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Kaunitzgasse 15-17

Fakten

Kaunitzgasse 15-17

Kaunitzgasse 15-17, 1060 Wien

Baujahr: 1965-1967

Wohnungen: 29

Architekt: Anton Potyka

Weitere Adressen

Magdalenenstraße 12, 1060 Wien

Wohnen in Wien

In den 1960er-Jahren nahm der Wohnbau in Wien bis hin zum Wohnungsbauboom der 1970er-Jahre kontinuierlich zu. Die Grundlage dafür bildeten 1961 ein städtebauliches Konzept und ein Generalverkehrsplan von Roland Rainer. Der geplante U-Bahn-Bau sowie die Erschließung bisheriger Randgebiete nördlich der Donau förderten diese Entwicklung. Besonders am südlichen und östlichen Stadtrand gab es Grundstücke zu günstigen Preisen, auf denen neue große Wohnviertel geschaffen wurden. Die neue Fertigteilbauweise mit vorgefertigten Betonelementen erlaubte es, in kurzer Zeit ganze Stadtteile neu zu errichten.

Geschichte

Die Wohnhausanlage befindet sich im sogenannten Magdalenengrund, der bis zu seiner 1850 erfolgten Eingemeindung nach Wien als Bestandteil des Bezirks Mariahilf eine eigenständige Gemeinde war. Die am Steilhang zwischen Wienfluss und der heutigen Kaunitzgasse gelegene Ortschaft war von einer engen und verwinkelten Verbauung geprägt, die eine großen Rattenplage begünstigte, was dem Viertel auch die Bezeichnung "Ratzenstadl" eintrug. Dieser Name könnte allerdings auch von den serbischen Familien herrühren, die sich hier im 18. Jahrhundert niederließen und für die in offiziellen Urkunden der Ausdruck "Raizen" verwendet wurde. Davon leitet sich auch der Familienname "Ratz" ab. Das Relief an der Rückseite der Wohnhausanlage zeigt Ansichten des alten "Ratzenstadls".

Die Architektur

Das entlang der Kaunitzgasse errichtete Wohnhaus verfügt über zwei Stiegenhäuser, sieben Haupt- und zwei Kellergeschoße. Das zweite Kellergeschoß wurde im Niveau der Magdalenenstraße ausgeführt und als ebenerdiger Vorbau bis zur Straße vorgezogen.
Das Gebäude wird über zwei an der Kaunitzgasse gelegene Stiegenhäuser mit Oberlichte betreten. Die großzügigen, querrechteckigen Fensterformate sorgen für eine natürliche Belichtung. Der terrainmäßig bedingte Niveauunterschied bei Stiege 2 wird durch eine Treppenkonstruktion überwunden. Die Lochfassade weist einen einfärbigen Putzanstrich auf, die verschiedenformatigen, großteils quadratischen Fensteröffnungen sind einfach in die Fassade eingeschnitten und beleben die ansonsten dezente Fassadengestaltung.
Teilweise verglaste Balkonkonstruktionen verbinden die Wohnungen in den Obergeschoßen mit dem Außenraum. Sie verlaufen sowohl straßenseitig entlang der benachbarten linken Hausmauer als auch rückwärtig entlang der Hoffassade und lassen das Gebäude dadurch symmetrisch erscheinen. Durch den Kontrast von Balkonen und Garageneinfahrt gewinnt auch die rückwärtige Front an Plastizität.

... und die Kunst

Die kleine Stiegenanlage an der Rückseite der Wohnhausanlage trägt ein von Viktor Hammer geschaffenes Natursteinrelief. Neben den Baudaten zeigt es einen Schriftzug und zwei Darstellungen, die an das hier einst bestehende "Ratzenstadl" erinnern.

Der Name

Die seit 1862 bestehende Kaunitzgasse wurde nach Wenzel Anton Fürst von Kaunitz (1711-1794) benannt. Der ab 1753 amtierende Staatskanzler leitete die Politik Maria Theresias, Josephs II. und Leopolds II.

Sanierung

von 1996 bis 1996

Bei der Wohnhausanlage wurden 1996 Fenster und Türen instand gesetzt.

Architekten

Anton Potyka - Anton Potyka (1899-1973) gehörte während seines Studiums an der Technischen Hochschule ab 1917 zum engeren Kreis um Adolf Loos. Er arbeitete zunächst in verschiedenen Wiener Architekturateliers, ehe er sich in den 1930er-Jahren vor allem mit der Ausstattung von Kaffeehäusern selbstständig machte. Nach dem Zweiten Weltkrieg arbeitete er mit seinem Sohn Hugo Potyka (geb. 1927) zusammen. Sie restaurierten u. a. das Wiener Dorotheum und planten mehrere Wohnbauten für die Gemeinde Wien.

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