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Burggasse 11

Fakten

Burggasse 11

Burggasse 11, 1070 Wien

Baujahr: 1800-1803

Wohnungen: 8

Architekt: Pauline Lamprecht, Klaus Aggermann

Weitere Adressen

Gutenberggasse 30, 1070 Wien

Kirchberggasse 29, 1070 Wien

Wohnen in Wien

Nach dem endgültigen Zurückdrängen des Osmanischen Reiches zu Ende des 17. Jahrhunderts konnte in Wien und seinen zerstörten Vorstädten mit dem Wiederaufbau begonnen werden. Die stark einsetzende Bautätigkeit hatte eine Barockisierung des Stadtbildes zur Folge. Die weitreichenden Reformen unter Joseph II. führten 1783 auch zur Modernisierung der Stadtverwaltung. Die Einführung der ersten Hausnummern (Konskriptionsnummern) sowie die Entwicklung der Kanalisation und Straßenreinigung fallen in diese Zeit. Die Auflassung zahlreicher Klöster und Friedhöfe schuf zudem neue Bauplätze.

Geschichte

1525 erwarb das Bürgerspital die Weidelandgründe im Bereich des heutigen Spittelbergs, die in der Folge von Gastarbeitern besiedelt wurden. Die heranwachsende Dorfgemeinschaft wurde allerdings während der zweiten Türkenbelagerung 1683 vollkommen zerstört. Bei der Wiederbesiedlung um 1700 wurde das Gelände zwischen Burggasse, Stiftgasse, Siebensterngasse und Breite Gasse durch vier parallele Straßen erschlossen, in enge, seichte Parzellen aufgeteilt und dicht verbaut. Bezeichnet wurde das Gebiet als Spittelberg nach seiner Grundherrschaft - dem Bürgerspital. Der barocke Baubestand des im Laufe der Geschichte übel beleumundeten Vergnügungsviertels ist streckenweise nahezu lückenlos überliefert und wurde ab 1975 aufwändig restauriert und revitalisiert. Das Wohnhaus in der Burggasse 11 wurde im Zweiten Weltkrieg beschädigt. Nach dem Krieg wurde der Schaden im 3. Stock des in der Kirchberggasse gelegenen Traktes behoben. Das Gebäude befindet sich seit 1961 bzw. seit 1971 im Besitz der Stadt Wien.

Die Architektur

Das Wohnhaus wurde um 1800 durch die Zusammenlegung zweier kleiner Objekte geschaffen - die ursprüngliche Zweiteilung ist auch heute noch am unregelmäßigen Abstand der Fensterachsen auf die Burggasse zu erkennen. Schon 1803 wurde das Gebäude aufgestockt. Die Fassaden des viergeschoßigen Hauses sind schlicht gestaltet, einzig das erste Geschoß sticht durch den figürlichen Reliefdekor in Parapet- und Sturzzonen hervor. Charakteristisch für Wohnhäuser dieser Zeit ist der Pawlatschenhof.

... und die Kunst

Die Reliefs unter den Fenstern, die spielende Putten zeigen, konnten bis dato nicht genauer gedeutet werden. Dass sie "sprechende Motive" sind, sich also auf den Besitzer oder dessen Profession beziehen, ist eher nicht anzunehmen.

Der Name

Im Gegensatz zu vielen klassischen Gemeindebauten wurden die revitalisierten Häuser am Spittelberg nicht mit Namen bedacht. Als historischer Hausname ist "Zum Dattelbaum" für die Burggasse 11 überliefert. Die Burggasse erhielt ihren Namen 1862 aufgrund ihrer Ausrichtung auf die Hofburg.

Sanierung

von 1981 bis 1983

In der Wohnhausanlage wurde in den Jahren 1981 bis 1983 eine Sockelsanierung durchgeführt. Neben der Neudeckung des Daches umfassten die Arbeiten auch die Instandsetzung der Fassade und die Erneuerung der Fenster und Türen. Im Dachgeschoß entstanden zwei neue Wohnungen. Außerdem wurde die Kanalisation erneuert und eine Liftanlage eingebaut.

Architekten

Pauline Lamprecht - Pauline Lamprecht (geb. 1945 in Wien) studierte Architektur an der Hochschule für angewandte Kunst in Wien. 1976 legte sie die Ziviltechnikerprüfung ab und eröffnete im darauf folgenden Jahr ihr eigenes Architekturbüro. Der Schwerpunkt ihrer Tätigkeit liegt in den Bereichen Wohnbau, Inneneinrichtung und Revitalisierung. So war sie um 1980 unter anderem an der Revitalisierung mehrerer Häuser am Spittelberg in Wien 7 beteiligt: Burggasse 11, Gutenberggasse 11, 12 und 14. Zusammen mit Dieter Bernstein entwarf sie für die Gemeinde Wien den Hedwig-Lehnert-Hof in Wien 21, Prager Straße 92-96 (1981-1983). 1991 legte Pauline Lamprecht ihre Ziviltechniker-Befugnis zurück und widmet sich seitdem ganz ihrem Gesundheitsinstitut.

Klaus Aggermann - Klaus Aggermann (geb. 1935) studierte von 1952 bis 1960 an der Wiener Kunstgewerbeschule bei Oswald Haerdtl. Zusammen mit Walter Schneider und Anton Holtermann entwarf er für die Gemeinde Wien den Bruno-Kreisky-Hof in Wien 17 (Hernalser Hauptstraße 230, 1985-1987) und die Wohnhausanlage Alszeile 57-63 in Wien 17 (1983-1986). Auch an der Errichtung der Anlage Peter-Jordan-Straße 81 in Wien 18 (1978-1981) war er beteiligt.

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