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Rechte Wienzeile 71

Fakten

Rechte Wienzeile 71

Rechte Wienzeile 71, 1050 Wien

Baujahr: 1937-1937

Wohnungen: 51

Architekt: Konstantin Peller

Weitere Adressen

Zum Wassermännlein , 1050 Wien

Wohnen in Wien

Aufgrund der katastrophalen wirtschaftlichen Lage verschlechterten sich die Rahmenbedingungen für den kommunalen Wohnbau massiv. Dazu kam, dass die Stadt Wien mit der Ausschaltung des Parlaments und der Einführung einer autoritären ständestaatlichen Verfassung 1934 den Status als eigenes Bundesland verlor, es wurde zur "bundesunmittelbaren Stadt" erklärt, die demokratische Stadtverwaltung des Amtes enthoben. Von Regierungsseite starteten Aktionen zur Errichtung von Erwerbslosensiedlungen in Randgebieten.

Geschichte

Die beiden Wohnhäuser Nr. 69 und 71, an der damaligen Wienstraße, wie die Rechte Wienzeile vor der Regulierung des Wienflusses genannt wurde, gelegen, waren einst durch einen Zubau miteinander verbunden. 1927 wurden auf den Liegenschaften zwei nicht unterkellerte, hölzerne Schuppen sowie ein ebenerdiges Gebäude zur Unterbringung eines Kanzlei-, Wasch- und Tagraumes errichtet. Nach Plänen von Konstantin Peller entstand 1937 das Wohnhaus "Zum Wassermännlein", auf dessen Grundstück auch ein städtisches Straßenpflegerdepot eingeplant wurde.

Die Architektur

Mit seiner Krümmung folgt das fünfgeschoßige Gebäude der Kurve der nördlich verlaufenden Rechten Wienzeile und nimmt so Bezug zur Struktur des Straßennetzes. Trotz annähernd gleicher Fassadengestaltung wirkt das Bauwerk durch die Straßenkrümmung dreigeteilt: Der Mittelteil, etwas überhöht, wird nach oben hin durch ein Satteldach mit Gaupen abgedeckt; d sechs Achsen breite Fassade wird nicht nur durch Lisenen belebt, sondern erlangt insbesondere durch das Relief über dem Einganstor Attraktivität. Die beiden "Seitentrakte", dem Mittelteil etwas vorgelagert, sind einheitlich mit abwechselnd zwei- und dreisprossigen Fenstern gestaltet und werden lediglich durch die kleinformatigen Fensteröffnungen der drei freitragenden Hauptstiegen in ihrer Symmetrie unterbrochen. Durch das Eingangstor, das gleichzeitig als Ein- und Ausfahrt dient, gelangt man in einen liebevoll angelegten Grünbereich, der zum Verweilen einlädt.

... und die Kunst

Der Künstler Otto Hoffner schuf für die Wohnhausanlage 1937 Relief und Gedenktafel "Zum Wassermännlein". Das Relief, über dem Eingangstor angebracht, zeigt das Wassermännlein und seine Opfer. Die Gedenktafel mit der Kurzfassung der Sagevom Wassermännlein befindet sich im Hausflur.

Der Name

Der Name des Wohnhauses bezieht sich auf das Wassermännlein, das laut Sage hier in der Wien gehaust haben soll: "Vor vielen Jahren saß bisweilen ein Männlein, das seine Wohnung unter dem Wasser hatte, auf dem Wehr der Wien, lockte die Leute in seine Nähe und suchte sie ins Wasser zu ziehen. Alljährlich holte es sich wenigstens ein Opfer. Und das Wasser versiegte nicht, solange das Männlein sein Unwesen trieb." (Text der Gedenktafel).

Prominente Bewohner

An der Rechten Wienzeile wurde nicht nur der Volksschauspieler Hans Moser geboren, sondern auch der Filmschauspieler und Regisseur Willi Forst. Hans Moser erblickte am 6. August 1880 als Sohn des Malers Jean Julier im Haus Nr. 93 das Licht der Welt, Willi Forst wurde am 7. April 1903 als Wilhelm Fross im Haus Nr. 101 geboren.

Sanierung

von 1987 bis 1988

Der Einbau der Aufzüge erfolgte im Zuge von Sanierungsmaßnahmen in den Jahren 1987/88. Ab 2014 ist eine Sockelsanierung vorgesehen. Das Dach soll neu gedeckt werden, und durch die Erneuerung der Fenster und Türen sowie durch ein Wärmedämmverbundsystem für die Fassade sollen die Heizkosten für die Mieterinnen und Mieter, aber auch die Kohlendioxid-Belastung für die Umwelt gesenkt werden.

Architekten

Konstantin Peller - Konstantin Peller (1887-1969) studierte an der Akademie der bildenden Künste Wien in der Meisterschule von Otto Wagner. Er arbeitete zunächst als freischaffender Architekt sowie für kurze Zeit mit Josef Ludwig, bevor er vor Beginn des Ersten Weltkriegs in das Wiener Stadtbauamt eintrat. Während seiner Tätigkeit in dieser Funktion entwarf er, oft in Zusammenarbeit mit Julius Stoik und Adolf Stöckl, mehrere städtische Wohnhausanlagen und war u. a. auch bei der Regulierung des Wienflusses tätig. 1945 wurde Peller zum Vorsitzenden der Stadtplanung und des Wiederaufbaus ernannt. Aufgrund seiner langjährigen Tätigkeit im Wiener Stadtbauamt hat Konstantin Peller mit der Gestaltung einer Reihe von Wohnbauten die Architektur des Roten Wien entscheidend mitgeprägt.

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