" der Zwischenkriegszeit. Doch noch war die Bevölkerung verarmt und oft obdachlos. Kleine Duplex-Wohnungen, die später zusammengelegt werden konnten, linderten schließlich die Wohnungsnot. 1951 wurde Franz Jonas, Sohn einer Arbeiterfamilie, Bürgermeister von Wien. In seine Amtszeit fiel die rege Bautätigkeit im Rahmen des Projektes "Sozialer Städtebau" ab 1952. Das 8-Punkte-Programm hatte die Trennung von Wohn- und Gewerbebereichen, eine Auflockerung der Wohnbereiche sowie die Assanierung einzelner Viertel zum Ziel. Die standardmäßige Ausstattung der Wohnungen wurde verbessert - alle neu gebauten Wohnungen waren mit Badezimmern ausgestattet und die Mindestgröße wurde von 42 m² auf 55 m² angehoben.

Geschichte

Die Bernardgasse, Bestandteil des damaligen Vorortes Altlerchenfelds, erinnert an die große Zeit der Seidenindustrie. Im 19. Jahrhundert ließen sich hier vor allem Handwerker nieder, Häuser im Stil des Biedermeiers wurden errichtet. Heute findet man an dieser Stelle ein "Lokal für alte Leute", dessen Räumlichkeiten bis 1969 als Wachstube dienten und dessen Name "Altlerchenfeld" an den damaligen Vorort Wiens erinnert.

Die Architektur

Das Wohnhaus vermittelt in seiner schlichten Architektur der Nachkriegsbauten, die sich durch den Verzicht auf Elemente künstlerischer Gestaltung in Bezug auf Baukörper und Fassade auszeichnen, einen klaren und ruhigen Eindruck. Bezeichnend sind die dreiteiligen Kastenfenster mit einfach umfassten Fensterleibungen sowie die farblich abgestufte Sockelzone. Das Haus hat vier Hauptgeschoße; über das hofseitige Stiegenhaus werden pro Geschoß drei Wohnungen erschlossen. Im Dachgeschoß sind eine Wohnung und eine Waschküche untergebracht.
Durch das Prinzip der Randbebauung und den geschlossenen Innenhof ähnelt das Wohnhaus in vielerlei Hinsicht den Gemeindebauten der Zwischenkriegszeit.

... und die Kunst

Obwohl das Wohnhaus durch seine Schlichtheit und Nüchternheit besticht, ist es dennoch nicht frei von schmückenden Elementen. Über den Eingangsportalen befinden sich die beiden kunstvollen Majolikareliefs "Nymphe" und "Hirte", entworfen 1950 vom Bildhauer Rudolf Schmidt (1894-1980). Schmidt war wiederholt im Auftrag der Gemeinde Wien tätig.

Der Name

Die Bernardgasse ist nach Franz Alois Bernard (1791 bis 1851) benannt. Er war Mitglied des äußeren Rates und Erbauer der "Zollerschule" (Schulstiftung für arme Kinder).

Architekten

Oskar Trubel - Oskar Trubel (1915-1977) studierte ab 1948 Architektur bei Lois Welzenbacher an der Akademie der bildenden Künste Wien. In den Jahren nach dem Zweiten Weltkrieg war er am Wiederaufbau und der Errichtung zahlreicher Wohnhäuser beteiligt. Für die Gemeinde Wien entwarf Trubel unter anderem die Wohnhäuser Bernardgasse 10 in Wien 7 (1949/50), Molitorgasse 5-9 in Wien 11 (1948-1950) und die Anlage Gassergasse 48-50 in Wien 5 (1961-1962).

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