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Heumühlgasse 3

Fakten

Heumühlgasse 3

Heumühlgasse 3, 1040 Wien

Baujahr: 1872

Wohnungen: 23

Architekt: Karl Friedrich Gröger

Wohnen in Wien

Im 19. Jahrhundert wuchs als Folge der massiven Industrialisierung die Arbeiterschicht stark an, die Einwohnerzahl Wiens explodierte, vor allem auch durch den Zuzug aus den ländlichen Gebieten der Donaumonarchie. Die nötigen Wohnungen wurden nahezu ausschließlich von Privaten gewinnorientiert gebaut. Mietskasernen mit so genannten "Bassena-Wohnungen" - Zimmer, Küche, Wasser und WC auf dem Gang - entstanden. Viele mussten diese kleinen Wohnungen (zwischen 20 und 30 Quadratmetern) noch mit Bettgehern und Untermietern teilen, um die Miete zahlen zu können. In den Jahren des Ersten Weltkrieges stagnierte die Bautätigkeit.

Geschichte

An dieser Stelle befand sich einst der alte erzbischöfliche Stadl und Meierhof in unmittelbarer Nähe der dazugehörenden Mahlmühle (auch Stein- oder Heumühle genannt). Im Innenhof Heumühlgasse 9 steht noch die alte Mühle. Bevor dieser Bereich in der Gründerzeit neu par-zelliert und bebaut wurde, befanden sich am Mühlbach entlang der heutigen Grün- und Mühlgasse mehrere Mühlen. Der Grundbesitzer und Bauherr war der Gemischtwaren- und Eisenhändler Julius Hönig.

Die Architektur

Vielen der im 19. Jahrhundert gebauten Zinshäuser dienten die monumentalen Bauten der Ringstraße als Vorbilder. Wie dort war man bestrebt, den Häusern eine repräsentative Fassade zu geben, und orientierte sich dabei an den Baustilen der Vergangenheit. Dieses Haus ist nach dem Vorbild der italienischen Renaissance gestaltet. Die streng symmetrisch aufgebaute Straßenfassade weist alle Merkmale dieses Stils auf: Jedes Geschoss ist vom nächsten durch Gesimse getrennt und unterschiedlich aufgebaut. Das Erdgeschoss ist mit Putzquadersteinen und Rundbögen gegliedert. Die beiden Hauptgeschosse dagegen werden durch die Fensterrahmung mit Pilastern und Dreiecksgiebeln besonders betont. Ein kräftiges Kranzgesims schließt die Fassade zum Dach hin ab. Einen Akzent setzt der auf mächtigen Konsolen aufliegende Balkon über dem Eingangstor.

Der Name

Der Name der Gasse erinnert an die alte erzbischöfliche Stein- oder Heumühle, die vom Mittelalter bis 1856 in Betrieb war und im selben Jahr in den Besitz der Gemeinde Wien überging, die den Mühlbach aus hygienischen Gründen zuschütten ließ.

Sanierung

von 1993 bis 1995

In der Wohnhausanlage wurde in den Jahren 1993 bis 1995 eine Sockelsanierung durchgeführt. Neben der Instandsetzung von Dach und Fassade umfassten die Arbeiten auch die Erneuerung der Fenster und Türen. Dadurch konnten die Heizkosten für die Mieterinnen und Mieter, aber auch die Kohlendioxid-Belastung für die Umwelt gesenkt werden. Die Kosten beliefen sich auf 1.360.145 Euro, davon konnten 1.181.626 Euro durch Förderungen gedeckt werden.

Architekten

Karl Friedrich Gröger - Über den Architekten Karl Friedrich Gröger ist nichts Näheres bekannt. In alten Adressbüchern wurde er als Stadtbaumeister geführt, der in der Margaretenstraße 26 wohnte.

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