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Magdalenenstraße 9

Fakten

Magdalenenstraße 9

Magdalenenstraße 9, 1060 Wien

Baujahr: 1960-1962

Wohnungen: 22

Architekt: Josef Seeberger

Weitere Adressen

Linke Wienzeile 78, 1060 Wien

Wohnen in Wien

In den 1960er-Jahren nahm der Wohnbau in Wien bis hin zum Wohnungsbauboom der 1970er-Jahre kontinuierlich zu. Die Grundlage dafür bildeten 1961 ein städtebauliches Konzept und ein Generalverkehrsplan von Roland Rainer. Der geplante U-Bahn-Bau sowie die Erschließung bisheriger Randgebiete nördlich der Donau förderten diese Entwicklung. Besonders am südlichen und östlichen Stadtrand gab es Grundstücke zu günstigen Preisen, auf denen neue große Wohnviertel geschaffen wurden. Die neue Fertigteilbauweise mit vorgefertigten Betonelementen erlaubte es, in kurzer Zeit ganze Stadtteile neu zu errichten.

Geschichte

In der Magdalenenstraße befand sich einst ein für das Mariahilfer Stadtbild charakteristisches Elendsviertel, im Volksmund das "Ratzenstadl" genannt. Die ehemalige dörfliche Verbauung im einstigen Vorort Magdalenengrund war einfachster Bauart und zog sich terrassenartig von der Kaunitzgasse zur Magdalenenstraße. Handwerker, kleine Gewerbetreibende und Arbeiter waren gezwungen, unter sehr ärmlichen Bedingungen zu leben, so dass erste Sanierungsmaßnahmen bereits Anfang des 20. Jahrhunderts gesetzt wurden (Eröffnung der Eggerthgasse 1902 und Verlegung der Dürergasse).

Die Architektur

Der Bau der Wohnhausanlage entlang der Magdalenenstraße 3-9 bzw. Linken Wienzeile 72-78 wurde in zwei Bauabschnitten geplant und ausgeführt. Das fünfstöckige Wohnhaus Magdalenenstraße Nr. 9, als Seitenflügelhaus konzipiert, wird sowohl von der Magdalenenstraße wie auch von der Linken Wienzeile begrenzt und besteht aus einem Stiegenhaus mit insgesamt 23 Wohnungen, einer Trafostation und mehreren Lagerräumen. Im schmalen Hof befinden sich Einstellplätze für PKW. Das Stiegenhaus ist sowohl von der Magdalenenstraße wie auch von der Linken Wienzeile zu erschließen. An der Magdalenenstraße wird der Durchgang zum Stiegenhaus bzw. die Garagenein- und -ausfahrt durch den farblich abgestuften Putzanstrich akzentuiert, der Niveauunterschied zur Linken Wienzeile ist durch eine Stiegenkonstruktion überwunden worden. Dieser Durchgang fungiert gleichzeitig als Eingang des 1966 fertiggestellten Nachbarhauses Magdalenenstraße 3-7. Die straßenseitige Fassade ist über fünf Fensterachsen gegliedert und wird durch einen Seitenrisalit akzentuiert. Die unterschiedlichen Fensterformate bestimmen die Fassade rhythmisch, ein Grundthema, das an allen Fronten bestimmend wirkt. Entlang der Linken Wienzeile sind die ausgebildeten Balkonkonstruktionen tonangebend. Durch ihre Ausrichtung werden die nach Süden offenen Räume maximal belichtet.

Der Name

Die heutige Magdalenenstraße, zwischen Kaunitzgasse und Linker Wienzeile gelegen, besteht seit dem Jahre 1862 und hieß vorher zu einem Teil Untere Wehrgasse und zum anderen Schnellgasse. Nach dem ehemaligen Vorort "Magdalenengrund" (bereits seit 1756 urkundlich erwähnt) und der dort gelegenen Magdalenenkirche benannt, ist sie der älteste Teil des heutigen 6. Wiener Gemeindebezirkes. Die frühere Magdalenenstraße ist die heutige Linke Wienzeile.

Sanierung

von 2015 bis 2017

Die Wohnhausanlage wird derzeit saniert. Das Dach wird instandgesetzt, die Fenster und Türen getauscht bzw. erneuert und die Fassade gedämmt. Dadurch werden die Heizkosten für die Mieterinnen und Mieter, aber auch die Umweltbelastung gesenkt. Weitere Arbeiten umfassen die Haustechnik und das Restgebäude (Stiegenhäuser).

Architekten

Josef Seeberger - Josef Seeberger (1910-1981) studierte von 1928 bis 1935 an der Technischen Hochschule Wien, wo er 1938 auch promovierte. Für die Gemeinde Wien entwarf er von den 1950er- bis in die 1970er-Jahre zahlreiche Wohnhausanlagen, wie etwa den Karl-Czernetz-Hof in Wien 15, Clementinengasse 11-17 (1976-1978), und die Wohnhäuser Magdalenenstraße 3-7 in Wien 6 (1964-1966) und Breitenfurter Straße 437 in Wien 23 (1950).

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