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Margaretenstraße 140

Fakten

Margaretenstraße 140

Margaretenstraße 140, 1050 Wien

Baujahr: 1985-1986

Wohnungen: 51

Architekt: Christof Riccabona

Weitere Adressen

Amtshausgasse 2, 1050 Wien

Wohnen in Wien

Ab den 1980er-Jahren bestimmte ein neuer Stadtentwicklungsplan die Wohnhaussanierung. Der 1984 gegründete Wiener Bodenbereitstellungs- und Stadterneuerungsfonds und das Wohnhaussanierungsgesetz 1985 ergänzten die optimalen Voraussetzungen für eine sanfte Stadterneuerung. 36 Prozent der Sanierungsgelder flossen in Gemeindebauten, sodass die berühmtesten Gemeindebauten aus der Zwischenkriegszeit saniert werden konnten, wie z. B. der Karl-Marx-Hof, der George-Washington-Hof oder der Rabenhof. Für Neubauten wurde durch Wettbewerbe eine qualitativ hochwertige und individuelle Architektur sichergestellt, wie das Beispiel Hundertwasserhaus zeigt.

Geschichte

Das früher auf dem Areal des heutigen Gemeindebaus befindliche Althaus wurde vermutlich Ende des 18., Anfang des 19. Jahrhunderts "Am Hundsturm" erbaut. Mit seiner unregelmäßigen Fassadengliederung, die dem Innenraum folgte, wies das Bürgerhaus durchaus gängige Charakteristika für die ehemals einheitliche biedermeierliche Verbauung der kleinen Vorstadt "Hundsturm" auf, die sich im 17. Jahrhundert entlang der Schönbrunner Straße zwischen der heutigen Spengergasse und der Margaretenstraße entwickelte. Mitte des 19. Jahrhunderts wechselte das Gebiet in den Besitz der Gemeinde Wien, im Jahre 1907 wurde die Vorstadt eingemeindet.

Die Architektur

Der das Straßenbild prägende, sechsgeschoßige Gebäudekomplex liegt an der Kreuzung Margaretenstraße/Amtshausgasse. Er verfügt über ein ausgebautes Dachgeschoß, ist zur Gänze unterkellert und wird über zwei Stiegen von der Margaretenstraße aus erschlossen. Christof Riccabona schuf eine sehr eigenwillige, wenngleich symmetrische Ecklösung, die reichhaltig gegliedert ist. Die etwas breitere Front an der Margaretenstraße erhält unter anderem durch die transparent gehaltene Eingangssituation etwas mehr an Gewicht: Die Mittelachse wird durch einen viergeschoßigen Risalit sowie einen darüber befindlichen, turmartigen Aufbau betont. Charakteristisch für Riccabonas Handschrift sind die horizontalen Fensterbänder mit den teils diagonal gesetzten, mittig platzierten Öffnungen. Der Eingang wird von zwei regelmäßig angeordneten Seitenrisaliten mit abschließendem Mansardendach flankiert; die Fenster weisen einfache Verzierungen Bereich der Fensterbänke auf.

Ein ums Eck geführter, aufwändig gestalteter Risalit leitet zur Amtshausgasse über, in der das Fassadenthema weitergeführt wird. Auch hier gibt es charakteristische Fensterbänder mit Mustern in Form von plastisch heraustretenden, kubusähnlichen Dekorelementen, die vor allem die abgeschrägte Hausecke betonen. Über dem Hauptgesims sorgt das ausgebaute Staffelgeschoß mit seinen gleichmäßig angeordneten Dachgauben für einen markanten Abschluss der Blockrandbebauung.

Der Name

Die seit ca. 1900 unter diesem Namen bekannte Margaretenstraße führt durch zwei Bezirke (Wieden und Favoriten) und trug im Laufe ihres langen Bestehens die unterschiedlichsten Bezeichnungen. Teilabschnitte hießen da etwa Adlergasse, Neu-Wiedner-Straße, Griesgasse, Reinprechtsdorfer Hauptstraße, Obere Schlossgasse, Ziegelgasse oder Obere Bräuhausgasse. Der Name leitet sich von dem ehemaligen Vorort Margareten ab, der nach einer der Hl. Margareta von Antiochia geweihten Kapelle benannt wurde.

Architekten

Christof Riccabona - Der 1937 geborene, in Wien tätige österreichische Architekt und Autor zahlreicher Sachbücher, Prof. Dipl.-Ing. Dr. Christof Riccabona, zeichnet für zahlreiche Planungen vor allem im Bereich Wohnbau und Sanierung sowie Umbau von Friedhofsanlagen verantwortlich. Eine der letzten gestalterischen Neuerungen ist die Errichtung des Buddhistischen Friedhofs, der als bisher einziges derartiges Projekt in Europa 2005 am Wiener Zentralfriedhof eröffnet wurde. Auch der ebenfalls am Wiener Zentralfriedhof gelegene "Park der Ruhe und Kraft", der in Form einer geomantischen Landschaft ausgeführt wurde, stammt von Riccabona. Für die Stadt Wien entwarf er unter anderem das Sonderpädagogische Zentrum für integrative Betreuung (Wien 22, Brioschiweg 1; 1977-1979, gemeinsam mit Manfred F. Resch) sowie 1984 die Wohnhausanlage in Wien 5, Margaretenstraße 140.

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