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Autokaderstraße 3-7

Fakten

Autokaderstraße 3-7

Autokaderstraße 3-7, 1210 Wien

Baujahr: 1967-1968

Wohnungen: 970

Weitere Adressen

Johann-Knoll-Gasse 17-19, 1210 Wien

Tschaikowskygasse 1-3, 1210 Wien

Johann-Knoll-Gasse 17-19, 1210 Wien

Wohnen in Wien

In den 1960er-Jahren nahm der Wohnbau in Wien bis hin zum Wohnungsbauboom der 1970er-Jahre kontinuierlich zu. Die Grundlage dafür bildeten 1961 ein städtebauliches Konzept und ein Generalverkehrsplan von Roland Rainer. Der geplante U-Bahn-Bau sowie die Erschließung bisheriger Randgebiete nördlich der Donau förderten diese Entwicklung. Besonders am südlichen und östlichen Stadtrand gab es Grundstücke zu günstigen Preisen, auf denen neue große Wohnviertel geschaffen wurden. Die neue Fertigteilbauweise mit vorgefertigten Betonelementen erlaubte es, in kurzer Zeit ganze Stadtteile neu zu errichten.

Geschichte

Vor der Donauregulierung befanden sich in diesem Gebiet Ausläufer der nördlich des Areals gelegenen Schwarzlacken Au. Nach der Trockenlegung wurde die Fläche vorwiegend landwirtschaftlich genutzt. Der dazugehörende Hof stand in der Nähe des Ortes Jedlesee.

Die Architektur

Die Wohnhausanlage zählt zur ersten Generation der Wiener Plattenbausiedlungen, die vorrangig durch die freistehende Zeilenbebauung gekennzeichnet ist. Die geradlinigen Baukörper liegen ausschließlich parallel bzw. orthogonal zueinander und sind Ausdruck einer äußerst rationellen Bauweise. Die Abstände zwischen den einzelnen Gebäuden wurden häufig durch die Dimension der Montagekräne bestimmt. Die Wohnhausanlage besteht aus acht neungeschoßigen Wohnblöcken, wobei fünf Wohngebäude entlang der nördlich gelegenen Autokaderstraße, vier entlang der Johann-Knoll-Gasse - allesamt parallel zur Prager Straße - angeordnet sind. Dies dient der Lärmabschottung gegenüber der stark frequentierten Prager Straße. Im Inneren der Anlage befinden sich sieben viergeschoßige Wohnblöcke, bestehend aus je drei Stiegenhäusern. Diese teilen sich rechtwinkelig zu den neungeschoßigen Bauten auf. An der Spitze des durch die Autokaderstraße und die Johann-Knoll-Gasse definierten, pfeilförmigen Grundstücks befindet sich im rechten Winkel zur Prager Straße ein Einkaufszentrum. Entlang der "Pfeilachse" gibt es im Inneren der Wohnhausanlage noch eine Volksschule sowie ein Kindergarten. Die Wohngebäude sind alle unterkellert, wobei der Keller ein halbes Geschoß aus dem Terrain ragt und so die auch farblich abgesetzte Sockelzone bildet.

Die Fassadenrasterung als typische Erscheinungsform für in Plattenbauweise errichtete Wohngebäude wurde bei der Ende der 1990er-Jahre durchgeführten thermischen Sanierung überdeckt. Die Loggien ragen lediglich 15 cm aus der Fassadenflucht, dadurch ergibt sich eine klare Baukörperkontur. An den Ostfassaden der neungeschoßigen Bauten dominieren vorgesetzte Lifttürme, die auch zugleich - in Kombination mit von zwei Stahlsäulen gestützten Betonvordächern - die Eingänge markieren. Die beiden Giebelseiten sind fensterlos.

... und die Kunst

Vor dem Eingangsbereich der Volksschule steht die Bronzeplastik "Katzenfamilie" von Maria Bilger aus dem Jahr 1969. Die Außenwandplatten, in welchen sich die Hauseingangstüren befinden, sind noch original mit einer Glasmosaikoberfläche versehen. An dieser sind auch die künstlerisch gestalteten Hauszeichen befestigt. Diese sollen aufgrund der Uniformität der Fertigteilbauten den Bewohnern als Orientierungshilfe dienen. Für die insgesamt 56 Hauseingänge haben die Künstler Otto Beckmann, Leopold Bristinger, Erna Frank, Edda Mally, Anna Maria Siller, Franz Sperger, Adele Stadler sowie Anton Karl Wolf Hauszeichen gestaltet.

Der Name

In unmittelbarer Nähe zur Wohnhausanlage lag der ehemalige k.u.k. Autokader. Dies war im Ersten Weltkrieg der zentrale Kraftfahrzeugpark aller motorisierten Einheiten der k.u.k. Armee. Dort erfolgte neben Reparaturarbeiten auch die Ausbildung der Bedienungsmannschaften. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde das Areal als zentraler Schuttplatz verwendet. Heute befinden sich in diesem Gebiet mehrere Betriebe.

Sanierung

von 1988 bis 1991

Die Wohnhausanlage wurde in den Jahren 1988 bis 1991 saniert. Neben der Instandsetzung des Daches umfassten die Arbeiten auch die Erneuerung der Fenster und Türen, zudem wurde die Fassade mit einem Wärmedämmverbundsystem versehen. Dadurch konnten die Heizkosten für die Mieterinnen und Mieter, aber auch die Kohlendioxid-Belastung für die Umwelt gesenkt werden. Außerdem wurde die Anlage an die Fernwärme Wien angeschlossen. Die Kosten beliefen sich auf 3.716.852 Euro, davon konnten 2.887.994 Euro durch Förderungen gedeckt werden.

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