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Kirchberggasse 24

Fakten

Kirchberggasse 24

Kirchberggasse 24, 1070 Wien

Baujahr: 1824-1824

Wohnungen: 11

Architekt: Philipp Högel

Wohnen in Wien

Nach dem endgültigen Zurückdrängen des Osmanischen Reiches zu Ende des 17. Jahrhunderts konnte in Wien und seinen zerstörten Vorstädten mit dem Wiederaufbau begonnen werden. Die stark einsetzende Bautätigkeit hatte eine Barockisierung des Stadtbildes zur Folge. Die weitreichenden Reformen unter Joseph II. führten 1783 auch zur Modernisierung der Stadtverwaltung. Die Einführung der ersten Hausnummern (Konskriptionsnummern) sowie die Entwicklung der Kanalisation und Straßenreinigung fallen in diese Zeit. Die Auflassung zahlreicher Klöster und Friedhöfe schuf zudem neue Bauplätze.

Geschichte

1525 erwarb das Bürgerspital die Weidelandgründe im Bereich des heutigen Spittelbergs, die in der Folge von Gastarbeitern besiedelt wurden. Die heranwachsende Dorfgemeinschaft wurde allerdings während der zweiten Türkenbelagerung 1683 vollkommen zerstört. Bei der Wiederbesiedlung um 1700 wurde das Gelände zwischen Burggasse, Stiftgasse, Siebensterngasse und Breite Gasse durch vier parallele Straßen erschlossen, in enge, seichte Parzellen aufgeteilt und dicht verbaut. Bezeichnet wurde das Gebiet als Spittelberg nach seiner Grundherrschaft - dem Bürgerspital. Der barocke Baubestand des im Laufe der Geschichte übel beleumundeten Vergnügungsviertels ist streckenweise nahezu lückenlos überliefert und wurde ab 1975 aufwändig restauriert und revitalisiert.

Die Architektur

Das denkmalgeschützte Gebäude wurde 1824 - und somit zur Zeit der Hauptblüte des biedermeierlichen Zinshauses - von Philipp Högel errichtet. Seit 1970 ist es im Besitz der Stadt Wien. Die Fassade des viergeschoßigen Baus wird durch einen drei von neun Fensterachsen überspannenden, sehr flachen Mittelrisalit dreigeteilt, die horizontale Gliederung erfolgt durch durchgehende Gesimse und gerade Fensterverdachungen. Das Erdgeschoß mit dem Haustor sowie das erste Stockwerk, in dem höchstwahrscheinlich der ursprüngliche Besitzer des Hauses gewohnt hat, sind im Bereich des Mittelrisalits genutet und dadurch besonders hervorgehoben. Die Wohnungen in den drei Obergeschoßen werden über eine einfach gewendelte Treppe erschlossen, die Wohnungen im Erdgeschoß sind über den Hof, in den man durch den Hauseingang gelangt, zugänglich. Die Fassade präsentiert sich mit neun Fensterachsen und einem flachen Mittelrisalit, der im Erdgeschoß sowie im ersten Stock genutet ist und diese Geschoße dadurch hervorhebt.

... und die Kunst

Die Fassade ziert im Erdgeschoß über dem Portal eine Eulen-Figur, im ersten Geschoß finden sich drei Lünettenreliefs. Plastiken dieser Art dienten dazu, die Strenge der Architektur etwas aufzulockern, und zeigten oft "sprechende" Motive, die eine Verbindung zum Zweck des Baus oder zum Bauherrn herstellen sollten.

Der Name

Im Gegensatz zu den klassischen Gemeindebauten wurden die revitalisierten Häuser am Spittelberg nicht mit Namen bedacht, ein historischer Hausname ist für das Haus in der Kirchberggasse 24 nicht überliefert. Die Gasse selbst wurde nach Wolf von Kirchberg (gest. um 1498), Pächter eines Grundes der Vorstadt Spittelberg, benannt.

Sanierung

von 1976 bis 1978

In der Wohnhausanlage wurde in den Jahren 1976 bis 1978 eine Sockelsanierung durchgeführt. Neben der Neudeckung des Daches umfassten die Arbeiten auch die Instandsetzung der Fassade und die Erneuerung der Fenster und Türen. Dadurch konnten die Heizkosten für die Mieterinnen und Mieter, aber auch die Kohlendioxid-Belastung für die Umwelt gesenkt werden.

Architekten

Philipp Högel - Philipp Högel (Lebensdaten nicht bekannt) erbaute in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts mehrere biedermeierliche Wohnhäuser in den Wiener Vorstädten, wie etwa die Häuser Kirchberggasse 24 in Wien 7 (1824) und Hahngasse 11 in Wien 9 (1824, Kern stammt aus dem 18. Jh.).

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