Mobile Version aus nicht mehr nachfragen

Marchettigasse 16

Fakten

Marchettigasse 16

Marchettigasse 16, 1060 Wien

Baujahr: 1984-1985

Wohnungen: 19

Architekt: Heinz Ekhart

Wohnen in Wien

Ab den 1980er-Jahren bestimmte ein neuer Stadtentwicklungsplan die Wohnhaussanierung. Der 1984 gegründete Wiener Bodenbereitstellungs- und Stadterneuerungsfonds und das Wohnhaussanierungsgesetz 1985 ergänzten die optimalen Voraussetzungen für eine sanfte Stadterneuerung. 36 Prozent der Sanierungsgelder flossen in Gemeindebauten, sodass die berühmtesten Gemeindebauten aus der Zwischenkriegszeit saniert werden konnten, wie z. B. der Karl-Marx-Hof, der George-Washington-Hof oder der Rabenhof. Für Neubauten wurde durch Wettbewerbe eine qualitativ hochwertige und individuelle Architektur sichergestellt, wie das Beispiel Hundertwasserhaus zeigt.

Geschichte

In der Marchettigasse sind heute noch Reste der biedermeierlichen Vorstadtverbauung zu Beginn des 19. Jahrhunderts mit zum Teil originalen Höfen erhalten geblieben. Die Pfarre Gumpendorf, seit 1239 urkundlich erwähnt, besaß in dem Althaus in der Marchettigasse 16 im 1. Stock ab 1934 ein neues Pfarrheim. Dieses umfasste neben einem Saal für 250 Personen sämtliche Nebenräume für Unterrichts- und Vereinszwecke. Auf der Liegenschaft befand sich neben dem dreigeschoßigen Wohnhaus auch ein Fabriksgebäude, das Franz Seibold Anfang des 20. Jahrhunderts erbauen ließ und das als Stockfabrik diente. Nach mehrmaligem Besitzerwechsel (Tiroler Ölwerke Ges.m.b.H, Stefan Rauscher & Söhne) wurde das Althaus samt Fabriksgebäude 1981 abgetragen und erst 1984 mit dem Bau der städtischen Wohnhausanlage begonnen.

Die Architektur

Das siebengeschoßige Wohnhaus wurde, von der Baufluchtlinie zurückspringend, entlang der Marchettigasse errichtet. Es umfasst 19 Wohnungen und wird über ein Stiegenhaus erschlossen. Die 19 erforderlichen PKW-Stellplätze sind in Form einer Garage im Erdgeschoß untergebracht. Die Straßenfassade ist dreigeteilt und erlangt durch den mittleren, turmartig ausgebildeten Stiegenhauskern eine starke Betonung der Vertikalität. Das Stiegenhaus hebt sich zudem nicht nur durch die runden Fensterformate, sondern auch durch die unterschiedliche Farbgebung des einfachen Fassadenputzes vom restlichen Gebäude ab. Augenmerk erlangen auch der Eingangsbereich bzw. die Garagenein- und -ausfahrt durch die Fassadenrücksprünge über zwei Geschoße. Die Hoffassade erscheint durch zwei Seitenrisalite und ein Mittelfeld ebenfalls dreigeteilt. Die Fensterformate sind quadratisch und betonen durch ihre Nähe zueinander die Mittelachse des jeweiligen Feldes. Als Pendant zum Eingangsbereich bzw. zur Garageneinfahrt findet man auch an der rückwärtigen Front Fassadenrücksprünge über ein bzw. zwei Geschoße.

Der Name

Die Marchettigasse verdankt ihren Namen dem Seidenfärber Johann Baptist Marchetti (1762-1846), der in der Gasse im Jahre 1801 das erste Haus erbauen ließ. Seit wann die Verbindung zwischen Gumpendorfer Straße und Mollardgasse existiert, ist jedoch unbekannt.

Architekten

Heinz Ekhart - Der gebürtige Innsbrucker Heinz Ekhart (geb. 1935) führt seit 1970 ein eigenes Büro in Wien. 1986 erhielt der Künstler den Architektur-Preis des Landes Salzburg, 1988 wurde er auf der Biennale Mondiale de l’Architecture in Sofia für den gemeinsam mit Wilhelm Holzbauer geschaffenen Neubau der Naturwissenschaftlichen Fakultät der Universität Salzburg ausgezeichnet. In Wien plante Heinz Ekhart die städtische Wohnhausanlage in der Marchettigasse 16.

  • Teilen auf Facebook
  • Teilen auf Twitter
  • Teilen auf Google+