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Spittelberggasse 5

Fakten

Spittelberggasse 5

Spittelberggasse 5, 1070 Wien

Baujahr: 1860-1862

Wohnungen: 13

Architekt: unbekannt unbekannt

Weitere Adressen

Schrankgasse 6, 1070 Wien

Wohnen in Wien

Im 19. Jahrhundert wuchs mit der massiven Industrialisierung die Arbeiterschicht stark an, die Einwohnerzahl Wiens explodierte, vor allem auch durch den Zuzug aus den ländlichen Gebieten der Donaumonarchie. Die nötigen Wohnungen wurden nahezu ausschließlich von Privaten gewinnorientiert gebaut. Mietskasernen mit so genannten "Bassena-Wohnungen" - Zimmer, Küche, Wasser und WC auf dem Gang - entstanden. Viele mussten diese kleinen Wohnungen (zwischen 20 und 30 Quadratmeter) noch mit Bettgehern und Untermietern teilen, um die Miete zahlen zu können. In den Jahren des Ersten Weltkrieges stagnierte die Bautätigkeit.

Geschichte

Der Name Spittelberg - hochdeutsch: "Spitalberg" - ist vom Besitz des Bürgerspitals (bis 1795) abzuleiten, ehe die Gemeinde Wien die Grundherrschaft über das Gebiet erlangte. Im Laufe der Zeit erhielt der Spittelberg aufgrund seines vielseitigen Unterhaltungsangebotes einen berühmt-berüchtigten Ruf, ein Wirtshaus nach dem anderen reihte sich in der sehr dicht bebauten Vorstadt aneinander. Mitte des 19. Jahrhunderts zählte man 25 Gasthäuser und noch heute ist der Spittelberg wegen seiner Gastronomie und Lokalitäten ein geschätzter Ort. So hat sich auch zu ebener Erde unter dieser Anschrift das gleichnamige Gasthaus "Zum Spittelberg" einen Namen gemacht.

Die Architektur

Das unter dem damaligen Stadtbaudirektor Kajetan Schiefer erbaute Wohnhaus ist eines der wenigen Gründerzeithäuser, die am Spittelberg errichtet wurden. Das Gebäude ist deutlich als Bauwerk seiner Zeit und ihrer Baugesinnung zu erkennen. Typisch für die Gründerzeitarchitektur sind die viergeschoßige Blockrandbebauung und die reich dekorierte Fassade. Bezeichnend sind auch die geraden Fensterverdachungen; Erdgeschoß und erstes Obergeschoß sowie drittes und viertes Obergeschoß werden durch ein Gesims voneinander getrennt. Das Gebäude besitzt einen rechteckigen Lichthof, der als Durchgang von der Spittelberggasse zur Schrankgasse dient. Die angrenzenden Häuser Nr. 1 und 3 stammen ebenfalls aus der Gründerzeit.

... und die Kunst

Die Gestaltung der Straßenfassade ist dem frühen romantischen Historismus zuzuordnen. Ihr besonderer Reiz besteht in den 15 Reliefs, die über dem Eingangstor sowie unter den Fensteröffnungen im ersten und im zweiten Obergeschoß zu finden sind. Fensterstöcke sowie Fassadenputz sind in Blau gehalten, der Fassadendekor ist in seiner ursprünglichen Form weitgehend erhalten geblieben.

Der Name

Die meisten Häuser wurden zu dieser Zeit nach Tierarten benannt, viele hießen "Löwe" oder "Adler", sie unterschieden sich lediglich durch die Farbbezeichnung.

Sanierung

von 1983 bis 1984

In der Wohnhausanlage wurde in den Jahren 1983 und 1984 eine Sockelsanierung durchgeführt. Neben der Neudeckung des Daches umfassten die Arbeiten auch die Instandsetzung der Fassade und die Erneuerung der Fenster und Türen. Dadurch konnten die Heizkosten für die Mieterinnen und Mieter, aber auch die Kohlendioxid-Belastung für die Umwelt gesenkt werden.

Architekten

unbekannt unbekannt -

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