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Spengergasse 30-32

Fakten

Spengergasse 30-32

Spengergasse 30-32, 1050 Wien

Baujahr: 1970-1972

Wohnungen: 31

Architekt: Franz Marx

Weitere Adressen

Bacherplatz 5, 1050 Wien

Wohnen in Wien

In den 1960er-Jahren nahm der Wohnbau in Wien bis hin zum Wohnungsbauboom der 1970er-Jahre kontinuierlich zu. Die Grundlage dafür bildeten 1961 ein städtebauliches Konzept und ein Generalverkehrsplan von Roland Rainer. Der geplante U-Bahn-Bau sowie die Erschließung bisheriger Randgebiete nördlich der Donau förderten diese Entwicklung. Besonders am südlichen und östlichen Stadtrand gab es Grundstücke zu günstigen Preisen, auf denen neue große Wohnviertel geschaffen wurden. Die neue Fertigteilbauweise mit vorgefertigten Betonelementen erlaubte es, in kurzer Zeit ganze Stadtteile neu zu errichten.

Geschichte

In der Spengergasse 30-32 befindet sich das Klublokal des Kooperationsgebietes "Zentrum Fünf" der SPÖ Margareten, das die Sektionen 13 und 15 betreut. Die Sektion wurde von Alexander Blum als Sektion 10 im Jahr 1945 gegründet und bis 1985 geleitet. Nachfolgerin Blums wurde die spätere Stadträtin Renate Brauner, die aufgrund ihrer neuen Funktionen von Ditmar Wenty 1994 abgelöst wurde. In die Anfangszeit Brauners fällt auch die Übersiedlung des Lokals in die Spengergasse, wo sich heute außerdem der Sitz der "Sozialistischen Jugend Margareten" sowie das "Dokumentationszentrum für ost- und mitteleuropäische Literatur" befinden.

Die Architektur

Die L-förmige Wohnhausanlage besitzt einen sechsgeschoßigen, neun Fensterachsen breiten Haupttrakt entlang der Spengergasse sowie einen siebengeschoßigen Hofquertrakt, der über einen separaten Eingang verfügt. Die Straßenfront ist nur wenig gegliedert, die gesamte Fassade wirkt jedoch durch die Anordnung der Fensterreihen symmetrisch. Der Mittelteil des Gebäudes wird durch quadratische Putzfelder zwischen drei Fensteröffnungen betont, die jeweils von vertikalen, zweiflügeligen Fensterreihen umrahmt werden. Die dunkler gefärbten Felder strukturieren die Wandfläche und geben ihr ein deutliches Relief, sodass eine karoähnliche Optik entsteht. Die ansonsten sehr schlicht gehaltene Fassade wird von einem Satteldach bekrönt.

Bestimmendes gestalterisches Element der Hoffassade ist der mittig gelegene, zweiachsige, sechsgeschoßige Loggienvorbau, den sich jeweils zwei Wohnungen teilen. Der Längstrakt verfügt ebenfalls über einen seitlichen, jedoch einachsigen Loggienvorbau. An der verbleibenden Gebäudeseite bewahren horizontale Fensterreihen, die durch großflächige und dunkel gefärbte Putzfelder voneinander getrennt sind, die Symmetrie. Die L-Form des Wohnhauses ermöglicht zudem eine großzügige Hofgestaltung, die teilweise als Stellplatz für PKW genutzt wird.

Der Name

Die Straßenverbindung, die Ende des 19. Jahrhunderts von der Stolberggasse bis zur Schönbrunner Straße verlängert wurde, besteht seit ca. 1830. Benannt wurde die Gasse nach dem Gastwirt Melchior Spenger (1676-1752), einstiger Ortsrichter von Magdalenengrund und Mariahilf.

Sanierung

von 2016 bis 2017

Für die Wohnhausanlage ist ab 2016 eine Sanierung geplant. Das Dach soll neu gedeckt werden, und durch die Instandsetzung der Fenster und Türen sowie durch ein Wärmedämmverbundsystem für die Fassade sollen die Heizkosten für die Mieterinnen und Mieter, aber auch die Kohlendioxid-Belastung für die Umwelt gesenkt werden.

Architekten

Franz Marx - Franz Marx (geb. 1926) studierte Architektur an der Technischen Hochschule Wien. Nach seinen Plänen wurden in Wien zahlreiche Wohnhäuser errichtet. Für die Gemeinde Wien entwarf er unter anderem den Alois-Küblböck-Hof in Wien 15 (Grimmgasse 11-13, 1965-1967) und die Wohnhäuser Castelligasse 3 in Wien 5 (1972/73) und Salzergasse 14 in Wien 9 (1969/70).

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