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Hauslabgasse 24

Fakten

Hauslabgasse 24

Hauslabgasse 24, 1050 Wien

Baujahr: 1939-1939

Wohnungen: 29

Architekt: Karl Ehn

Wohnen in Wien

1938 wurde der Nationalsozialist Hermann Neubacher aus dem Bauressort Wiener Bürgermeister. Die nationalsozialistischen Stadtplaner wälzten pompöse Ideen und Pläne - in erster Linie Propagandamaßnahmen. Die systematische Zerstörung jüdischen Eigentums und Enteignungen - auch von Gemeindewohnungen - waren Teil dieser Stadtplanung. Während einige Architekten ihre Lizenz verloren, wurden andere mit der Errichtung von Volkswohnhäusern, Kasernen und Rüstungsbauten beauftragt. Entgegen den anfänglichen Plänen wurde mehr in Kriegsbauten als in den Wohnbau investiert - die heute noch existierenden Flaktürme wurden errichtet. Ab 1941 wurde die Bautätigkeit kriegsbedingt größtenteils eingestellt und die Strukturen der Stadtplanung wurden aufgelöst. Die Zerstörung großer Teile Wiens war Folge des Krieges.

Geschichte

Der Wagnerschüler Karl Ehn schuf in seiner langjährigen Tätigkeit im Wiener Stadtbauamt mehrere imposante soziale Wohnbauten, nach dem politischen Machtwechsel in den 1930er-Jahren blieb Ehn dieser Aufgabe treu, erhielt aber in der Zeit des Ständestaates keine großen Aufträge mehr. 1938 und 1939 konnte er lediglich einige Wohnhäuser errichten. Der Klieberpark, der sich zwischen Kliebergasse, Wiedner Hauptstraße und Hauslabgasse mit rund 3.300 m² erstreckt, grenzt gleich an drei Bauten, darunter zwei Gemeindebauten (Hauslabgasse 24 und Wiedner Hauptstraße 103) und der ehemalige Pfarrhof Sankt Florian, die nach Plänen Ehns errichtet wurden. Ebenfalls in diesem Zeitraum entstanden die Hauslabgasse 25 und der nicht unweit entfernte Gemeindebau in der Gassergasse 24/Ecke Kliebergasse. Allen diesen Gemeindebauten gemein ist die unfreiwillige Vermischung politischer Inhalte mit architektonischen Formen: die expressive Selbstdarstellung der Architektur des Roten Wien wurde zugunsten einer realen Schlichtheit aufgegeben.

Die Architektur

Das in S-Form konzipierte viergeschoßige Wohnhaus wurde längs des Klieberparkes auf einer sehr schmalen Bauparzelle errichtet. Die Wohnungen werden über innen liegende Stiegenhäuser erschlossen, der Hauseingang befindet sich in der Hauslabgasse. Die vier Achsen breite Front in der Hauslabgasse wird durch einen Seitenerker über drei Geschoße akzentuiert. Markanteste Gestaltungsmerkmale der Wohnhausanlage sind die über drei Geschoße ausgebildeten Balkonreihen an den Hauptfronten, die die parkseitigen Aufrisse gliedern, sowie die kleinformatigen Fensteröffnungen des Dachbodens, die die Fassade nach oben hin abschließen. Der nüchtern-abstrakte Rhythmus der horizontal und vertikal streng gereihten Fensterachsen wird durch die plastisch wirkenden Balkone mit den ums Eck geführten Fensterbändern aufgelockert und der Fassade nicht zuletzt Transparenz verliehen; die Plastizität des Baukörpers mit den sehr klaren und einfachen Strukturen, kombiniert mit plakativen Details ist bezeichnend für die Architektur Karl Ehns und seine Tätigkeit für das Rote Wien.

Der Name

Der Namensgeber dieser seit 1891 existierenden Gasse, Franz Ritter von Hauslab (1798-1883), war General, Maler und Kartograf. 1848 befehligte er als Generalmajor die Artillerie bei der Belagerung Wiens, von 1860-65 diente von Hauslab als Chef des wissenschaftlichen Komitees des Kriegsministeriums und war außerdem Erzieher von Erzherzog Albrecht sowie Lehrer des künftigen Kaisers Franz Joseph I und seines Bruders Erzherzog Ferdinand Maximilian. Als Kartograf führte Franz Ritter von Hauslab die Farblithographie in die Kartografie ein.

Sanierung

von 2015 bis 2017

In der Wohnhausanlage wird eine Sockelsanierung durchgeführt. Die Kamine werden instandgesetzt, die Fenster getauscht und die Türen erneuert sowie eine Fassadendämmung durchgeführt. Durch diese Maßnahmen werden die Heizkosten für die Mieterinnen und Mieter, aber auch die Umweltbelastung gesenkt.

Architekten

Karl Ehn - Karl Ehn (1884-1959) studierte von 1904 bis 1907 an der Akademie der bildenden Künste Wien bei Otto Wagner. Bereit 1908 trat er in den Dienst des Wiener Stadtbauamts. Vor dem Ersten Weltkrieg errichtete er vor allem Nutzbauten wie etwa Lagerhäuser für die Gemeinde Wien. In den 1920er- und 1930er-Jahren entstanden zahlreiche Wohnhausanlagen nach seinen Entwürfen, darunter auch sein prominentestes Bauwerk: der Karl-Marx-Hof in Wien 19. Auch nach dem Zweiten Weltkrieg war Ehn noch als Architekt tätig. Sein letztes Bauwerk, der Karl-Schönherr-Hof in Wien 9, wurde 1952 vollendet.

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