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Ziegelofengasse 24-26

Fakten

Ziegelofengasse 24-26

Ziegelofengasse 24-26, 1050 Wien

Baujahr: 1980-1981

Wohnungen: 54

Architekt: Ernst Lederer-Ponzer

Wohnen in Wien

Zwischen 1978 und 1981 wurde zur Wohnungsverbesserung in Wien insgesamt ein Darlehensvolumen für über 48.000 Wohnungen zugesichert. 39 Wohnanlagen wurden fertig saniert, an weiteren 86 mit einem Kostenaufwand von 52 Mio. Euro gearbeitet. Zusätzlich wurden über 6.000 neue Wohnungen fertig gestellt. Die Architektur wandelte sich - dank des technischen Fortschritts in der Plattenbauweise - vom Zeilenbau hin zu flexibler gestalteten Anlagen mit individuellem Charakter und mieterfreundlichen Grundrissen. Gleichzeitig verstärkte sich das Mietermitspracherecht und serviceorientierte Wohnungsberatungszentren wurden etabliert.

Geschichte

In Margareten, das 1861 von Wieden abgetrennt wurde, waren im Bereich der heutigen Ziegelofengasse seit jeher Ziegelöfen angesiedelt. In mittelalterlichen Quellen wird wiederholt eine Ziegelgrube vor dem Schottentor erwähnt - 1264 soll ein großer Brand von hier ausgegangen sein. 1314 und 1327 gab es weitere Brände, bis schließlich die Ziegelgruben stadtauswärts verlegt wurden. Andere Gruben befanden sich bei der heutigen Hessgasse und der Liechtensteinstraße sowie in Gumpendorf. Im 18. Jahrhundert stand jedoch der Großteil der Wiener Ziegelöfen auf dem Alsergrund zwischen Lazarettgasse und Canisiusgasse.

Die Architektur

Die Baulücke wurde mit einem zwölf Fensterachsen breiten, siebengeschoßigen Wohnbau entlang der Ziegelofengasse geschlossen. Der Architekt stattete das Wohnhaus mit einer dekorativen Fassade aus: Von der Straße her ist diese durch zwei sechsgeschoßige, mittig gelegene Erker mit Fensteröffnungen an allen Seiten sowie Lisenen, die das Gebäude optisch unterteilen, und horizontale, mit Klinker bestückte Fensterbänder gegliedert. Ein Wechselspiel aus verschiedenformatigen Fensteröffnungen rhythmisiert die Hauptfront zusätzlich. Nach oben hin wird die Fassade durch ein weit auskragendes Hauptgesims und ein Satteldach abgeschlossen. Auffallend ist auch die Sockelzone des Gebäudes, die durch eine durchgängige Aluminium-Glas-Konstruktion Transparenz erzeugt. Insgesamt entsteht ein Fassadenbild, das Elemente der umgebenden Bebauung wiedererkennen lässt, diese jedoch auf seine eigene Art interpretiert.

Der Name

Die Ziegelofengasse wurde nach den gemeindeeigenen Ziegelöfen, die auf diesem Gelände von Ende des 17. Jahrhunderts bis ca. 1770 existierten, benannt. Um 1700 gab es hier lediglich einen Feldweg, der sich nach und nach zur Gasse ausbildete. Bevor die Ziegelofengasse 1862 ihren heutigen Namen erhielt, hieß sie Piaristengasse.

Prominente Bewohner

"Falco" Hans Hölzl ist in der Ziegelofengasse aufgewachsen. Nach dem Tod seiner Großmutter bezog er deren Zimmer-Küche-Wohnung und verbrachte sodann einen nicht unbeträchtlichen Teil seiner Jugend dort. Im Haus Ziegelofengasse Nr. 37 entstand u.a. sein erster Welthit "Der Kommissar".

Sanierung

von 1996 bis 1997

Die Wohnhausanlage wurde in den Jahren 1996 und 1997 saniert. Durch die Erneuerung der Fenster und Türen konnten die Heizkosten für die Mieterinnen und Mieter, aber auch die Kohlendioxid-Belastung für die Umwelt gesenkt werden.

Architekten

Ernst Lederer-Ponzer - Der in Brünn (Tschechien) geborene Ernst Lederer-Ponzer (1909-2003) war bereits als Architekt tätig, als er sich 1946 bei Erich Boltenstern und Emil Pirchan an der Akademie der bildenden Künste Wien als Student einschrieb. Für die Gemeinde Wien war er vorwiegend in Arbeitsgemeinschaften an der Errichtung mehrerer Wohnhausanlagen beteiligt. Eigenständig plante Ernst Lederer-Ponzer unter anderem die Wohnhäuser Ziegelofengasse 24-26 in Wien 5 (1980/81) und Clementinengasse 3 in Wien 15 (1979/80).

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