Mobile Version aus nicht mehr nachfragen

Sigmundsgasse 4

Fakten

Sigmundsgasse 4

Sigmundsgasse 4, 1070 Wien

Baujahr: 1837-1838

Wohnungen: 10

Architekt: Franz Lausch

Wohnen in Wien

1837 wies Wien noch immer die engen Grenzen des Mittelalters auf, vor dem Linienwall lagen die Vororte. Die Bauplätze waren rar, viele kleine Häuser wurden durch größere ersetzt, die intensive Bebauung der Vorstädte begann. Den Impuls dafür gab die Industrialisierung; der Bedarf an Arbeitskräften hatte nicht nur eine Zuwanderungswelle zur Folge, sondern ließ auch die Einwohnerzahl in die Höhe schnellen. "Zinskasernen" entstanden, viele Wohnungen waren überbelegt, die Zahl der "Bettgeher" stieg - das Wohnungselend war eklatant.

Geschichte

Die Sigmundsgasse, benannt nach dem Schottenabt Sigmund Schultes (1801-1861), wurde 1837 als Verbindung zwischen Siebenstern- und Burggasse angelegt. Die Wohnhäuser entstanden aufgrund umfangreicher Spekulationen des Baumeisters Joseph Strohmayer (1797-1880), der durch den Kauf vieler Gründe, deren Parzellierung und die Vermietung der Wohnungen ertragreich verdiente.
1904 wurde der alte Hauskanal entfernt und durch eine neue Rohrleitung ersetzt. 1910 erhielt der Tischler Leopold Luthner die Genehmigung, unter dieser Adresse eine Betriebsanlage einzurichten.

Die Architektur

Das schlichte, viergeschoßige Wohnhaus vermittelt Klarheit und Ruhe. Die Fassadengliederung ist wenig differenziert, die Straßenfront mit frühhistorischen Gestaltungselementen verziert. Der Dekor ist jedoch zum Teil abgeschlagen. Die Wohnhausfassade weist einen glatten Verputz auf, die Sockelzone ist mit einem Rustika-Motiv versehen. Sowohl Erdgeschoß und erstes Obergeschoß als auch zweites und drittes Obergeschoß werden durch Gesimse voneinander getrennt. Der Hof, der ein kleines Hofgebäude beherbergt, sowie das Treppenhaus wurden nur sehr schmal angelegt. Das Stiegenhaus ist mit klassizistischen Gittern versehen.

... und die Kunst

Die Sigmundsgasse zeichnet sich durch ihre geschlossen erhaltene, drei- bis viergeschoßige Zinshausverbauung mit gleichmäßig gestalteter Straßenfront und geringfügig differenzierten Fassaden aus.

Prominente Bewohner

Karl Weiser, Dr. med., kaiserlicher Rat, geb. 1822, gest. 20. Februar 1887 wohnte an dieser Adresse.

Sanierung

von 1986 bis 1993

In der Wohnhausanlage wurde in den Jahren 1986 bis 1993 eine Sockelsanierung durchgeführt. Neben der Neudeckung des Daches umfassten die Arbeiten auch die Instandsetzung der Fassade und die Erneuerung der Fenster und Türen. Dadurch konnten die Heizkosten für die Mieterinnen und Mieter, aber auch die Kohlendioxid-Belastung für die Umwelt gesenkt werden. Die Kosten beliefen sich auf 553.258 Euro und konnten vollständig durch Förderungen gedeckt werden.

Architekten

Franz Lausch - Keine biografischen Daten vorhanden.

  • Teilen auf Facebook
  • Teilen auf Twitter
  • Teilen auf Google+