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Würtzlerstraße 23

Fakten

Würtzlerstraße 23

Würtzlerstraße 23, 1030 Wien

Baujahr: 1993-1994

Wohnungen: 21

Architekt: Heinz Ekhart

Weitere Adressen

Barthgasse 11, 1030 Wien

Wohnen in Wien

In den 1990er-Jahren konzentrierte sich die Stadt Wien neben geförderten Sanierungen hauptsächlich darauf, die Stadt im Nordosten und Süden zu erweitern (21.000 Wohnungen in vier Jahren). In enger Zusammenarbeit mit der Stadtplanung wurden großflächig Siedlungsgebiete erschlossen, so zum Beispiel der Leberberg in Simmering. Die Gemeindebauten, die nun für eine breitere Bevölkerungsschicht zugänglich sind, passen sich den modernen Bevölkerungsstrukturen an, indem sie flexible Wohnungen auch für Alleinerziehende, ältere Menschen und Alleinstehende bieten. Zudem sparen sie durch eine nachhaltige Bauweise Betriebskosten und Energie.

Geschichte

Das Wohnhaus liegt auf dem Gelände des ehemaligen Erdberger Maiß. Dabei handelte es sich um ein Waldstück (Mas = Jungholz), das einst von einem Donauarm im großen Bogen entlang Schlachthausgasse/Baumgasse/Franzosengraben umschlossen wurde und nur über eine schmale Holzbrücke an der Kreuzung Schlachthausgasse/Erdbergstraße zugänglich war. Bereits im 18. Jahrhundert hatten sich auf diesem fruchtbaren Boden Gärtner angesiedelt. Um 1800 wurde der Donauarm trockengelegt, in der Folge der gesamte Erdberger Maiß gerodet und Gemüsegärten angelegt, die bis nach dem Zweiten Weltkrieg hier bestanden.

An der Stelle des Wohnhauses stand bis 1987 ein zweigeschoßiges Betriebsgebäude.

Die Architektur

Das sechs Geschoße umfassende Wohnhaus an der Ecke Würtzlerstraße/Barthgasse beherbergt im Erdgeschoß ein Geschäftslokal, dessen Eingang sich an der Würtzlerstraße befindet. Hier liegen auch der markant gerahmte Eingang zum Stiegenhaus und diverse Versorgungsräumlichkeiten. An der Barthgasse wird der Erdgeschoßbereich durch zum Teil paarweise zusammengerückte kleine Fenster strukturiert. Die niedrige Sockelzone ist farblich den türkisfarbenen Rahmungen der Eingänge angeglichen. Dominiert werden die beiden Straßenfronten von vier konkav vorgezogenen Dreieckserkern, deren gelbe Färbung jener des Erdgeschoßes entspricht. Besonders dynamisch gestaltet ist die Ecklösung, die durch die zwei zur Hauskante hin wachsenden Erker deutlich überhöht wird. Das kräftig vorkragende Dachgesims durchschneidet die kahle, hohe Kante und bindet das Wohnhaus in die gegebene Verbauung ein. Die zwei anderen Erker wölben sich in die entgegengesetzte Richtung vor. Die Fensterachsen dazwischen sind scharf in die glatte Fassade eingeschnitten. An der Front zur Würtzlerstraße markiert eine Doppelachse breiter Fenster den Eingangsbereich und suggeriert eine symmetrische Fassadengliederung, die jedoch durch eine zusätzliche Fensterachse links außen nicht gegeben ist. Eine zusätzliche Achse breiter Fenster stört auch die Symmetrie an der Barthgasse.

Der Name

Die Straße wurde 1897 nach dem Arzt Dr. Ladislaus von Würtzler (1847-1914) benannt. Er versorgte kostenlos die Armen der Gegend.

Architekten

Heinz Ekhart - Der gebürtige Innsbrucker Heinz Ekhart (geb. 1935) führt seit 1970 ein eigenes Büro in Wien. 1986 erhielt der Künstler den Architektur-Preis des Landes Salzburg, 1988 wurde er auf der Biennale Mondiale de l’Architecture in Sofia für den gemeinsam mit Wilhelm Holzbauer geschaffenen Neubau der Naturwissenschaftlichen Fakultät der Universität Salzburg ausgezeichnet. In Wien plante Heinz Ekhart die städtische Wohnhausanlage in der Marchettigasse 16.

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