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Kettenbrückengasse 6

Fakten

Kettenbrückengasse 6

Kettenbrückengasse 6, 1040 Wien

Baujahr: 1828-1828

Wohnungen: 13

Architekt: Franz Reymund

Wohnen in Wien

Nach dem endgültigen Zurückdrängen des Osmanischen Reiches zu Ende des 17. Jahrhunderts konnte in Wien und seinen zerstörten Vorstädten mit dem Wiederaufbau begonnen werden. Die stark einsetzende Bautätigkeit hatte eine Barockisierung des Stadtbildes zur Folge. Die weitreichenden Reformen unter Joseph II. führten 1783 auch zur Modernisierung der Stadtverwaltung. Die Einführung der ersten Hausnummern (Konskriptionsnummern) sowie die Entwicklung der Kanalisation und Straßenreinigung fallen in diese Zeit. Die Auflassung zahlreicher Klöster und Friedhöfe schuf zudem neue Bauplätze.

Geschichte

Anstelle der ehemaligen erzbischöflichen Küchengärten, die an die dazugehörende Stein- oder Heumühle grenzten, wurde 1827 die Kettenbrückengasse angelegt. In der Folge wurde dieser Bereich erschlossen und es entstanden die noch heute zum Teil erhaltenen drei- bis viergeschossigen Biedermeierwohnhäuser, zu denen auch das Haus Kettenbrückengasse 6 gehört.

Die Architektur

Der Bau ist ein typisches Beispiel für die Wiener Biedermeierhäuser, wie sie in den damaligen Vorstädten errichtet wurden. Charakteristisch sind die niedrige Gebäudehöhe, die Hori-zontalgliederung der sparsam gestalteten Fassade und der Innenhof. Die Straßenfassade wird allein durch Form, Größe und Verteilung der Fensteröffnungen sowie deren Verhältnis zur geschlossenen Wand definiert. Akzente setzen die kräftig ausgebildeten, geraden Fens-terverdachungen, die auf Konsolen aufliegen, und die Fensterbänke in den Obergeschoßen. Das Erdgeschoß betonen Rundbogenöffnungen und horizontale Streifen. Auch der einfach gestaltete Hof entspricht dem privaten Charakter des Biedermeierhauses.

... und die Kunst

Im hinteren Hoftrakt befindet sich in der Achse der Tordurchfahrt ein kunstvoll gestaltetes Portal. Mit seiner Pilasterrahmung, dem aufwendig bearbeiteten Schlussstein und dem kräftigen Türsturz sowie dem Kranzdekor in den Zwickeln setzt es einen optischen Akzent.

Der Name

Die als Verbindung von der Margaretenstraße zur Rechten Wienzeile angelegte Kettenbrückengasse erhielt ihren Namen 1828, anlässlich der Errichtung einer neuen Kettenbrücke über den Wienfluss.

Prominente Bewohner

Der Komponist Franz Schubert (1797-1828) verbrachte seine letzten Lebenstage in diesem Haus als Untermieter seines Bruders. Sein Sterbezimmer in einer Wohnung im zweiten Stock ist als Gedenkraum eingerichtet, an der Hausfassade befindet sich eine Gedenktafel.

Sanierung

von 1984 bis 1985

Die Wohnhausanlage wurde in den Jahren 1984 und 1985 saniert. Neben der Instandsetzung des Daches umfassten die Arbeiten auch die Erneuerung von Fassade, Fenstern und Türen. Dadurch konnten die Heizkosten für die Mieterinnen und Mieter, aber auch die Kohlendioxid-Belastung für die Umwelt gesenkt werden.

Architekten

Franz Reymund - Franz Reymund (1773-1849) war ein Baumeister, der den typischen Stil des bürgerlichen Wohnhauses im Wiener Biedermeier, wie es bis um 1830 erbaut wurde, vertrat. Vor allem in der Josefstadt sind noch einige seiner Bauten erhalten, wie etwa die Wohnhäuser Schlösselgasse 1 und Schmidgasse 16.

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