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Castelligasse 3

Fakten

Castelligasse 3

Castelligasse 3, 1050 Wien

Baujahr: 1972-1973

Wohnungen: 35

Architekt: Franz Marx

Weitere Adressen

Gartengasse 10-12, 1050 Wien

Wohnen in Wien

In den 1970er-Jahren begann eine erste Sanierungswelle des Wohnungsaltbestands der Stadt Wien, um den Wohnstandard anzuheben. Zusätzlich wurden von 1972 bis 1977 rund 16.500 neue Wohnungen gebaut. Der Wohnungsmangel war beseitigt. Nun sollten sich neue Anlagen auch besser in ihre Umgebung einfügen, sich vom Straßenverkehr abwenden, öffentlich gut erreichbar und vor allem mit der nötigen Nahversorgung ausgestattet sein. Damit rückte auch ein Grundgedanke des "Roten Wien" aus den 1930er-Jahren wieder in den Mittelpunkt: Es wurde wieder Wert auf die Sozialisierung des Wohnens gelegt. 1978 wurde die Grundsteinlegung der 200.000sten Wohnung seit 1923 gefeiert.

Geschichte

Im Bereich Castelligasse/Siebenbrunnengasse lag einst der verschwundene mittelalterliche Ort Breitenstätten, auf dessen Areal sich zwischen 1555 und 1568 die Margaretener Vorstadt Nikolsdorf entwickelte. Die Vorstadt, die als planmäßige Gassensiedlung entstand, erhielt ihren Namen durch das Kloster St. Nikolai in der heutigen Singerstraße, das hier über Grundbesitz verfügte. 1727 ging dieser schließlich an die Gemeinde Wien über. Heute findet man unter dieser Adresse den Seniorentreff "Zum fröhlichen Kaffeeplauscherl".

Die Architektur

Die Eckparzelle wurde an den Straßenfronten Castelligasse und Gartengasse mit einem sechsgeschoßigen Wohnhaus samt ausgebautem Dachgeschoß und hofseitiger Terrasse verbaut. Der Grundbaukörper besteht aus jeweils sieben Achsen breiten Fassaden und wird durch eine schmale, dunkelgraue Sockelzone gegliedert. Hier befinden sich das Hauptportal sowie der Eingang zu den Räumlichkeiten des Pensionistenklubs. Die Frontfassade in der Castelligasse wird von einem Seiten- und einem Mittelrisaliten bestimmt. In der Gartengasse teilt sich die Fassade in einen Mittel- und zwei Seitenrisalite. Die Mittelrisalite weisen in den oberen Etagen jeweils breite Fensterbänder auf. Als schmückende Elemente fungieren vertikale Wellblechkonstruktionen im Bereich der Mauerlaibungen, ein zusätzliches Highlight sind die querliegenden Fenster im Parapethbereich. Die jeweils um einen Halbstock versetzten Fenster des Stiegenhauses werden in der Castelligasse durch einen mittig gelegenen Dacherker abgeschlossen, der als Liftüberhöhung dient. Die Rückfronten entsprechen in den Hauptgliederungselementen der Vorderfront, kommen jedoch ohne Risalite aus. Der Hof weist neben den PKW-Abstellplätzen auch eine gärtnerisch gestaltete Grünfläche auf.

Der Name

Die Verbindung zwischen Rampersdorfergasse und Schloßgasse hieß zuerst Zwerchgasse und danach - vor der Umbenennung in Castelligasse - Traubengasse. Sie wurde nach Dr. Ignaz Castelli (1781-1862), Schriftsteller und Begründer des "Vereins gegen die Misshandlung der Tiere in Wien", dem Vorläufer des heutigen Tierschutzvereins, benannt. Castelli erhielt ein Ehrengrab am Wiener Zentralfriedhof, dessen Grabstein ein Porträtkopf des Bildhauers Hans Scherpe krönt.

Sanierung

von 1995 bis 1996

Die Wohnhausanlage wurde in den Jahren 1995 und 1996 saniert. Durch die Erneuerung der Fenster und Türen konnten die Heizkosten für die Mieterinnen und Mieter, aber auch die Kohlendioxid-Belastung für die Umwelt gesenkt werden.

Architekten

Franz Marx - Franz Marx (geb. 1926) studierte Architektur an der Technischen Hochschule Wien. Nach seinen Plänen wurden in Wien zahlreiche Wohnhäuser errichtet. Für die Gemeinde Wien entwarf er unter anderem den Alois-Küblböck-Hof in Wien 15 (Grimmgasse 11-13, 1965-1967) und die Wohnhäuser Castelligasse 3 in Wien 5 (1972/73) und Salzergasse 14 in Wien 9 (1969/70).

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