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Laurenzgasse 14-18

Fakten

Laurenzgasse 14-18

Laurenzgasse 14-18, 1050 Wien

Baujahr: 1950-1951

Wohnungen: 107

Architekt: Franz Wosatka, Bruno Tinhofer

Weitere Adressen

Hauslabgasse 21, 1050 Wien

Hauslabgasse 20, 1050 Wien

Wohnen in Wien

Ab 1949 war der Wohnbau zahlenmäßig wieder auf dem Niveau des "Roten Wien" der Zwischenkriegszeit. Doch noch war die Bevölkerung verarmt und oft obdachlos. Kleine Duplex-Wohnungen, die später zusammengelegt werden konnten, linderten schließlich die Wohnungsnot. 1951 wurde Franz Jonas, Sohn einer Arbeiterfamilie, Bürgermeister von Wien. In seine Amtszeit fiel die rege Bautätigkeit im Rahmen des Projektes "Sozialer Städtebau" ab 1952. Das 8-Punkte-Programm hatte die Trennung von Wohn- und Gewerbebereichen, eine Auflockerung der Wohnbereiche sowie die Assanierung einzelner Viertel zum Ziel. Die standardmäßige Ausstattung der Wohnungen wurde verbessert - alle neu gebauten Wohnungen waren mit Badezimmern ausgestattet und die Mindestgröße wurde von 42 auf 55 Quadratmeter angehoben.

Geschichte

Auf dem Areal der heutigen städtischen Wohnhausanlage befand sich einst ein um 1854 errichtetes Althaus, das im Jahre 1872 um einen fünfstöckigen Hoftrakt für den Besitzer des Hauses, Wenzel Swoboda, durch die "Allgemeine Bauunternehmung des Ad. Ritter v. Bergmüller & Comp." erweitert wurde. Die Hauslabgasse 19, ident mit Laurenzgasse 14, die Julius Knobl gehörte, ging während des Zweiten Weltkrieges in den Besitz der Gemeinde Wien über. Das Gebäude mit Vordertrakt und einstöckigem linken Seitenflügelhaus, das einst als Waschküche und später als Lager und Büro diente, wurde 1955 letztlich abgetragen.

Die Architektur

Die von den Architekten Franz Wosatka und Bruno Tinhofer realisierte Wohnhausanlage erstreckt sich mit seinen zwei Trakten samt ausgebauten Dachgeschoßen entlang der Laurenzgasse und der Hauslabgasse. Der in L-Form konzipierte Gebäudeteil ist gegliedert in eine zwölf Achsen breite Front in der Laurenzgasse und eine acht Achsen breite Front in der Hauslabgasse. Der die Hauslabgasse überspannende Trakt ist dem restlichen Baukörper etwas vorgesetzt und nimmt die Treppenhäuser 1 und 2 auf, die als durchlaufende Stiegenhauskerne mitsamt den sechs Stützen die Geschoße tragen. Der über die Straße gebaute Mittelteil wurde gleich zweifach akzentuiert: Durchgängige Balkonreihen gliedern das Gebäude horizontal, während die Stützkonstruktion durch einen Steinzeugfries der Künstlerin Hilde Uray hervorgehoben wird. Bezeichnend sind die großteils dreiteiligen Fensterelemente, die durch vereinzelte französische Fenster in der Front Laurenzgasse aufgelockert werden. Die Stirnseite wird durch zwei vertikale Fensterreihen gegliedert. Die beiden Baukörper sind sechsgeschoßig, in der Front Hauslabgasse jedoch wird die Höhendifferenz zum Nachbargebäude stufenartig ausgeglichen, sodass der letzte Teil auf sieben Geschoße aufgestockt wurde. Von der Hauslabgasse gelangt man in den großzügig angelegten Hofraum mit ausreichend Sitzgelegenheit und Kinderspielplatz für die Kleinsten, sodass man nicht zuletzt von der Vielfalt in der Anlage überrascht wird.

... und die Kunst

An der Stützbaukonstruktion des Wohnhauses hebt sich ein bemerkenswerter Fries der Bildhauerin Hilde Uray (1904 - 1990) ab, den die Künstlerin 1951 schuf. Die vielfachen inhaltlichen Aspekte - das Steinrelief versinnbildlicht spielende Kinder, so auch der gleichlautende Name des Werkes - zeichnen den Fries im Besonderen aus.

Der Name

Die Laurenzgasse wurde unter der Bezeichnung Laurenzergasse bzw. Laurenzergrund bereits zu Beginn des 19. Jahrhunderts angelegt. Die Gasse erhielt ihren Namen zur Wahrung des Ortsnamens Laurenzergrund, der damalig im Besitz des Klosters St. Lorenz war und sich im Laufe der Zeit zur Vorstadt Wiens entwickelte (in etwa auf dem Areal der 1965 abgebrochenen Florianikirche). 1533 vereinigten sich die Nonnen von Maria Magdalena vor dem Schottentor mit den Laurenzerinnen, wodurch u. a. auch ihr Hof in Matzleinsdorf in deren Hände gelangte. Durch die Vergrößerung des Besitzes entwickelte sich in Folge die kleine Vorstadt Laurenzergrund, die letztlich 1806 von der Gemeinde Wien angekauft wurde.

Prominente Bewohner

Unweit der Wohnhausanlage in der Laurenzgasse 14 - 18, stand in der Laurenzgasse Nr. 3, ein Biedermeierhaus aus dem Jahre 1833 von Architekt Josef Klee. Dort lebte der christliche Sozialreformer und Publizist Karl Freiherr von Vogelsang (1818 - 1890), dessen sozialpolitisches Programm später von Karl Lueger übernommen wurde.

Sanierung

von 1990 bis 2010

In der Wohnhausanlage wurde von 2007 bis 2010 eine Sockelsanierung durchgeführt. Neben der Neudeckung des Daches umfassten die Arbeiten auch die Erneuerung der Fenster, Türen sowie der Fassade. Dadurch sollen die Heizkosten für die Mieterinnen und Mieter, aber auch die Kohlendioxid-Belastung für die Umwelt gesenkt werden. Außerdem wurden die seit 1990 eingebauten Aufzüge instand gesetzt. Die Gesamtkosten für die Sanierung betragen 3.882.649 Euro, 2.642.219 Euro konnten durch Förderungen gedeckt werden.

Architekten

Franz Wosatka - Franz Wosatka (1900-1973) studierte ab 1920 bei Franz Krauss an der Akademie der bildenden Künste Wien. Unter anderem entwarf er für die Gemeinde Wien zusammen mit Bruno Tinhofer das Wohnhaus Laurenzgasse 14-18 in Wien 5 (1950/51).

Bruno Tinhofer - Bruno Tinhofer (1924-2005) studierte an der Akademie der bildenden Künste Wien bei Lois Welzenbacher, wo er später auch als Hochschulassistent tätig war. Neben dem Wohnbau gehörte vor allem auch der Schulbau zu seinem Schaffensschwerpunkt. Zu seinen Bauten zählen unter anderem die Volkshochschule am Arthaberplatz 18 in Wien 10 (mit Eduard Berger, Leopold Tinhof, 1960/61) und das Wohnhaus Rainergasse 6-8 in Wien 4 (1975-81).

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