Mobile Version aus nicht mehr nachfragen

Kaunitzgasse 11-13

Fakten

Kaunitzgasse 11-13

Kaunitzgasse 11-13, 1060 Wien

Baujahr: 1952-1953

Wohnungen: 37

Architekt: Kurt Klaudy

Wohnen in Wien

Ab 1949 war der Wohnbau zahlenmäßig wieder auf dem Niveau des "Roten Wien" der Zwischenkriegszeit. Doch noch war die Bevölkerung verarmt und oft obdachlos. Kleine Duplex-Wohnungen, die später zusammengelegt werden konnten, linderten schließlich die Wohnungsnot. 1951 wurde Franz Jonas, Sohn einer Arbeiterfamilie, Bürgermeister von Wien. In seine Amtszeit fiel die rege Bautätigkeit im Rahmen des Projektes "Sozialer Städtebau" ab 1952. Das 8-Punkte-Programm hatte die Trennung von Wohn- und Gewerbebereichen, eine Auflockerung der Wohnbereiche sowie die Assanierung einzelner Viertel zum Ziel. Die standardmäßige Ausstattung der Wohnungen wurde verbessert - alle neu gebauten Wohnungen waren mit Badezimmern ausgestattet und die Mindestgröße wurde von 42 auf 55 Quadratmeter angehoben.

Geschichte

Am 7. März 1952 beschloss der Gemeinderat, auf den gemeindeeigenen Liegenschaften in der Kaunitzgasse/Ecke Dürergasse das städtische Althaus abzutragen und durch einen Neubau ersetzen zu lassen. Das neue Kleinwohnungshaus wurde mit zwei Stiegenhäusern und insgesamt 38 Wohnungen, einem Atelier, einem Geschäftslokal und einer Transformatorenstation ausgestatte.

Die Architektur

Das unter der Ausführung von Egon Pribek errichtete städtische Wohnhaus grenzt an zwei Straßen (Kaunitzgasse, Dürergasse) und verfügt über zwei Stiegenhäuser mit je sechs Geschoßen sowie einem Kellergeschoß. Der terrainmäßig bedinge Niveauunterschied der leicht abschüssigen Kaunitzgasse wird im Bereich des Kellers ausgeglichen und als ebenerdiger Vorbau bis zur Straße vorgezogen.
An der nach Norden orientierten Fassade gibt es drei, an der der Kaunitzgasse zugewandten Hauptfassade neun Fensterachsen. Entlang der Dürergasse ist das Satteldach mit Gauben versehen, das Hauptgesims ist vorkragend und schließt die Fassade nach oben hin ab. Die typische Lochfassade besitzt einen glatten, einfärbigen Putzanstrich, die großteils hochrechteckigen, zweiflügeligen Fenster sind einfach in die Fassade eingeschnitten. Das Wohnhaus ist über zwei Portale mit kleinen Vordächern begehbar; sie führen in die beiden an der Kaunitzgasse liegenden, natürlich belichteten Stiegenhäuser.
Der Niveauunterschied im Innenhof wird durch eine Treppenkonstruktion überwunden. Die rückwärtige Front weist ein Nebenportal sowie zwei weitere Eingänge auf, die zu den dort gelegenen Lokalitäten führen.

Der Name

Die seit 1862 bestehende Kaunitzgasse wurde nach Wenzel Anton Fürst von Kaunitz (1711-1794) benannt. Der ab 1753 amtierende Staatskanzler leitete die Politik Maria Theresias, Josephs II. und Leopolds II.

Sanierung

von 1997 bis 1998

Die Wohnhausanlage wurde in den Jahren 1997 und 1998 saniert. Neben der Neudeckung des Daches umfassten die Arbeiten auch die Instandsetzung der Fassade und die Erneuerung der Fenster und Türen. Dadurch konnten die Heizkosten für die Mieterinnen und Mieter, aber auch die Kohlendioxid-Belastung für die Umwelt gesenkt werden.

Architekten

Kurt Klaudy - Kurt Klaudy (geb. 1905) wurde zunächst als Maler ausgebildet. Ab 1924 studierte er Architektur an der Technischen Hochschule Wien und Kunstgeschichte. 1929 machte er sich als Architekt selbstständig und bildete von 1934 bis 1945 eine Arbeitsgemeinschaft mit Georg Lippert. Sein erstes Bauwerk, ein Dreifamilienhaus (Braungasse 38, Wien 17), wurde 1935 auf der Weltausstellung in Brüssel ausgestellt. Zu seinen bedeutendsten Werken zählen das Flughafengebäude Wien-Schwechat und die Generalplanung der Wiener Hafenanlagen.

  • Teilen auf Facebook
  • Teilen auf Twitter
  • Teilen auf Google+