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Hauslabgasse 25

Fakten

Hauslabgasse 25

Hauslabgasse 25, 1050 Wien

Baujahr: 1938-1938

Wohnungen: 29

Architekt: Karl Ehn

Wohnen in Wien

1938 wurde der Nationalsozialist Hermann Neubacher aus dem Bauressort Wiener Bürgermeister. Die nationalsozialistischen Stadtplaner wälzten pompöse Ideen und Pläne - in erster Linie Propagandamaßnahmen. Die systematische Zerstörung jüdischen Eigentums und Enteignungen - auch von Gemeindewohnungen - waren Teil dieser Stadtplanung. Während einige Architekten ihre Lizenz verloren, wurden andere mit der Errichtung von Volkswohnhäusern, Kasernen und Rüstungsbauten beauftragt. Entgegen den anfänglichen Plänen wurde mehr in Kriegsbauten als in den Wohnbau investiert - die heute noch existierenden Flaktürme wurden errichtet. Ab 1941 wurde die Bautätigkeit kriegsbedingt größtenteils eingestellt und die Strukturen der Stadtplanung wurden aufgelöst. Die Zerstörung großer Teile Wiens war Folge des Krieges.

Geschichte

Der Wagner-Schüler Karl Ehn schuf in seiner langjährigen Tätigkeit im Wiener Stadtbauamt mehrere imposante soziale Wohnbauten. Nach dem politischen Machtwechsel in den 1930er-Jahren blieb Ehn dieser Aufgabe treu, erhielt aber während des Ständestaates keine großen Aufträge mehr. 1938 und 1939 konnte er lediglich einige Wohnhäuser errichten. Der Klieberpark, der sich zwischen Kliebergasse, Wiedner Hauptstraße und Hauslabgasse mit rund 3.300 m² erstreckt, grenzt gleich an drei Bauten, die nach Plänen Ehns errichtet wurden, darunter zwei Gemeindebauten (Hauslabgasse 24 und Wiedner Hauptstraße 103) und der ehemalige Pfarrhof Sankt Florian. Ebenfalls in diesem Zeitraum entstanden die Hauslabgasse 25 und der nicht weit entfernte Gemeindebau in der Gassergasse 24/Ecke Kliebergasse. Was allen Gemeindebauten anheim ist, ist die unfreiwillige Vermischung politischer Inhalte mit architektonischen Formen: Die expressive Selbstdarstellung der Architektur des "Roten Wien" wurde zugunsten einer realen Schlichtheit aufgegeben.

Die Architektur

Das sieben Achsen breite, fünfgeschoßige Wohnhaus mit ausgebautem Keller wurde längs der Hauslabgasse errichtet. Der zurückversetzte Mittelteil, der das innen liegende Stiegenhaus aufnimmt und die zwei Seitenteile überhöht, bewirkt eine Dreiteilung des Baukörpers. Die charakteristisch horizontal und vertikal streng gereihten Fensterachsen sorgen für ein symmetrisches Aussehen, akzentuiert durch andersfärbige, schlichte Fensterumrahmungen und aufgelockert durch kleinquadratische Öffnungen zwischen einzelnen Fensterreihen. Besonders auffallend ist der mit Klinker bestückte schmale Sockel und die ebenfalls mit Klinker versehene Eingangssituation, wo pilasterartig das überdachte Eingangstor begrenzt wird. Treppaufwärts gelangt man in den ersten Stock, an der linken Seite führt eine Stiege zu einem Seitenportal, das in den Hofgarten führt. Die Rückfront führt das Fassadenthema der Vorderfront weiter, ist jedoch zusätzlich durch einen Mittelrisalit akzentuiert.

Der Name

Der Namensgeber der Gasse (existent seit 1891), Franz Ritter von Hauslab (1798 - 1883), war General, Maler und Kartograf. 1848 befehligte er als Generalmajor die Artillerie bei der Belagerung Wiens, von 1860 - 1865 diente von Hauslab als Chef des wissenschaftlichen Komitees des Kriegsministeriums und war außerdem Erzieher von Erzherzog Albrecht sowie Lehrer des künftigen Kaisers Franz Joseph I. und seines Bruder Erzherzog Ferdinand Maximilian. Als Kartograf führte Franz Ritter von Hauslab die Farblithographie in die Kartografie ein.

Sanierung

von 2015 bis 2017

In der Wohnhausanlage wird eine Sockelsanierung durchgeführt. Das Dach wird neu gedeckt, und durch die Erneuerung der Fenster und Türen sowie durch ein Wärmedämmverbundsystem für die Fassade werden die Heizkosten für die Mieterinnen und Mieter, aber auch die Kohlendioxid-Belastung für die Umwelt gesenkt.

Architekten

Karl Ehn - Karl Ehn (1884-1959) studierte von 1904 bis 1907 an der Akademie der bildenden Künste Wien bei Otto Wagner. Bereit 1908 trat er in den Dienst des Wiener Stadtbauamts. Vor dem Ersten Weltkrieg errichtete er vor allem Nutzbauten wie etwa Lagerhäuser für die Gemeinde Wien. In den 1920er- und 1930er-Jahren entstanden zahlreiche Wohnhausanlagen nach seinen Entwürfen, darunter auch sein prominentestes Bauwerk: der Karl-Marx-Hof in Wien 19. Auch nach dem Zweiten Weltkrieg war Ehn noch als Architekt tätig. Sein letztes Bauwerk, der Karl-Schönherr-Hof in Wien 9, wurde 1952 vollendet.

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