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Gutenberggasse 21

Fakten

Gutenberggasse 21

Gutenberggasse 21, 1070 Wien

Baujahr: 1832

Wohnungen: 3

Architekt: Friedrich Kurrent, Anton Grünn

Wohnen in Wien

Nach dem endgültigen Zurückdrängen des Osmanischen Reiches zu Ende des 17. Jahrhunderts konnte in Wien und seinen zerstörten Vorstädten mit dem Wiederaufbau begonnen werden. Die stark einsetzende Bautätigkeit hatte eine Barockisierung des Stadtbildes zur Folge. Die weitreichenden Reformen unter Joseph II. führten 1783 auch zur Modernisierung der Stadtverwaltung. Die Einführung der ersten Hausnummern (Konskriptionsnummern) sowie die Entwicklung der Kanalisation und Straßenreinigung fallen in diese Zeit. Die Auflassung zahlreicher Klöster und Friedhöfe schuf zudem neue Bauplätze.

Geschichte

1525 erwarb das Bürgerspital die Weidelandgründe im Bereich des heutigen Spittelbergs, die in der Folge von Gastarbeitern besiedelt wurden. Die heranwachsende Dorfgemeinschaft wurde allerdings während der zweiten Türkenbelagerung 1683 vollkommen zerstört. Bei der Wiederbesiedlung um 1700 wurde das Gelände zwischen Burggasse, Stiftgasse, Siebensterngasse und Breite Gasse durch vier parallele Straßen erschlossen, in enge, seichte Parzellen aufgeteilt und dicht verbaut. Bezeichnet wurde das Gebiet als Spittelberg nach seiner Grundherrschaft - dem Bürgerspital. Der barocke Baubestand des im Laufe der Geschichte übel beleumundeten Vergnügungsviertels ist streckenweise nahezu lückenlos überliefert und wurde ab 1975 aufwändig restauriert und revitalisiert.

Die Architektur

Die Fassadengestaltung des Wohnhauses ist - typisch für den Architekten Anton Grünn - schlicht und zurückgenommen. Die fünf Fensterachsen werden nur horizontal durch Kordongesimse getrennt, sodass sich eine Dreiteilung in Erdgeschoß, erstes und zweites Obergeschoß sowie drittes Oberschoß ergibt. Die Fenster haben profilierte Rahmen und gerade Verdachungen. In der Form eines Pawlatschenhofes erschließt eine vom Hof aus zugängliche Wendeltreppe die Geschoße über einen kleinen Balkon, der Hof selbst wird durch die angrenzenden Gebäude begrenzt.

Der Name

Im Gegensatz zu vielen klassischen Gemeindebauten haben die revitalisierten Häuser am Spittelberg keine Namen. Als historische Hausnamen sind "Zum weißen Stern" und "Zum steinernen Christkindl" für die Gutenberggasse 21 überliefert. Die Gasse selbst erhielt ihren Namen 1862 nach dem Erfinder des Buchdrucks, Johann Gutenberg.

Sanierung

von 1976 bis 1978

Die Wohnhausanlage wurde in den Jahren 1976 bis 1978 saniert. Neben der Neudeckung des Daches umfassten die Arbeiten auch die Instandsetzung der Fassade und die Erneuerung der Fenster und Türen.

Architekten

Friedrich Kurrent - Friedrich Kurrent (geb. 1931) studierte Architektur an der Akademie der bildenden Künste Wien, wo er die Meisterklasse von Clemens Holzmeister besuchte. 1952 gründete er mit Wilhelm Holzbauer, Otto Leitner und Johannes Spalt die "Arbeitsgruppe 4". Kurrent war maßgeblich an der Sanierung und Erhaltung des Spittelberges und an der Adaptierung des Alten AKH als Campus der Universität Wien beteiligt.

Anton Grünn - Der Wiener Stadtbaumeister Anton Grünn (1785-1865) war einer der Hauptträger einer umfangreichen Bautätigkeit in den Vorstädten noch vor der Stadterweiterung ab 1858. Er schuf schlichte Wohnbauten mit zurückhaltendem Dekor, etwa in der Siebensterngasse, der Laudongasse und der Lenaugasse. Er erbaute auch das Palais Dobner-Dobenau in der Theresianumgasse 33 in Wien 4.

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