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Garbergasse 5

Fakten

Garbergasse 5

Garbergasse 5, 1060 Wien

Baujahr: 1955-1955

Wohnungen: 22

Architekt: Anton Wichtl

Wohnen in Wien

In den 1950er-Jahren ging es vor allem darum, Zerstörtes wieder aufzubauen und viele neue Wohnungen zu errichten. In den kommunalen Wohnbauten dieser Zeit finden sich die ersten Ansätze der sich später durchsetzenden Zeilenbauweise, die bis heute die großen Vorstadtsiedlungen prägt. Die Wohnbauten wurden größer, höher und waren verstärkt in Blockform gestaltet. Das Flachdach setzte sich durch. Alle neu gebauten Wohnungen waren mit Badezimmern und WC ausgestattet und die Mindestgröße wurde von 42 auf 55 Quadratmeter angehoben.

Geschichte

Auf dem Areal stand ursprünglich ein Vorgängerbau aus der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Das Grundstück war früher im Besitz des Restitutionsfonds der Freien Gewerkschaften und wurde erst nach dem Krieg durch die Gemeinde Wien angekauft. Die Baubewilligung für das heute bestehende Wohnhaus mit 22 Wohnungen stammt aus dem Jahr 1954, die ersten Pläne für den Gemeindebau entstanden ein Jahr davor. Die Aufzugsanlage wurde erst Anfang der 1990er-Jahre errichtet.

Die Architektur

Bei der Wohnhausanlage handelt es sich um einen typischen Vertreter der Wiener Nachkriegsarchitektur. Der mit 22 Wohnungen eher kleine Bau folgt straßenseitig nicht der Grundstücksgrenze, sondern verläuft schräg und ist leicht hinter die Baulinie versetzt. Die Front gliedert sich in eine schmale, dunkel verputzte Sockelzone sowie fünf gleichwertige Hauptgeschoße. Den oberen Abschluss der völlig glatten Fassade bildet ein kaum auskragendes Kranzgesims. Die zweiflügeligen Fenster weisen in den Obergeschoßen eine helle Laibung auf, während das mit einem kleinen Vordach versehene Eingangsportal von zwei breiten, dunklen Putzrahmen flankiert wird. Einen besonderen Akzent setzt der vorspringende Bauteil an der linken Gebäudeseite, der mit seiner zweifachen Abtreppung über drei Balkone sowie eine kleine Terrasse im fünften Geschoß verfügt.

... und die Kunst

An der Seitenfront des mit Balkonen ausgestatteten Bauteils befindet sich das Natursteinrelief "Zwei Putti" vom Bildhauer Michael Dobril. Dargestellt sind zwei sitzende, sich umarmende Figuren sowie eine Katze und vermutlich ein Fisch.

Der Name

Die Garbergasse wurde bereits im Jahr 1844 angelegt, ihren heutigen Namen trägt sie aber erst seit 1862. Karl Garber (1807-1897) war ein bekannter Wiener Webwarenfabrikant, der auch als Ortsrichter und Gemeinderat tätig war.

Sanierung

von 1996 bis 1997

Bereits 1990/91 wurden die Stiegenhäuser der Wohnhausanlage mit Aufzügen ausgestattet. Die Kosten dafür betrugen 100.361 Euro, davon konnten 60.217 Euro durch Förderungen gedeckt wrden. In den Jahren 1996 und 1997 wurden Fenster und Türen erneuert.

Architekten

Anton Wichtl - Anton Wichtl (1920-1979) studierte nach dem Zweiten Weltkrieg Architektur an der Kunstgewerbeschule Wien bei Franz Schuster. Im Jahr 1954 legte er die Ziviltechnikerprüfung ab und war danach etwa zehn Jahre als Architekt der Bestattung Wien tätig. Zu seinen Bauten zählen unter anderem die Einsegnungshalle am Friedhof Baden (1962), sein eigenes Wohnhaus in der Grabengasse in Baden sowie das Wohnhaus der Gemeinde Wien in der Garbergasse 5, 1060 Wien (1955). Anton Wichtl widmete sich in späteren Jahren vor allem der Malerei und Zeichnung.

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