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Karolinengasse 14

Fakten

Karolinengasse 14

Karolinengasse 14, 1040 Wien

Baujahr: 1984-1986

Wohnungen: 23

Architekt: Adelio Espinosa

Weitere Adressen

Mommsengasse 12, 1040 Wien

Wohnen in Wien

Ab den 1980er-Jahren bestimmte ein neuer Stadtentwicklungsplan die Wohnhaussanierung. Der 1984 gegründete Wiener Bodenbereitstellungs- und Stadterneuerungsfonds und das Wohnhaussanierungsgesetz 1985 ergänzten die optimalen Voraussetzungen für eine sanfte Stadterneuerung. 36 Prozent der Sanierungsgelder flossen in Gemeindebauten, sodass die berühmtesten Gemeindebauten aus der Zwischenkriegszeit saniert werden konnten, wie z. B. der Karl-Marx-Hof, der George-Washington-Hof oder der Rabenhof. Für Neubauten wurde durch Wettbewerbe eine qualitativ hochwertige und individuelle Architektur sichergestellt, wie das Beispiel Hundertwasserhaus zeigt.

Geschichte

An der Stelle des Wohnhauses von Adelio Espinosa auf dem Grundstück Karolinengasse/Mommsengasse befand sich bis 1983 ein großes Eckhaus, das im Jahr 1874 vom Architekten Heinrich Adam und dem Baumeister Phillip Theiss im Auftrag von Johann Lippert errichtet worden war. Die ersten Pläne zur heutigen Wohnhausanlage entstanden im Jahr 1984, drei Jahre später war der Bau fertig gestellt.

Die Architektur

Das Wohnhaus Ecke Karolinengasse/Mommsengasse weist fünf Hauptgeschoße, ein Kellergeschoß mit Tiefgarage sowie ein teilweise ausgebautes Dachgeschoß auf. Bei der Grundform des Hauses griff Adelio Espinosa auf den Vorgängerbau von 1874 zurück, indem er die Lösung der abgeschrägten Ecke übernahm. Auffallend an dem Bau ist die differenzierte Fassadengestaltung, bei der einzelne Fenster mittels Putzrahmen und grober Putzfelder optisch zu einer Einheit verbunden werden. Vier Fensterachsen weisen eine Sonderform des Französischen Fensters auf, bei der seitlich je ein halbhoher Flügel an die Fenstertüre angefügt ist. Vertikale und horizontale, auf Höhe der oberen Fensterkanten verlaufende Putzfugen verleihen den Straßenfassaden noch zusätzliche Rhythmisierung.

Der Name

Die Karolinengasse ist nach Kaiserin Karoline Auguste (1792-1873) benannt, der Gemahlin Kaiser Franz I. Auf einem Situationsplan von 1844 wird die Gasse bereits mit ihrem heutigen Namen bezeichnet, ursprünglich hieß sie jedoch "Am Goldeck". Sie wurde im Jahr 1823 nach der Abteilung der "Weyringerschen Sandgestätten" angelegt.

Prominente Bewohner

An der Fassade in der Karolinengasse ist eine Tafel zum Gedenken an den Musiktheoretiker Dr. Richard Stöhr (früherer Name: Stern, später auch: Stoehr) angebracht, der von 1911 bis 1939 an diesem Ort gelebt hatte. Der bedeutende Musikpädagoge und Tonsetzer (1874-1967) unterrichtete 1903 bis 1938 als Professor für Musiktheorie an der "Musikakademie Wien" und emigrierte im Jahr 1939 nach Amerika. Dort setzte er seinen Unterricht fort, so auch unter anderem in den Jahren 1939 bis 1942 am "Curtis Institute of Music" in Philadelphia. Zu seinen bekanntesten Schülern zählten Leonard Bernstein und Herbert von Karajan. Die Gedenktafel in der Karolinengasse wurde am 9.11.2003 im Beisein des damaligen Restitutionsbeauftragten der Stadt Wien, Dr. Kurt Scholz, und der Musikwissenschaftlerin Dr. Beate Hennenberg enthüllt.

Architekten

Adelio Espinosa - Adelio Espinosa, geboren 1939 in Wien, studierte an der Technischen Hochschule Wien unter Karl Schwanzer, Karl Kupsky und Erich Boltenstern. Seit 1. April 1977 arbeitet er als selbständiger Architekt. Wichtigste Bauten: 1977 1. Preis beim Wettbewerb zum Bundesschulzentrum Bad Aussee (1981-84 ausgeführt), Wohnhausbauten der Gemeinde Wien in der Karolinengasse 14 und 26 in 1040 Wien. Seit 1985 hat sich Adelio Espinosa auf Dachausbauten und Wohnhaussanierungen spezialisiert.

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