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Per-Albin-Hansson-Siedlung West

Fakten

Per-Albin-Hansson-Siedlung West

Malmögasse 12-24, 1100 Wien

Baujahr: 1954-1955

Wohnungen: 1097

Architekt: Eugen Wörle, Franz Schuster, Stephan Simony, Friedrich Pangratz

Weitere Adressen

Tessingasse 2-92, 1100 Wien

Ellen-Key-Gasse 28-70, 1100 Wien

Jenny-Lind-Gasse 2-86, 1100 Wien

Tessingasse 23-69, 1100 Wien

Tessingasse 1-19, 1100 Wien

Upsalagasse 4-14, 1100 Wien

Rickard-Lindström-Gasse 4-74, 1100 Wien

Bernadottegasse 1-113, 1100 Wien

Brantinggasse 16, 1100 Wien

Brantinggasse 7-65, 1100 Wien

Ellen-Key-Gasse 1-85, 1100 Wien

Ellen-Key-Gasse 2-24, 1100 Wien

Göteborggasse 1-43, 1100 Wien

Lundgasse 1-25, 1100 Wien

Malmögasse 19-31, 1100 Wien

Olaus-Petri-Gasse 1-55, 1100 Wien

Per-Albin-Hansson-Straße 2-112, 1100 Wien

Jenny-Lind-Gasse 1-75, 1100 Wien

Rickard-Lindström-Gasse 1-127, 1100 Wien

Tegnergasse 2-102, 1100 Wien

Rädda-Barnen-Platz 1-5, 1100 Wien

Rädda-Barnen-Platz 7-10, 1100 Wien

Selma-Lagerlöf-Gasse 10, 1100 Wien

Selma-Lagerlöf-Gasse 19-25, 1100 Wien

Selma-Lagerlöf-Gasse 2, 1100 Wien

Selma-Lagerlöf-Gasse 20-28, 1100 Wien

Stockholmer Platz 1-7, 1100 Wien

Stockholmer Platz 11-13, 1100 Wien

Stockholmer Platz 14-16, 1100 Wien

Stockholmer Platz 8-10, 1100 Wien

Tegnergasse 1-89, 1100 Wien

Per-Albin-Hansson-Straße 3-39, 1100 Wien

Malmögasse 1-9, 1100 Wien

Jenny-Lind-Gasse 1-3, 1100 Wien

Stockholmer Platz 2-16, 1100 Wien

Stockholmer Platz 1-17, 1100 Wien

Brantinggasse 47-55, 1100 Wien

Olaus-Petri-Gasse 1, 1100 Wien

Jenny-Lind-Gasse 4-6, 1100 Wien

Brantinggasse 29-37, 1100 Wien

Wohnen in Wien

Ab 1949 war der Wohnbau zahlenmäßig wieder auf dem Niveau des "Roten Wien" der Zwischenkriegszeit. Doch noch war die Bevölkerung verarmt und oft obdachlos. Kleine Duplex-Wohnungen, die später zusammengelegt werden konnten, linderten schließlich die Wohnungsnot. 1951 wurde Franz Jonas, Sohn einer Arbeiterfamilie, Bürgermeister von Wien. In seine Amtszeit fiel die rege Bautätigkeit im Rahmen des Projektes "Sozialer Städtebau" ab 1952. Das 8-Punkte-Programm hatte die Trennung von Wohn- und Gewerbebereichen, eine Auflockerung der Wohnbereiche sowie die Assanierung einzelner Viertel zum Ziel. Die standardmäßige Ausstattung der Wohnungen wurde verbessert - alle neu gebauten Wohnungen waren mit Badezimmern ausgestattet und die Mindestgröße wurde von 42 auf 55 Quadratmeter angehoben.

Geschichte

Die Per-Albin-Hansson-Siedlung West war das erste große Wohnbauvorhaben der Gemeinde Wien nach dem Zweiten Weltkrieg. Die zur Errichtung notwendigen Maschinen, mit denen man aus Bauschutt neue Ziegelsteine produzieren konnte, wurden von der schwedischen Regierung im Rahmen eines großzügigen Hilfsprogramms gespendet. Bereits am 6. 8. 1951 konnte die neue Siedlung feierlich eröffnet werden, die umgebenden Gassen wurden zum Dank nach schwedischen Persönlichkeiten und Städten benannt.

Die am westlichen Rand der Siedlung situierten Sportanlagen fielen der Errichtung der Süd-Ost-Tangente zum Opfer. Die Gärten, ursprünglich zur Selbstversorgung der Bewohner konzipiert, wandelten sich im Laufe der Jahre und mit einsetzendem Wohlstand der Bevölkerung zu nahezu reinen Zier- und Erholungsräumen. Bei der 1994 abgeschlossenen Sanierung konnten durch Dachausbauten rund 70 neue Wohnungen geschaffen werden. Durch die unterschiedliche Farbe der Fassaden wird der dörfliche Charakter der Siedlung noch zusätzlich unterstrichen.

Die Architektur

Die Per-Albin-Hansson-Siedlung West wurde nach dem Konzept der "Gartenstadt" der 1920er- und 1930er-Jahre angelegt. So finden sich hier einige Plätze und Verdichtungen in der Bebauung, dennoch wird bewusst auf eine urbane Struktur verzichtet. Die Siedlung West ist primär von zwei Haustypen geprägt: einstöckigen Einfamilienhäusern in Reihenhausform und zweistöckigen Geschoßwohnbauten ohne Garten. Während Erstere nach dem Prinzip der Siedlungsbauten der Zwischenkriegszeit angelegt sind, entsprechen die mehrgeschoßigen Häuser den Tendenzen der späten 1940er- und beginnenden 1950er-Jahre. Die Ähnlichkeit zur benachbarten Siedlung Wienerfeld Ost, die noch während des Krieges entstanden ist, lässt sich an den Gebäudegrundrissen erkennen.

... und die Kunst

Ecke Stockholmer Platz/Per-Albin-Hansson-Straße steht eine auf einer Stele ruhende Porträtbüste des schwedischen Ministerpräsidenten Per Albin Hansson (1885-1946). Sie wurde vom dem aus Schweden stammenden Porträtbildhauer Emil Näsvall (1908-1965) geschaffen.

Der Name

Die Per-Albin-Hansson-Siedlung wurde zum Dank für die Hilfe aus Schweden nach dem Zweiten Weltkrieg nach dem schwedischen Ministerpräsidenten Per Albin Hansson (1885-1946) benannt. Eine kombinierte Gedenk- und Bautafel erinnert daran.

Sanierung

von 1991 bis 1995

In der Per-Albin-Hansson-Siedlung West wurde in den Jahren 1991 bis 1995 eine Sockelsanierung durchgeführt. Neben der Erneuerung von Dach, Fenstern und Türen wurde die Fassade mit einem Wärmedämmverbundsystem versehen. Dadurch konnten die Heizkosten für die Mieterinnen und Mieter, aber auch die Kohlendioxid-Belastung für die Umwelt gesenkt werden. Außerdem wurden in die Wohnungen Gas-Kombi-Thermen eingebaut, und es wurde ein neuer Spielplatz errichtet. Im Dachgeschoß entstanden 45 neue Wohnungen. Die Kosten beliefen sich auf 30.843.400 Euro, davon konnten 24.617.698 Euro durch Förderungen gedeckt werden. Weitere Sanierungsmaßnahmen sind für die kommenden Jahre vorgesehen.

Architekten

Eugen Wörle - Eugen Wörle (1909-1996) studierte von 1927 bis 1930 Architektur an der Akademie der bildenden Künste Wien in der Klasse von Clemens Holzmeister. Im Anschluss war er zunächst in den Büros von Ernst Lichtblau und Clemens Holzmeister tätig, bevor er 1934 eine Bürogemeinschaft mit Max Fellerer gründete. In den Nachkriegsjahren planten sie unter anderem den Wiederaufbau des Parlaments in Wien 1 (1945/46), die Neugestaltung des Strandbades "Gänsehäufel" in Wien 22 (1948-1950) und die Errichtung des Haas-Hauses am Stock-im-Eisen-Platz in Wien 1 (1951-1953, mit Carl Appel; abgerissen). Das Wohn- und Geschäftshaus Lugeck 1 in Wien 1 entwarf Eugen Wörle gemeinsam mit Bruno Doskar (1963/64).

Franz Schuster - Franz Schuster (1892-1972) studierte Architektur an der Wiener Kunstgewerbeschule bei Oskar Strnad und Heinrich Tessenow, dessen Mitarbeiter er nach seinem Abschluss wurde. Nach einem Aufenthalt in Dresden wurde er zum Chefarchitekten des Österreichischen Verbandes für Siedlungs- und Kleingartenwesen berufen. In verschiedenen Arbeitsgemeinschaften, unter anderem mit Adolf Loos und Franz Schacherl, war er an der Realisierung der Gemeindesiedlung "Süd-Ost" in Wien 10, Laaer-Berg-Straße 151-203 (1921), der Kriegerheimstätte Hirschstetten I in Wien 22 (1921) sowie der Pioniersiedlung der GESIBA "Denglerschanze" in Wien 21, Josef-Zapf-Gasse 1-37 (1921/22), beteiligt. Nach dem Zweiten Weltkrieg gehörte er der Kommission zur Wiederherstellung des Stephansplatzes an und leitete von 1952 bis 1957 die Forschungsstelle für Wohnen und Bauen der Stadt Wien. In dieser Zeit entstand neben mehreren Kindergärten, Schulbauten und sozialen Einrichtungen auch der Emil-Fucik-Hof in Wien 10, Gudrunstraße 55-103 (1950-1952), nach seinen Plänen.

Stephan Simony - Stephan Simony wurde 1903 als Sohn des akademischen Kunstmalers Stephan Simony (1860-1950) in Wien geboren. Nach seiner Ausbildung an der Wiener Kunstgewerbeschule und der Akademie der bildenden Künste war Simony in Berlin und Wien als freischaffender Architekt tätig. 1939 emigrierte er mit seiner jüdischstämmigen Frau zu seinem früheren Professor Clemens Holzmeister in die Türkei, wo er an der neu gegründeten Technischen Universität unterrichtete. Nach seiner Rückkehr nach Wien im Jahr 1944 war Simony unter anderem an der Planung der Per-Albin-Hansson-Siedlung - gemeinsam mit Friedrich Pangratz, Franz Schuster und Eugen Wöhrle - beteiligt. Ab 1948 hatte er einen Lehrstuhl für Bühnen- und Festdekoration an der Akademie der bildenden Künste inne und zeichnete u.a. für die Ausgestaltung des Hotel Daniel in Graz (1955/56) verantwortlich. Stephan Simony starb 1971 in Wien.

Friedrich Pangratz - Friedrich Pangratz (1910-1997) studierte von 1928 bis 1932 Architektur an der Technischen Hochschule Wien, wo er 1933 die zweite Staatsprüfung ablegte. Friedrich Pangratz war für die Gemeinde Wien vor allem in den 1950er- und 1960er-Jahren an der Realisierung zahlreicher Wohnhausanlagen beteiligt. Eigenständig entwarf er unter anderem die Wohnhäuser Fasangasse 35-37 in Wien 3 (1954/55) und Krottenbachstraße 39-41 in Wien 19 (1954/55).

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