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Wiedner Hauptstraße 60b

Fakten

Wiedner Hauptstraße 60b

Wiedner Hauptstraße 60b, 1040 Wien

Baujahr: 1775

Wohnungen: 10

Architekt: unbekannt unbekannt

Weitere Adressen

Klagbaumgasse 6, 1040 Wien

Wohnen in Wien

Nach dem endgültigen Zurückdrängen des Osmanischen Reiches zu Ende des 17. Jahrhunderts konnte in Wien und seinen zerstörten Vorstädten mit dem Wiederaufbau begonnen werden. Die stark einsetzende Bautätigkeit hatte eine Barockisierung des Stadtbildes zur Folge. Die weitreichenden Reformen unter Joseph II. führten 1783 auch zur Modernisierung der Stadtverwaltung. Die Einführung der ersten Hausnummern (Konskriptionsnummern) sowie die Entwicklung der Kanalisation und Straßenreinigung fallen in diese Zeit. Die Auflassung zahlreicher Klöster und Friedhöfe schuf zudem neue Bauplätze.

Geschichte

Das in der 2. Hälfte des 18. Jahrhunderts erbaute Haus gehört zu den ältesten der Straße. Über die Jahre wurde es immer wieder umgebaut und wechselte seine Besitzer. Ursprünglich gehörte es Gottfried von Wiesenthal, weshalb das Haus auch "Villa Wiesenthal" genannt wird. Später erhielt es den Namen "Das abgebrannte Haus", weil sich dort eine Spielhölle befunden haben soll, aus der die Leute "abgebrannt" herauskamen. Seit 1931 war hier die Sozialistische Arbeiterjugend beheimatet, wo sich der 15-jährige Bruno Kreisky politisch zu engagieren begann. Seit 1976 hat die "Freie Bühne Wieden" ihre Spielstätte im Haus etabliert.

Die Architektur

Die Anordnung der Bauteile des Hauses richtet sich nach den alten, unregelmäßigen Grundstücksgrenzen und ist für das Erscheinungsbild bestimmend. Das Haus gliedert sich in ein drei- bis viergeschoßiges Hauptgebäude mit dem Eingangstor zur Straße und in den noch erhaltenen dreigeschoßigen Hoftrakt der ehemaligen Villa Wiesenthal. Auffallend ist vor allem der im Hof an das Hauptgebäude angebaute Risalit des Stiegenhauses, das auch zur Villa gehört haben dürfte. An der hinteren Grundstücksgrenze des asymmetrischen Hofes befindet sich zudem ein 1905 errichtetes Gebäude. Die Fassaden des Hauses sind ihrem Alter entsprechend unterschiedlich gestaltet. Die Straßenfassade ist mit Putzrahmungen und geraden Fensterverdachungen im Stil des frühen 19. Jahrhunderts nur wenig gegliedert. Im Gegensatz dazu ist der spätbarocke Stiegenhausrisalit repräsentativ gestaltet. Der Sockel ist genutet, die Obergeschoße werden durch Putzrahmen zusammengefasst. Ein Gebälk mit einem ovalen Fenster schließt die Fassade ab. Darüber liegen eine mit Rahmenfeldern gegliederte Attika und ein hoher Giebelaufbau mit dekorativen Vasen.

Der Name

Die Hauptverkehrsstraße der ehemaligen Ortschaft und Wiener Vorstadt Wieden wurde ab 1862 Wiedner Hauptstraße genannt. Sie ist einer der ältesten Verkehrswege des 4. Wiener Gemeindebezirkes. Sie besteht seit dem Mittelalter und war die wichtigste Verbindung von Wien in Richtung Italien.

Architekten

unbekannt unbekannt -

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