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Gassergasse 48-50

Fakten

Gassergasse 48-50

Gassergasse 48-50, 1050 Wien

Baujahr: 1961-1962

Wohnungen: 51

Architekt: Oskar Trubel

Weitere Adressen

Hollgasse 6, 1050 Wien

Wohnen in Wien

In den 1960er-Jahren nahm der Wohnbau in Wien bis hin zum Wohnungsbauboom der 1970er-Jahre kontinuierlich zu. Die Grundlage dafür bildeten 1961 ein städtebauliches Konzept und ein Generalverkehrsplan von Roland Rainer. Der geplante U-Bahn-Bau sowie die Erschließung bisheriger Randgebiete nördlich der Donau förderten diese Entwicklung. Besonders am südlichen und östlichen Stadtrand gab es Grundstücke zu günstigen Preisen, auf denen neue große Wohnviertel geschaffen wurden. Die neue Fertigteilbauweise mit vorgefertigten Betonelementen erlaubte es, in kurzer Zeit ganze Stadtteile neu zu errichten.

Geschichte

Die 1962 fertig gestellte Wohnhausanlage wurde im Rahmen einer Komplettsanierung vor einigen Jahren erneuert und die ehemals nüchterne Fassadengestaltung durch farbliche Akzente belebt. Im Hof befindet sich parallel zur Front in der Hollgasse ein ebenerdiger Zubau, der als Kindertagesheim genützt wird. Die Erdgeschoßzone in der Gassergasse war vor der Sanierung mit bunten Kinderbemalungen versehen, über dem Eingang war die Aufschrift "Kinderzentrum Margarethen" zu lesen. Das angrenzende Nachbarhaus Nr. 44-46 beherbergt eine Volks- und Hauptschule der Stadt Wien, erbaut 1909 durch das Wiener Stadtbauamt. Mit seiner klaren und funktionalistischen Gliederung wendet sich der Bau vom historischen Schema einiger Wiener Schulbauten um 1910 deutlich ab. Zugleich ist diese architektonische Auffassung, die den Schulbau an den Fabriksbau annähert, auch eine stilsichere Ausgangsbasis für die großen Gemeindebauten der Zwischenkriegszeit.

Die Architektur

Die Baulücke in der Gassergasse, Ecke Hollgasse, wurde mit einem sechsgeschoßigen Wohnhaus in U-Form geschlossen. Die Anlage umfasst drei Stiegen, die hofseitig zu erschließen sind. Der Innenhof wird durch ein gitterartiges Portal von der Hollgasse aus betreten. Im Hof wurde zusätzlich ein ebenerdiger, unterkellerter Zubau geschaffen, der das Kindertagesheim und ein Magazin aufnimmt. Die erforderlichen PKW-Stellplätze sind in der benachbarten städtischen Wohnhausanlage Theodor-Körner-Hof untergebracht. Über dem Souterrain erhebt sich die glatte Fassadenwand der oberen Etagen. Die Südwestansicht in der Hollgasse ist durch sechs Achsen, die Front Gassergasse durch dreizehn Achsen gegliedert. Die monotone Aneinanderreihung der dreisprossigen Fensteröffnungen wird lediglich durch bodentiefe, französische Fenster aufgelockert, die durch farbige Absturzsicherungen und verschiedenfärbige Putzfelder die Vertikale zusätzlich betonen. Auch die Fensterlaibungen sind dieser Farbwahl angepasst. Die Hoffronten führen das Grundthema der Farbgestaltung weiter, verzichten jedoch auf französische Fenster, betont werden hier lediglich die einzelnen Treppenhäuser. Das als U-Form konzipierte Gebäude ermöglicht einen großzügigen Innenhof, der gärtnerisch gestaltet wurde.

Der Name

Die Gassergasse, seit 1875 nach dem Kärntner Bildhauer und Akademieprofessor Hanns Gasser (1817-68) benannt, trug vorher den Namen Raingasse. Gasser studierte an der Wiener Akademie bei Prof. Käßmann, war kurze Zeit in München tätig und kehrte 1846 nach Wien zurück, wo er zahlreiche bauplastische Arbeiten ausführte (u. a. Arsenal, Bank- und Börsengebäude von H. Ferstel in der Herrengasse). Weitere berühmte Werke sind die Kaiserin-Elisabeth-Statue (1860), das Grabmal für W. A. Mozart am Zentralfriedhof (1859, später leicht verändert durch F. Pönninger), der Opern-Brunnen (1868) sowie unzählige Porträtbüsten und Statuetten.

Sanierung

von 2006 bis 2007

Die Wohnhausanlage wurde in den Jahren 2006 und 2007 saniert. Durch die Erneuerung der Fenster und Türen sowie durch das Wärmedämmverbundsystem für die Fassade konnten die Heizkosten für die Mieterinnen und Mieter, aber auch die Kohlendioxid-Belastung für die Umwelt gesenkt werden. Die Kosten beliefen sich auf 661.900 Euro, davon konnten 161.233 Euro durch Förderungen gedeckt werden.

Architekten

Oskar Trubel - Oskar Trubel (1915-1977) studierte ab 1948 Architektur bei Lois Welzenbacher an der Akademie der bildenden Künste Wien. In den Jahren nach dem Zweiten Weltkrieg war er am Wiederaufbau und der Errichtung zahlreicher Wohnhäuser beteiligt. Für die Gemeinde Wien entwarf Trubel unter anderem die Wohnhäuser Bernardgasse 10 in Wien 7 (1949/50), Molitorgasse 5-9 in Wien 11 (1948-1950) und die Anlage Gassergasse 48-50 in Wien 5 (1961-1962).

Freie Lokale

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