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Karolinengasse 24

Fakten

Karolinengasse 24

Karolinengasse 24, 1040 Wien

Baujahr: 1950-1950

Wohnungen: 11

Architekt: Heinrich Ried

Wohnen in Wien

Ab 1949 war der Wohnbau zahlenmäßig wieder auf dem Niveau des "Roten Wien" der Zwischenkriegszeit. Doch noch war die Bevölkerung verarmt und oft obdachlos. Kleine Duplex-Wohnungen, die später zusammengelegt werden konnten, linderten schließlich die Wohnungsnot. 1951 wurde Franz Jonas, Sohn einer Arbeiterfamilie, Bürgermeister von Wien. In seine Amtszeit fiel die rege Bautätigkeit im Rahmen des Projektes "Sozialer Städtebau" ab 1952. Das 8-Punkte-Programm hatte die Trennung von Wohn- und Gewerbebereichen, eine Auflockerung der Wohnbereiche sowie die Assanierung einzelner Viertel zum Ziel. Die standardmäßige Ausstattung der Wohnungen wurde verbessert - alle neu gebauten Wohnungen waren mit Badezimmern ausgestattet und die Mindestgröße wurde von 42 auf 55 Quadratmeter angehoben.

Geschichte

Der Vorgängerbau des heutigen Wohnhauses wurde 1838 errichtet und zählte damit zu den frühesten Bauten der Karolinengasse. Das Gebäude wurde im Zweiten Weltkrieg von einer Bombe schwer beschädigt und musste abgerissen werden. Der Neubau stammt von dem Architekten Heinrich Ried und dem Bauunternehmen Anton Schmidts Witwe; die Benützungsbewilligung für das Wohnhaus mit ursprünglich 13 Wohnungen datiert aus dem Jahr 1951.

Die Architektur

Das viergeschoßige Wohnhaus von Heinrich Ried wurde im Jahr 1950 errichtet. Über einem dunkleren Putzsockel erhebt sich die siebenachsige Fassade mit zwei- und dreiflügeligen Fenstern. Den Abschluss nach oben bildet ein Kranzgesims. Die Seitenachsen mit ihren dreiflügeligen Fenstern sind etwas verbreitert und weisen stark vortretende Putzrahmungen auf. Das Eingangstor ist tief in den Bau eingeschnitten und wird seitlich durch leichte Vertiefungen in der Fassade optisch vergrößert. Auffälligstes Merkmal des Gebäudes sind die friesartig aneinandergereihten Dekorfelder zwischen den Geschoßen, die an Kreisornamente bzw. Blumenmotive erinnern.

Der Name

Die Karolinengasse ist nach Kaiserin Karoline Auguste (1792-1873) benannt, der Gemahlin Kaiser Franz I. Auf einem Situationsplan von 1844 ist die Gasse bereits mit ihrem heutigen Namen angeführt, ursprünglich hieß sie jedoch "Am Goldeck". Sie wurde im Jahr 1823 nach der Abteilung der "Weyringerschen Sandgestätten" angelegt.

Architekten

Heinrich Ried - Heinrich Ried (1881-1957) studierte Architektur an der Akademie der bildenden Künste in Wien u.a. bei Friedrich Ohmann. Nach seinem Studium arbeitete er mit Rudolf Sowa zusammen und war in Österreich, Ungarn und Tschechien tätig. Für die Gemeinde Wien plante er in der Zwischenkriegszeit sowie nach dem Zweiten Weltkrieg Wohnhausanlagen, etwa den Josef-Julius-Gerl-Hof (Wien 20, Stromstraße 39-45; 1930/31) oder das Wohnhaus in der Karolinengasse 24 (Wien 4; 1951). Ried war auch am Wiederaufbau des ausgebrannten Justizpalastes beteiligt.

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