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Untere Weißgerberstraße 4

Fakten

Untere Weißgerberstraße 4

Untere Weißgerberstraße 4, 1030 Wien

Baujahr: 1986-1988

Wohnungen: 8

Architekt: Peter Koban

Wohnen in Wien

Ab den 1980er-Jahren bestimmte ein neuer Stadtentwicklungsplan die Wohnhaussanierung. Der 1984 gegründete Wiener Bodenbereitstellungs- und Stadterneuerungsfonds und das Wohnhaussanierungsgesetz 1985 ergänzten die optimalen Voraussetzungen für eine sanfte Stadterneuerung. 36 Prozent der Sanierungsgelder flossen in Gemeindebauten, sodass die berühmtesten Gemeindebauten aus der Zwischenkriegszeit saniert werden konnten, wie z. B. der Karl-Marx-Hof, der George-Washington-Hof oder der Rabenhof. Für Neubauten wurde durch Wettbewerbe eine qualitativ hochwertige und individuelle Architektur sichergestellt, wie das Beispiel Hundertwasserhaus zeigt.

Geschichte

Bereits im 13. Jahrhundert gab es entlang eines Seitenarms der Donau im Bereich der Löwengasse eine Besiedelung durch Gärtner, Fleischhauer und Darmwäscher. Im späten 16. Jahrhundert zogen auch die aufgrund der Geruchsbelästigung aus der Stadt verwiesenen Weißgerber und Lederer hierher, weshalb das Gebiet bald als "Unter den Weißgerbern" bezeichnet wurde.

Die Architektur

Das fünfgeschoßige Wohnhaus ist in seiner Höhe an die Nachbarbauten angepasst, an die es mit dem Dachgesims anschließt. Die schlichte Fassade wird durch einen leicht vorgezogenen Erker in etwa drei gleich große Teile gegliedert. Der Erker umfasst zwei Achsen kleiner Fenster und reicht vom Gesims zwischen Erdgeschoß und den Obergeschoßen bis zum abschließenden Dachgesims. Achsen von breiten Fenstern flankieren den Erker. Zusätzlich wird die Fassade durch ein Gesimsband unterhalb des obersten Geschoßes strukturiert, das allerdings durch den Erker unterbrochen wird. Farbliche Akzente setzen unterhalb der Fenster des zweiten und dritten Obergeschoßes eingesetzte quadratische Platten in Blau- und Brauntönen. Das rechte Drittel des Erdgeschoßes wird von der Einfahrt zur Tiefgarage ausgefüllt. Der Hauseingang ist in das linke Drittel eingeschnitten. An der Rückfront bricht eine Achse von Doppelloggien die glatte Fassade auf.

Der Name

Die Benennung der Straße erfolgte 1862 zur Wahrung des alten Vorstadtnamens, der erstmals um 1600 als "Unter den Weißgerbern" Erwähnung fand, nachdem sich im späten 16. Jahrhundert die aufgrund der Geruchsbelästigung aus der Stadt verwiesenen Weißgerber und Lederer im Bereich der heutigen Löwengasse angesiedelt hatten. Bis 1862 wurde die Untere Weißgerberstraße als Gärtnergasse bezeichnet. Dieser Name verwies auf die hier bis ins 19. Jahrhundert ansässigen Gärtner.

Architekten

Peter Koban - Peter Koban (geb. 1928) studierte von 1947 bis 1956 an der Technischen Hochschule unter anderem bei Erich Boltenstern. Nach dem Studium war er zunächst im Atelier von Erich Rollig tätig und arbeitete unter anderem für Margarete Schütte-Lihotzky und Josef Hoffmann. Ab 1960 beschäftigte sich Koban als selbständiger Architekt vor allem mit dem Wohnbau und dem Bau von Kasernen. So wurden etwa die Sanitätstruppenschule in Stammersdorf (1969/70) und mehrere Wohnbauten in Wien nach seinen Plänen errichtet. Für den Willi-Liwanec-Hof in Wien 15 plante er die erste Palettengarage Wiens. Auch am Bau der Per-Albin-Hansson-Siedlung Nord war Peter Koban beteiligt.

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