Mobile Version aus nicht mehr nachfragen

Garbergasse 20A

Fakten

Garbergasse 20A

Garbergasse 20A, 1060 Wien

Baujahr: 1842-1868

Wohnungen: 6

Architekt: Johann Adametz

Wohnen in Wien

Im 19. Jahrhundert wuchs als Folge der massiven Industrialisierung die Arbeiterschicht stark an, die Einwohnerzahl Wiens explodierte, vor allem auch durch den Zuzug aus den ländlichen Gebieten der Donaumonarchie. Die nötigen Wohnungen wurden nahezu ausschließlich von Privaten gewinnorientiert gebaut. Mietskasernen mit so genannten "Bassena-Wohnungen" - Zimmer, Küche, Wasser und WC auf dem Gang - entstanden. Viele mussten diese kleinen Wohnungen (zwischen 20 und 30 Quadratmetern) noch mit Bettgehern und Untermietern teilen, um die Miete zahlen zu können. In den Jahren des Ersten Weltkrieges stagnierte die Bautätigkeit.

Geschichte

Auf dem Grundstück neben dem Wohnhaus Garbergasse 20a wurde im Jahr 1983 ein städtischer Park errichtet, der nach dem Theologen und Ordensgründer Vinzenz von Paul (1581-1660) benannt ist. Der Park wurde 2003 in einen Therapie- und Ruhegarten umgestaltet. Zuvor hatte auf diesem Areal eine zweistöckige Fabrik gestanden, die noch im 20. Jahrhundert mehrfach umgebaut wurde.

Die Architektur

Das heutige Wohnhaus wurde vom Wiener Baumeister Johann Adametz im Stil des Historismus errichtet. Der viergeschoßige Bau weist insgesamt neun Fensterachsen auf, die alle gleich gestaltet sind. Auf eine Betonung der Mitte wurde bewusst verzichtet, was sich auch in der Verschiebung des Eingangsportals in die rechte Gebäudehälfte zeigt. Die horizontale Gliederung ist typisch für diese Zeit: Über einer genuteten Erdgeschoßzone erhebt sich das Piano Nobile, welches durch Gesimsbänder von den anderen Geschoßen getrennt ist und durch seine reichere Gestaltung der Fenster samt Segmentgiebelverdachungen besonders auffällt. Die beiden obersten Geschoße sind im Vergleich zur Beletage (Hauptgeschoß) im Dekor stark vereinfacht und bis auf die fehlende Profilierung der Fensterrahmen im 3. Stockwerk gleich ausgeführt. Den oberen Abschluss bilden ein ornamentaler Fries und ein ausladendes Kranzgesims.

Der Name

Die Garbergasse wurde bereits im Jahr 1844 angelegt, ihren heutigen Namen trägt sie aber erst seit 1862. Karl Garber (1807-1897) war ein bekannter Wiener Webwarenfabrikant, der auch als Ortsrichter und Gemeinderat tätig war.

Sanierung

von 1986 bis 1989

Die Wohnhausanlage wurde in den Jahren 1986 bis 1989 einer Totalsanierung unterzogen. Die Gesamtkosten beliefen sich auf 696.060 Euro und konnten vollständig durch Förderungen gedeckt werden.

Architekten

Johann Adametz - Der Baumeister Johann Adametz (geb. 1799 in Liebau, Böhmen, gest. nach 1862 in Wien) studierte nach einer ersten Ausbildung am Polytechnischen Institut Wien von 1830 bis 1834 Architektur an der Akademie der bildenden Künste Wien und legte in der Folge 1834 die Maurermeisterprüfung in Vösendorf bei Wien ab. Zu den von ihm ausgeführten Aufträgen gehörten vor allem Adaptierungen älterer Bauten, wie etwa der Wohnhäuser Rüdigergasse 4 in Wien 5, Viktorgasse 4 in Wien 4, Schönbrunner Straße 38 in Wien 5 und Wiedner Hauptstraße 71 in Wien 4. Das Wohnhaus Garbergasse 20A in Wien 6 wurde von ihm selbst errichtet.

  • Teilen auf Facebook
  • Teilen auf Twitter
  • Teilen auf Google+