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Rainergasse 23-25

Fakten

Rainergasse 23-25

Rainergasse 23-25, 1040 Wien

Baujahr: 1959-1960

Wohnungen: 41

Architekt: Karl Brandner, Kurt Walder, Josef Musil

Wohnen in Wien

In den 1950er-Jahren ging es vor allem darum, Zerstörtes wieder aufzubauen und viele neue Wohnungen zu errichten. In den kommunalen Wohnbauten dieser Zeit finden sich die ersten Ansätze der sich später durchsetzenden Zeilenbauweise, die bis heute die großen Vorstadtsiedlungen prägt. Die Wohnbauten wurden größer, höher und waren verstärkt in Blockform gestaltet. Das Flachdach setzte sich durch. Alle neu gebauten Wohnungen waren mit Badezimmern und WC ausgestattet und die Mindestgröße wurde von 42 auf 55 Quadratmeter angehoben.

Geschichte

Auf dem Areal der heute bestehenden Wohnhausanlage können Vorgängerbauten aus dem 19. Jahrhundert nachgewiesen werden, das ehemalige Haus Rainergasse 23 datierte konkret aus dem Jahr 1840. Im Zweiten Weltkrieg kam es in der Gegend der Rainergasse zu schweren Beschädigungen, wobei auch das Haus Nr. 25 nicht von Bombenschäden verschont blieb.

Die Architektur

Die fünfstöckige Wohnhausanlage aus den Jahren 1959/60 wird durch zwei auffällige, über das Dachgesims ragende Stiegenhaustürme mit Profilbauverglasung in drei Abschnitte gegliedert. Während die beiden ident gestalteten Seitenteile in der rot gefärbten Erdgeschoßzone je drei, tief in den Baukörper eingeschnittene, Garageneinfahrten des ARBÖ aufweisen, wird dieser Bereich im Mitteltrakt von zwei unterschiedlich breiten Hofdurchgängen dominiert, deren Fronten mit nach oben hin zulaufenden, blendenartigen Rahmungen versehen sind. Die Hauptgeschoße der Wohnhausanlage werden straßenseitig von einer einheitlich gestalteten Lochfassade überzogen, deren einziger Schmuck in den schmalen Putzrahmungen der zwei- und dreiflügeligen Fenster zu finden ist. Im Gegensatz dazu kann die Hoffassade gesehen werden, deren Rhythmus durch alternierende Balkon- und Fensterachsen bestimmt wird.

Der Name

Die Rainergasse trägt ihre Bezeichnung seit dem Jahr 1862, als die Mittelgasse und die Blecherne Turmgasse vereinigt wurden. Als Namensgeber kann Erzherzog Ferdinand Maria Rainer (1827 - 1913) genannt werden, der in den Jahren 1872 - 1906 Oberkommandant der k. u. k. Landwehr und 1861 - 1865 Ministerpräsident war.

Sanierung

von 1999 bis 2000

Die Wohnhausanlage wurde in den Jahren 1999 und 2000 saniert. Durch die Erneuerung der Fenster und Türen konnten die Heizkosten für die Mieterinnen und Mieter, aber auch die Kohlendioxid-Belastung für die Umwelt gesenkt werden.

Architekten

Karl Brandner - Karl Brandner (1902-1969) studierte von 1920 bis 1927 Architektur an der Technischen Hochschule Wien, wo er 1929 die 2. Staatsprüfung ablegte. Bis 1938 und später nochmals von 1949 bis 1951 war er an der TH Wien auch als Hochschulassistent tätig, bevor er Lehrer an der HTL Schellinggasse in Wien 1 wurde. Für die Gemeinde Wien entwarf er unter anderem das Wohnhaus Rainergasse 23-25 in Wien 4 (1959/60) und war an den Plänen zu den beiden ersten Bauteilen des Lainzer Tiergartens in Wien 13 (ab 1951) beteiligt.

Kurt Walder - Kurt Walder (1920-1996) besuchte zunächst die Staatsgewerbeschule in Salzburg und studierte ab 1938 Architektur bei Alexander Popp an der Akademie der bildenden Künste in Wien und nach kriegsbedingter ab 1945 bei Erich Boltenstern. Als freischaffender Architekt schuf Walder zahlreiche Wohn- und Geschäftsbauten. Für die Gemeinde Wien errichtete er unter anderem die Wohnhausanlage an der Rechten Wienzeile 25-27 in Wien 4 (zusammen mit Adolf H. Kautzky) und das Wohnhaus Rosensteingasse 47-49 in Wien 17.

Josef Musil - Josef Musil (1928-2005) studierte ab 1947 Architektur bei Clemens Holzmeister an der Akademie der bildenden Künste Wien. Zusammen mit Karl Brandner und Kurt Walder entwarf er unter anderem für die Gemeinde Wien das Wohnhaus Rainergasse 23-25 in Wien 4 (1959-1960).

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