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Brandmayergasse 2

Fakten

Brandmayergasse 2

Brandmayergasse 2, 1050 Wien

Baujahr: 1977-1978

Wohnungen: 30

Architekt: Gerhard Kroj

Weitere Adressen

Kohlgasse 27-29, 1050 Wien

Wohnen in Wien

In den 1970er-Jahren begann eine erste Sanierungswelle des Wohnungsaltbestands der Stadt Wien, um den Wohnstandard anzuheben. Zusätzlich wurden von 1972 bis 1977 rund 16.500 neue Wohnungen gebaut. Der Wohnungsmangel war beseitigt. Nun sollten sich neue Anlagen auch besser in ihre Umgebung einfügen, sich vom Straßenverkehr abwenden, öffentlich gut erreichbar und vor allem mit der nötigen Nahversorgung ausgestattet sein. Damit rückte auch ein Grundgedanke des "Roten Wien" aus den 1930er-Jahren wieder in den Mittelpunkt: Es wurde wieder Wert auf die Sozialisierung des Wohnens gelegt. 1978 wurde die Grundsteinlegung der 200.000sten Wohnung seit 1923 gefeiert.

Geschichte

1945 war das Haus am Bacherplatz 14 für einige Jahre Sitz des Bezirkssekretariats der SPÖ Margareten, das um 1890 als sozialdemokratischer Wahlverein Wieden-Margareten in der Kohlgasse 27 gegründet wurde und letztlich auch wieder dorthin zurückkehrte. Bis 1975 fand man unter dieser Adresse ein gründerzeitliches Mietshaus, in dem sich das Gasthaus "Kaiser" befand. Das Gebäude war später auch Sitz der Gewerkschaft der Metallarbeiter und wurde schließlich vom Bund Freier Gewerkschaften erworben. Nachdem die Stadt Wien das in sehr schlechtem Zustand befindliche Wohnhaus kaufte und abreißen ließ, entstand nach Plänen von Gerhard Kroj in den Jahren 1977 - 1979 diese städtische Wohnhausanlage.

Die Architektur

Die Eckbauparzelle wurde mit einem sechsgeschoßigen Gebäude geschlossen. Das städtische Wohnhaus wird neben der Brandmayergasse von der Kohlgasse begrenzt und enthält bei einer Stiege 30 Wohnungen, die von der Brandmayergasse aus erschlossen sind. Mit seiner polygonalen Ecke und dem markanten, viergeschoßigen Eckrisalit wendet sich der Baukörper dem Siebenbrunnenplatz zu. Direkt darunter im Erdgeschoß befindet sich der Zugang zu den Geschäftsräumen der SPÖ Margareten. Besonders ins Auge fallen die vier- bzw. fünfgeschoßigen polygonalen Erker mit ihren über Eck geführten, viersprossigen Fensteröffnungen. Sie gliedern die Fassade vertikal, während das färbige Putzband im ersten Obergeschoß sie horizontal betont und gleichzeitig den Geschäftsbereich vom Wohnbereich trennt. Überhaupt werden durch die Farbwahl - im Stil der 1970er-Jahre in verschiedenen Braun- und Orangetönen gehalten - starke Akzente gesetzt, die das Bauwerk, ebenso wie die gute Belichtung aller Räume, im Besonderen auszeichnen.

Der Name

Benannt wurde die Brandmayergasse, die unter diesem Namen seit 1875 existiert, nach dem ehemaligen Apotheker und Gemeinderat von Margareten, Eduard Brandmayer (1810 - 1874), der am 17. Mai 1862 zum ersten Bezirksvorsteher des (durch die Trennung von Wieden) neu geschaffenen Bezirkes Margareten gewählt wurde. Die Bezirksvertretung befand sich im damaligen provisorischen Gemeindehaus, dem 1857 eröffneten Schulgebäude in Nikolsdorf Nr. 9 (heute Nikolsdorfer Gasse 18). Erst 1867 konnte das neue Amtshaus in der Schönbrunner Straße 54 bezogen werden, das 100 Jahre später - nach einer gründlichen Restaurierung unter der Leitung der Architektin Herta Pella - 1968 von Bürgermeister Bruno Marek neu eröffnet wurde.

Architekten

Gerhard Kroj - Gerhard Kroj (geb. 1939) studierte Architektur an der Technischen Universität Wien. Für die Gemeinde Wien entwarf er unter anderem die Wohnhausanlagen Brandmeyergasse 2 in Wien 5 (1977/78) und Jedlersdorfer Straße 294 in Wien 21 (1994/95). Gerhard Kroj war auch an der Planung zur Wohnhausanlage "Wienerberggründe" in Wien 10 (ab 1978) beteiligt.

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