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Katharina-Lins-Hof

Fakten

Katharina-Lins-Hof

Gumpendorfer Straße 104, 1060 Wien

Baujahr: 1962-1964

Wohnungen: 15

Architekt: Karl Kotal

Wohnen in Wien

In den 1960er-Jahren nahm der Wohnbau in Wien bis hin zum Wohnungsbauboom der 70er-Jahre kontinuierlich zu. Die Grundlage dafür bildeten 1961 ein städtebauliches Konzept und ein Generalverkehrsplan von Roland Rainer. Der geplante U-Bahn-Bau sowie die Erschließung bisheriger Randgebiete nördlich der Donau förderten diese Entwicklung. Besonders am südlichen und östlichen Stadtrand gab es Grundstücke zu günstigen Preisen, auf denen neue große Wohnviertel geschaffen wurden. Die neue Fertigteilbauweise mit vorgefertigten Betonelementen erlaubte es, in kurzer Zeit ganze Stadtteile neu zu errichten.

Geschichte

Die Wohnhausanlage liegt im Kernbereich des ehemaligen Vorortes Gumpendorf. Bereits um 1135/40 ist im Bereich Brückengasse/Gumpendorfer Straße ein Gassengruppendorf nachweisbar, dass sich bis zur heutigen Liniengasse erstreckte. Der Name dürfte vom Begriff Gumpe (Tümpel) abgeleitet sein, der auf die Seitenarme des damals noch unregulierten Wienflusses verweist. 1850 erfolgte zusammen mit anderen Vororten die Eingemeindung Gumpendorfs nach Wien.

Die Architektur

Bei diesem Wohnhaus handelt es sich um ein typisches Beispiel für die Architektur der ausgehenden 1950er- und frühen 1960er-Jahre. Das Gebäude besteht aus einem klar gegliederten Baukörper mit acht Fensterachsen und zwei unterschiedlich hohen Fassaden: Auf der Straßenseite sind sechs Etagen sichtbar; die unterste beherbergt eine verglaste Geschäftszone und eine Durchfahrt. Die Hoffassade ist siebengeschoßig. Die Gliederung der vollkommen glatten Fassaden erfolgt ausschließlich mittels Rhythmisierung durch unterschiedlich breite Fenster und - seit der Sanierung - zusätzlich durch eine differenzierte Farbgestaltung (grau, hellorange, orange). Die Hofansicht wird zudem vom großflächig verglasten Stiegenhaus dominiert, auch springt hier die seitliche Achse über der Hausdurchfahrt leicht vor.

... und die Kunst

Im begrünten Hof befindet sich ein Portal des ehemaligen "Mollard-Schlössels" aus dem 16. Jahrhundert. Den Schlussstein ziert das reich geschmückte Wappen derer von Gumpendorf.

Der Name

Seit 1862 (zuvor: Im Saugraben, dann Kothgasse, Bräuhausgasse, Gumpendorfer Hauptstraße) ist der Straßenzug nach den alten Vorstadtnamen "Gumpendorf" benannt.

Sanierung

von 2001 bis 2003

Die Wohnhausanlage wurde in den Jahren 2001 bis 2003 saniert. Neben der Neudeckung des Daches umfassten die Arbeiten auch die Erneuerung der Fenster und Türen, und die Fassade wurde mit einem Wärmedämmverbundsystem versehen. Dadurch konnten die Heizkosten für die Mieterinnen und Mieter, aber auch die Kohlendioxid-Belastung für die Umwelt gesenkt werden. Die Kosten beliefen sich auf 126.200 Euro, davon konnten 37.860 Euro durch Förderungen gedeckt werden.

Architekten

Karl Kotal - Karl Kotal (1920-2005) studierte - durch den Kriegsdienst unterbrochen - an der Universität für Angewandte Kunst in Wien unter anderem bei Franz Schuster. Gemeinsam mit diesem sowie Roland Rainer, seiner Frau Herta Kotal und anderen engagierte sich der Architekt für die Initiative SW (= Soziale Wohnkultur).

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