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Ziegelofengasse 17

Fakten

Ziegelofengasse 17

Ziegelofengasse 17, 1050 Wien

Baujahr: 1825

Wohnungen: 6

Architekt: Alois Hildwein

Wohnen in Wien

Nach dem endgültigen Zurückdrängen des Osmanischen Reiches zu Ende des 17. Jahrhunderts konnte in Wien und seinen zerstörten Vorstädten mit dem Wiederaufbau begonnen werden. Die stark einsetzende Bautätigkeit hatte eine Barockisierung des Stadtbildes zur Folge. Die weitreichenden Reformen unter Joseph II. führten 1783 auch zur Modernisierung der Stadtverwaltung. Die Einführung der ersten Hausnummern (Konskriptionsnummern) sowie die Entwicklung der Kanalisation und Straßenreinigung fallen in diese Zeit. Die Auflassung zahlreicher Klöster und Friedhöfe schuf zudem neue Bauplätze.

Geschichte

In Margareten, das 1861 von Wieden ausgegliedert wurde, waren im Bereich der heutigen Ziegelofengasse seit jeher Ziegelöfen angesiedelt. In mittelalterlichen Quellen wird wiederholt eine Ziegelgrube vor dem Schottentore erwähnt - 1264 soll ein großer Brand von dort ausgegangen sein, weitere Brände 1314 und 1327, bis schließlich die Ziegelgruben stadtauswärts verlegt wurden. Weitere Gruben lagen bei der heutigen Hessgasse und der Liechtensteinstraße sowie in Gumpendorf. Im 18. Jahrhundert befand sich jedoch der Großteil der Wiener Ziegelöfen auf dem Alsergrund, zwischen Lazarettgasse und Canisiusgasse.

Bereits im Jahr 1628 wurde auf dem Areal, auf dem 1825 nach Plänen von Alois Hildwein und unter Bauherrn Andreas Ecker das Biedermeierhaus entstand, ein Wohnhaus errichtet. Alois Hildweins Absichten sahen ursprünglich eine andere Fassadengestaltung vor, aus nicht näher bekannten Gründen wurde diese jedoch nur in vereinfachter Form ausgeführt.

Die Architektur

Das repräsentative Bürgerhaus mit Innenhof umfasst drei Hauptgeschoße sowie ein Kellergeschoß und weist charakteristische Merkmale eines spätbiedermeierlichen Wohnhauses auf. Unverkennbar sind der flache Mittelrisalit und das mittlere, von Pfeilern flankierte Rechteckportal. Die Nutung im Erdgeschoß ist noch in Resten vorhanden. Über einem Kordongesims befinden sich die beiden Obergeschoße mit einfachen Fensterumrahmungen und vertieften Rechteckfeldern zwischen den Geschoßen. In der ersten Etage sind die Fensteröffnungen mit geraden Verdachungen versehen. Der mit Stein umrahmte Mittelrisalit wird durch Riesenpilaster und Gebälk besonders hervorgehoben. In den mittleren drei Fenstern des ersten Obergeschoßes finden sich bekrönende Bogenfelder, die restliche Achse ist mit Rosettendekor in einem Bogenfeld verziert. Im Erdgeschoß liegt rechts neben dem Eingang ein Geschäftslokal, das früher eine Café-Konditorei und heute ein italienisches Restaurant beherbergt.

Durch eine gewölbte Einfahrt gelangt man in den schön gestalteten, begrünten Innenhof, der durch einen Zubau des Geschäftslokals erweitert wurde. Die Hoffront wurde modernisiert und mit neuen Fenstern ausgestattet. Lediglich die einfachen Fensterumrahmungen weisen noch auf den ehemaligen Formenreichtum des Gebäudes hin.

Der Name

Die Ziegelofengasse wurde nach den gemeindeeigenen Ziegelöfen, die in diesem Gebiet Ende des 17. Jahrhunderts bis ca. 1770 existierten, benannt. Um 1700 gab es hier lediglich einen Feldweg, der sich nach und nach zur Gasse ausbildete. Ehe die Ziegelofengasse 1862 ihren heutigen Namen erhielt, hieß sie Piaristengasse.

Sanierung

von 1988 bis 1989

Die Wohnhausanlage wurde in den Jahren 1988 und 1989 gänzlich saniert. Die Arbeiten umfassten eine Neudeckung des Daches sowie die Instandsetzung von Fassade, Fenstern und Türen. Die Kosten beliefen sich auf 690.828 Euro und konnte vollständig durch Förderungen gedeckt werden.

Architekten

Alois Hildwein - Baumeister Alois Hildwein (1789-1828) war der Sohn des bekannten Baumeisters Adam Hildwein (1759-1833), der schon seit 1789 in Wien als Baumeister konzessioniert war und nach dem frühen Ableben seines Sohnes dessen Gewerbe weiterführte. In den Wiener Vorstädten prägten Vater und Sohn durch zahlreiche Wohnhausbauten, die neben dezenten Fassadengliederungen meist halbrunde Wandfelder mit Reliefs oder Ornamenten über den Fenstern aufweisen, das Biedermeierbild ganzer Viertel. Zwischen 1823 und 1827 schuf Alois Hildwein 26 Neu- und Umbauten. Zu seinen Werken zählen unter anderem das Wiener Schottenstift sowie die Wohnhäuser in der heutigen Schottenfeldgasse 67 in Wien 7 (damalige Feldgasse 248) und in der Ziegelofengasse 17 in Wien 5 (damalige Piaristengasse). Seine Witwe Magdalena Hildwein führte das Unternehmen noch bis nach 1850 weiter.

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