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Gartengasse 7

Fakten

Gartengasse 7

Gartengasse 7, 1050 Wien

Baujahr: 1974-1975

Wohnungen: 9

Architekt: Dietlind Erschen

Wohnen in Wien

In den 1970er-Jahren begann eine erste Sanierungswelle des Wohnungsaltbestands der Stadt Wien, um den Wohnstandard anzuheben. Zusätzlich wurden von 1972 bis 1977 rund 16.500 neue Wohnungen gebaut. Der Wohnungsmangel war beseitigt. Nun sollten sich neue Anlagen auch besser in ihre Umgebung einfügen, sich vom Straßenverkehr abwenden, öffentlich gut erreichbar und vor allem mit der nötigen Nahversorgung ausgestattet sein. Damit rückte auch ein Grundgedanke des "Roten Wien" aus den 1930er-Jahren wieder in den Mittelpunkt: Es wurde wieder Wert auf die Sozialisierung des Wohnens gelegt. 1978 wurde die Grundsteinlegung der 200.000sten Wohnung seit 1923 gefeiert.

Geschichte

Zum Margaretener Schloss, erstmals als Margaretener Gutshof 1303 erwähnt, gehörte ein riesiger Schlossgarten, dessen Areal Ende des 18. Jahrhunderts an die Gemeinde Wien verkauft und nach und nach parzelliert wurde. So entstanden die Garten- und die Schlossgasse, die durch ihren Namen an das einstige Schloss samt Garten erinnern sollen. Manche der Häuser, die zur damaligen Zeit erbaut wurden, sind in ihrer ursprünglichen Form erhalten geblieben. Der Margaretenhof am Margaretenplatz 2 und 3, 1884-85 von Ferdinand Fellner und Hermann Helmer für Baronin Amalie Lipthay erbaut, gilt heute symbolhaft als Nachfolgebau des nur mehr in Bruchstücken existierenden Margaretener Schlosses.

Die Architektur

Das fünfgeschoßige Wohnhaus, entlang der Gartengasse errichtet, nimmt die Strukturen und architektonischen Elemente des Bestandes im Nahbereich auf, sowohl was Gebäudehöhe als auch Fassadengestaltung betrifft. Die Betonung des Mitteltraktes durch das Zurückweichen des Baukörpers von der Baulinie erinnert nicht nur an die Gemeindebau-Architektur der Zwischenkriegszeit, sondern ermöglicht auch die Ausbildung eines kleinen Straßenhofes. Durch das Freistellen des rechten Gebäudeteiles entsteht zugleich ein Durchgang zum begrünten Innenhof. Das Gebäude, als Zweispänner konzipiert (je Obergeschoß sind zwei, im Erdgeschoß eine Wohnung zu erschließen), wird lediglich durch den vorgelegten Pfeiler an der Vorderfront in seiner strengen und ruhigen Gliederung unterbrochen. Akzente setzt auch die farblich abgestufte Erdgeschoßzone, die das Geschäftslokal sowie den zentral situierten Eingangsbereich mit kleinem Vordach aufnimmt. Die Hoffassade ist durch polygonale Loggien an den jeweiligen Gebäudeseiten aufgelockert und zum Gartenhof hin geöffnet. Auch hier wird versucht, durch Farbwahl und Sichtschutz markante Zeichen zu setzen.

Der Name

Die Verbindung zwischen dem Margaretenplatz und der Siebenbrunnengasse wurde 1862 angelegt und hieß vorher Gärtnergasse. Benannt wurde die Gasse nach dem Margaretener Schlossgarten, der 1727 an die Gemeinde Wien verkauft wurde. An das Gelände des großen Schlossgartens erinnern heute noch Schloss- und Gartengasse.

Sanierung

von 2001 bis 2002

Die Wohnhausanlage wurde in den Jahren 2001 bis 2002 saniert. Durch die Erneuerung der Fenster und Türen sowie durch das Wärmedämmverbundsystem für die Fassade konnten die Heizkosten für die Mieterinnen und Mieter, aber auch die Kohlendioxid-Belastung für die Umwelt gesenkt werden. Die Kosten beliefen sich auf 165.200 Euro, davon konnten 45.626 Euro durch Förderungen gedeckt werden.

Architekten

Dietlind Erschen - Dietlind Erschen, geboren 1925 in Radstadt, studierte von 1946 bis 1951 an der Technischen Hochschule Graz bei Friedrich Zotter. Nach einem Kurzaufenthalt in Paris (Mitarbeit im Büro von Marcel Lods), arbeitete sie von 1952 bis 1962 hauptsächlich als freie Mitarbeiterin für Kurt Stögerer, den Dombaumeister von St. Stephan in Wien. Seit ihrer Befugnis als Architektin im Jahre 1962 war Dietlind Erschen auf mehreren Gebieten tätig, unter anderem im Industriebau, Wohnbau und Bürohausbau und führte Blocksanierungsstudien sowie diverse andere Studien durch.

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