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Wiedner Hauptstraße 119

Fakten

Wiedner Hauptstraße 119

Wiedner Hauptstraße 119, 1050 Wien

Baujahr: 1955-1956

Wohnungen: 67

Architekt: Matthäus Jiszda II.

Weitere Adressen

Hauslabgasse 42, 1050 Wien

Wohnen in Wien

In den 1950er-Jahren ging es vor allem darum, Zerstörtes wieder aufzubauen und viele neue Wohnungen zu errichten. In den kommunalen Wohnbauten dieser Zeit finden sich die ersten Ansätze der sich später durchsetzenden Zeilenbauweise, die bis heute die großen Vorstadtsiedlungen prägt. Die Wohnbauten wurden größer, höher und waren verstärkt in Blockform gestaltet. Das Flachdach setzte sich durch. Alle neu gebauten Wohnungen waren mit Badezimmern und WC ausgestattet und die Mindestgröße wurde von 42 auf 55 Quadratmeter angehoben.

Geschichte

Der Maler und Graphiker Arnulf Neuwirth (geb. 1912 in Gablitz), der von 1950-73 der Wiener Künstlergruppe "Der Kreis" als Präsident vorstand und unter anderem auch als Schriftsteller tätig war, schuf für die neu errichtete Wohnhausanlage an der Wiedner Hauptstraße 119 ein Sgraffitowandbild, das den Namen "Kalenderjahr" trug. Das monumentale Wandbild, das vor der Sanierung der Anlage fast die gesamte Fläche der Gebäudewand in der Geigergasse Ecke Wiedner Hauptstraße zierte, bot den vorbeikommenden Passanten ein gutes Beispiel der Schaffenskunst Neuwirths, der in seinen Werken stark vom französischen Surrealismus beeinflusst wurde.

Die Architektur

Die in den Jahren 1955-56 nach Plänen des Architekten Matthäus Jiszda errichtete Wohnhausanlage besteht aus drei Trakten, die von drei Straßen (Wiedner Hauptstraße, Geigergasse, Hauslabgasse) begrenzt werden, deren Verlauf sie folgen. Damit ist insgesamt ein "Superblock" entstanden, der die Geigergasse überbaut und damit eine Verbindung zu den zwei in L-Form konzipierten Seitentrakten herstellt. Die Wohnungen werden über zwei innen liegende Stiegenhäuser erschlossen, die Gebäude sind sechsgeschoßig und unterkellert und werden nach oben hin durch Satteldächer abgeschlossen. Bei Stiege 2 wurde zusätzlich das Dachgeschoß ausgebaut. Die Strenge der klaren, kubischen Baukörper wird durch das bestimmende Thema der Fassadengliederung - horizontal und vertikal streng gereihte Fensterachsen - in ihrer Wirkung unterstrichen. Lediglich die Absetzung des Mittelteils und des Seitenrisalits am angrenzenden rechten Nachbargebäude erwirkt eine farbige Auflockerung. Der die Geigergasse überspannende Trakt wird durch insgesamt sechs Mauerpfeiler gestützt, die die Farbwahl der gesamten Erdgeschoßzone mit ihren vielen Geschäftslokalitäten weiterführen. Durch die Auflösung in mehrere Trakte werden alle Wohnungen großzügig mit Tageslicht versorgt.

... und die Kunst

Ein monumentales Sgraffitowandbild des Künstlers Arnulf Neuwirth musste im Zuge der Sanierung abgenommen werden.

Der Name

Die Wiedner Hauptstraße, eine über zwei Bezirke angelegte Verbindung (4. und 5. Bezirk), besteht seit 1862 und hieß zuvor Alte Wieden Hauptstraße, danach Matzleinsdorfer Hauptstraße und vor der letzten Umbenennung Matzleinsdorfer Straße. Die Wiedner Hauptstraße erinnert an den Ort Wieden, der 1211 als "Widen" erstmals urkundlich erwähnt wurde. Er wurde 1850 eingemeindet und ist Namensgeber des 4. Gemeindebezirkes.

Sanierung

von 2005 bis 2007

Die Wohnhausanlage wurde in den Jahren 2005 bis 2007 saniert. Durch die Erneuerung der Fenster und Türen sowie durch das Wärmedämmverbundsystem für die Fassade konnten die Heizkosten für die Mieterinnen und Mieter, aber auch die Kohlendioxid-Belastung für die Umwelt gesenkt werden. Die Kosten beliefen sich auf 975.300 Euro, davon konnten 291.544 Euro durch Förderungen gedeckt werden.

Architekten

Matthäus Jiszda II. - Matthäus Jiszda II. (1908-1998) studierte an der Akademie der bildenden Künste in Wien bei Clemens Holzmeister und Peter Behrens. Er entwarf hauptsächlich Betriebswerkstätten für Industriekonzerne; für die Gemeinde Wien plante er unter anderem den Salvador-Allende-Hof in Wien 11 (mit Otto Frank und Richard Horner) sowie den Karl-Wrba-Hof in Wien 10 (mit seinem Sohn Matthäus Jiszda III.).

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