Mobile Version aus nicht mehr nachfragen

Siebenbrunnengasse 63

Fakten

Siebenbrunnengasse 63

Siebenbrunnengasse 63, 1050 Wien

Baujahr: 1888-1890

Wohnungen: 12

Architekt: unbekannt unbekannt

Wohnen in Wien

Im 19. Jahrhundert wuchs als Folge der massiven Industrialisierung die Arbeiterschicht stark an, die Einwohnerzahl Wiens explodierte, vor allem auch durch den Zuzug aus den ländlichen Gebieten der Donaumonarchie. Die nötigen Wohnungen wurden nahezu ausschließlich von Privaten gewinnorientiert gebaut. Mietskasernen mit so genannten "Bassena-Wohnungen" - Zimmer, Küche, Wasser und WC auf dem Gang - entstanden. Viele mussten diese kleinen Wohnungen (zwischen 20 und 30 Quadratmetern) noch mit Bettgehern und Untermietern teilen, um die Miete zahlen zu können. In den Jahren des Ersten Weltkrieges stagnierte die Bautätigkeit.

Geschichte

In unmittelbarer Nähe des Wohnhauses liegt der Siebenbrunnenplatz. Zur Erinnerung an die ehemalige "Siebenbrunner Hofwasserleitung" und zu Ehren des damaligen Wiener Bürgermeisters Dr. Karl Lueger wurde 1904 auf dem Platz ein Brunnen errichtet. Das Werk des Bildhauers Richard Kauffungen zeigt die Vindobona, darunter ein Reliefbild Karl Luegers, sowie die Wappen der sieben ehemaligen Vorstädte Margaretens, aus denen 1862 der heutige 5. Bezirk entstanden ist (von 1850 bis 1862 bildeten Wieden und Margareten einen gemeinsamen Bezirk). Aufgrund der dort verlaufenden Wasserleitung herrschte im Quellgebiet im südwestlichen Bereich des Bezirks rund um das heutige Matzleinsdorfer Hochhaus bis 1870 weitgehend Bauverbot. Daher setzte die Bebauung südlich der Siebenbrunnengasse erst in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts ein. Zuvor befanden sich hier nur einzelne Häuserzeilen.

Das Mietshaus auf Nr. 63 wurde in den Jahren 1888 bis 1890 errichtet und im Laufe der Zeit mehrmals revitalisiert. Die Geschäftsräume im Erdgeschoß waren seit jeher ein beliebter Standort für Gastwirte und Händler, dementsprechend lang ist auch die Liste der verschiedenen Gaststätten und Verkaufsläden vor Ort.

Die Architektur

Die fünfgeschoßige Anlage aus der Gründerzeit besteht aus einer straßenseitigen Blockrandbebauung und wird durch einen Seitenflügel in der Siebenbrunnengasse erweitert. Das Gebäude ist klassisch dreigeteilt in Erdgeschoß, Hauptgeschoß und Dachzone. In der Siebenbrunnengasse befindet sich der seitliche Haupteingang, im Erdgeschoß sind Geschäftslokale untergebracht. Im Laufe der Zeit wurde das Haus mehrmals modernisiert und renoviert, weshalb der ursprüngliche Eindruck der Fassade nur mehr teilweise erhalten ist.
Umlaufende Gesimsbänder in den Etagen sorgen für eine horizontale Gliederung und trennen den Geschäftsbereich vom Wohnbereich. Auf die ursprüngliche Nutung der Fassade weisen nur noch die ersten beiden Geschoße hin. Auch die unterschiedlichen Fensterverdachungen sind lediglich in Ansätzen vorhanden und betonen insbesondere die abgeschrägte Hausecke. Die Fassade wird durch ein kräftiges Hauptsgesims abgeschlossen. Durch die Anordnung der Baublöcke und der damaligen Baugesinnung entsprechend, gibt es nur einen schmalen Innenhof, der durch eine kleine Mauer von den Nachbargrundstücken zur Högelmüllergasse hin getrennt ist.

Der Name

Zu Beginn der Neuzeit, als sich Wien zu einem größeren Gemeinwesen entwickelt hatte, wurde um 1553 die erste belegte Wasserleitung, die "Siebenbrunner Hofwasserleitung", errichtet. Die Leitung versorgte die kaiserliche Burg Ferdinand I. sowie einige andere Gebäude der Inneren Stadt, später auch einen Gemeindebrunnen am Margaretenplatz im heutigen 5. Bezirk. Die Siebenbrunnengasse, deren Benennungsdatum unbekannt ist, wie auch die Siebenbrunnenfeldgasse (1904) erhielten ihren Namen von den "sieben Brunnen", in denen das Wasser gesammelt und in die Stadt geleitet wurde.

Sanierung

von 1987 bis 1987

Die Wohnhausanlage wurde 1987 gänzlich saniert. Die Arbeiten umfassten die Neudeckung des Daches sowie die Instandsetzung von Fassade, Fenstern und Türen. Die Kosten beliefen sich auf 855.723 Euro und konnten vollständig durch Förderungen gedeckt werden.

Architekten

unbekannt unbekannt -

  • Teilen auf Facebook
  • Teilen auf Twitter
  • Teilen auf Google+