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Rechte Wienzeile 69

Fakten

Rechte Wienzeile 69

Rechte Wienzeile 69, 1050 Wien

Baujahr: 1985-1987

Wohnungen: 19

Architekt: Alfred Graf

Wohnen in Wien

Ab den 1980er-Jahren bestimmte ein neuer Stadtentwicklungsplan die Wohnhaussanierung. Der 1984 gegründete Wiener Bodenbereitstellungs- und Stadterneuerungsfonds und das Wohnhaussanierungsgesetz 1985 ergänzten die optimalen Voraussetzungen für eine sanfte Stadterneuerung. 36 Prozent der Sanierungsgelder flossen in Gemeindebauten, sodass die berühmtesten Gemeindebauten aus der Zwischenkriegszeit saniert werden konnten, wie z. B. der Karl-Marx-Hof, der George-Washington-Hof oder der Rabenhof. Für Neubauten wurde durch Wettbewerbe eine qualitativ hochwertige und individuelle Architektur sichergestellt, wie das Beispiel Hundertwasserhaus zeigt.

Geschichte

Auf dem Areal an der damaligen Wienstraße, wie die Rechte Wienzeile vor der Regulierung des Wienflusses genannt wurde, befand sich einst ein so genannter Holzplatz, der Stallungen und einen Schuppen beherbergte. Anstelle eines ebenerdigen Wohnhauses mit der Konskriptionsnummer 1045 wurde ein drei Stock hohes Gebäude errichtet, das fortan die Nr. 65 erhielt. Die Wohnhäuser Nr. 67 und 69, die einen Hoftrakt und ein Nebengebäude enthielten, trennte der ehemalige Mühlbach von dem Holzplatz. Dieses ebenerdige, nicht unterkellerte Hintergebäude, das als Werkstatt diente, wurde bereits 1936 abgetragen. 1984 folgte der viergeschoßige Altbau, der 12 Wohnungen und acht Lokale enthielt, und drei Jahre später wurde mit dem Bau der städtischen Wohnanlage begonnen.

Die Architektur

Aufgrund des schmalen Baugrundes gestaltete Alfred Graf das Wohnhaus als siebengeschoßige Anlage, die auf einem annähernd dreieckigen Bauplatz, südwestlich der Rechten Wienzeile gelegen, errichtet wurde. Das Wohnhaus enthält 19 Wohnungen und eine Tiefgarage für 12 Stellplätze. Die sechs Obergeschoße werden von einem Steildach ohne ausgebauten Dachboden abgedeckt. Das Erdgeschoß nimmt die erforderlichen Nebenräume sowie einen Kinderspielraum und eine Wohnung auf. Hauseingang und Abfahrt in die Tiefgarage befinden sich angrenzend zum Nachbarhaus Nr. 71. Um Einförmigkeit zu vermeiden, wurden die straßenseitigen Fronten zum einen durch zwei seitlich situierte Erker, zum anderen durch vertikale Mauerschlitze in der Mittelzone gegliedert, wodurch die Fassade dreigeteilt scheint. Für einen zusätzlichen Blickfang sorgen die beiden abschließenden Spitzgiebel über den sechsgeschoßigen, polygonal ausgebildeten Erkern. Der Mittelteil hingegen wird durch einen walmdachähnlichen Abschluss gekrönt. Die opulente Gliederung der Hauptfassade wird im Innenhof nicht weiter aufgenommen. Die Hoffassade wird durch einen drei Achsen breiten, mittig zentrierten Vorbau bestimmt, gleichzeitig weisen seitliche, schräge Einschnitte dezent auf die beiden polygonalen Erker an der Vorderseite hin.

Der Name

Die Rechte Wienzeile, eine über vier Bezirke angelegte Verbindung (1., 4., 5., 12. Bezirk), bestand bereits seit 1700 als Verkehrsweg nach Wien entlang des Wienflusses. Ab Nr. 41 bildet die Rechte Wienzeile die nordwestliche Begrenzung des 5. Bezirks. Dort hieß sie ab 1905 zuerst Fluggasse, dann An der Wien und zuletzt Wienstraße, bis sie ihren jetzigen Namen erhielt.

Architekten

Alfred Graf - Alfred Graf (geb. 1936) studierte von 1958 bis 1967 Architektur an der Technischen Hochschule Wien. Unter anderem wurden nach seinen Plänen für die Gemeinde Wien die Wohnhausanlagen Rechte Wienzeile 69 in Wien 5 (1985-1987) und Wilhelmstraße 39 in Wien 12 (1980/81) errichtet.

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