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Einsiedlerplatz 7

Fakten

Einsiedlerplatz 7

Einsiedlerplatz 7, 1050 Wien

Baujahr: 1871

Wohnungen: 7

Architekt: Johann Friedl

Wohnen in Wien

Im 19. Jahrhundert wuchs als Folge der massiven Industrialisierung die Arbeiterschicht stark an, die Einwohnerzahl Wiens explodierte, vor allem auch durch den Zuzug aus den ländlichen Gebieten der Donaumonarchie. Die nötigen Wohnungen wurden nahezu ausschließlich von Privaten gewinnorientiert gebaut. Mietskasernen mit so genannten "Bassena-Wohnungen" - Zimmer, Küche, Wasser und WC auf dem Gang - entstanden. In den Jahren des Ersten Weltkrieges stagnierte die Bautätigkeit.

Geschichte

Zur Beseitigung des Wohnungselends kaufte der 1855 gegründete karitative Maria-Elisabeth-Verein Bauparzellen und ließ von Baumeister Johann Friedl 1871 die Arbeiterwohnhausanlage "Carolinum" mit fünf Häusern errichten. Die Wohnungen, die über einen Wasseranschluss und Toiletten am Gang verfügten, wurden zu niedrigen Mietzinsen an Arbeiterfamilien vergeben, daher auch der Name der "Arbeitergasse". Die Wohnhausanlage war einheitlich konzipiert und bestimmte mit ihrer rhythmischen Gliederung das gesamte Straßenbild.

Die Architektur

Das 1871 erbaute und für längere Zeit leer stehende Wohnhaus am Einsiedlerplatz 7 wurde im Sinne einer Kompletterneuerung 1991 saniert. Als Eckhaus besitzt es eine Fassade mit sieben Fensterachsen zum Einsiedlerplatz und eine sechs Achsen breite Fassade zur Arbeitergasse. Verbunden sind beide Fronten durch einen Mittelrisalit an der leicht abgeschrägten Hausecke, die Seitenachsen zeigen Bänderung. Die beiden Sprossenfenster des Risalits sind durch Sohlbänke miteinander verbunden und betonen die Ecksituation im Besonderen. Die Fassaden des Baukörpers sind klassisch gegliedert in Sockel, Mittelfeld und Abschlussgeschoß, sorgfältig profilierte Gesimsbänder trennen die einzelnen Zonen und gliedern das Gebäude vertikal. Das Erdgeschoß nimmt die Öffnungen zu den Geschäftsräumlichkeiten sowie den rundbogig konzipierten Hauseingang auf, der hier jedoch nur dezent in Erscheinung tritt. Rückwärts umschließt das Bauwerk einen kleinen rechteckigen und begrünten Innenhof.

Der Name

Der seit 1873 unter diesem Namen bekannte Einsiedlerplatz verdankt seinen Namen einer Einsiedelei, die 1763 von dem früheren Kirchendiener der Nikolsdorfer Kirche Matthäus Käufler gegründet wurde und wegen seines Todes (Käufler fiel einem Mord zum Opfer) in Vergessenheit geriet. Bereits in den 1930er-Jahren existierte auf der Trasse der heutigen Einsiedlergasse ein gleichnamiger Feldweg.

Sanierung

von 1990 bis 1991

Die Wohnhausanlage wurde in den Jahren 1990 und 1991 einer Totalsanierung unterzogen. Die Gesamtkosten beliefen sich auf 648.024 Euro, davon konnten 418.402 Euro durch Förderungen gedeckt werden.

Architekten

Johann Friedl - Der Stadtbaumeister Johann Friedl erbaute in der Zeit zwischen 1861 und 1885 einige Wohnhäuser in Wien, u. a. den heutigen Sitz der Gebietsbetreuung Margareten am Einsiedlerplatz 7. In Zusammenarbeit mit dem Maler Josef Kastner errichtete er die Klosterkirche der Schulschwestern in Wien 15, Fünfhausgasse 23.

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