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Aspangstraße 11-13

Fakten

Aspangstraße 11-13

Aspangstraße 11-13, 1030 Wien

Baujahr: 1960-1961

Wohnungen: 23

Architekt: Karl Janeschitz

Wohnen in Wien

In den 1960er-Jahren nahm der Wohnbau in Wien bis hin zum Wohnungsbauboom der 1970er-Jahre kontinuierlich zu. Die Grundlage dafür bildeten 1961 ein städtebauliches Konzept und ein Generalverkehrsplan von Roland Rainer. Der geplante U-Bahn-Bau sowie die Erschließung bisheriger Randgebiete nördlich der Donau förderten diese Entwicklung. Besonders am südlichen und östlichen Stadtrand gab es Grundstücke zu günstigen Preisen, auf denen neue große Wohnviertel geschaffen wurden. Die neue Fertigteilbauweise mit vorgefertigten Betonelementen erlaubte es, in kurzer Zeit ganze Stadtteile neu zu errichten.

Geschichte

1797 wurde mit dem Bau des Wiener Neustädter Kanals begonnen, der Wien über den Wasserweg mit der Adria (Triest) verbinden sollte. Das Hafenbecken lag im Bereich der Markthalle Wien Mitte. Von dort führte der Kanal entlang der heutigen Schnellbahnlinie über die Ungargasse/Aspangstraße nach St. Marx und weiter nach Wiener Neustadt. Als 1848 die Verdingungsbahn erbaut wurde, musste das Hafenbecken in den Bereich Aspangstraße/Hafengasse verlegt werden. Der Kanal wurde 1879 aufgelassen und stattdessen die Aspangbahn angelegt. An der Stelle des Hafenbeckens (Aspangstraße/Hafengasse) errichtete man das Bahnhofsgebäude, welches 1977 demoliert wurde. Das Gelände zwischen Rennweg und Kleistgasse war bereits Mitte des 19. Jahrhunderts geschlossen verbaut. Die Althäuser Nr. 11-15 wurden im Zweiten Weltkrieg zerstört.

Die Architektur

Die Fassade des sechs Geschoße umfassenden Wohnhauses wird von einem massiven Erker dominiert, der sich über zwei der insgesamt zwölf Fensterachsen erstreckt und vom ersten Obergeschoß bis zum abschließenden Dachgesims reicht. Die intensive Farbgebung und die glatte Frontgestaltung unterstreichen das massive Erscheinungsbild. Das Erdgeschoß hebt sich farblich von den darüber liegenden Stockwerken ab. Die strukturlose, glatte Fassadengestaltung betont die lange Front des Gebäudes. Der zum Hinterhof führende Durchgang ist wie die Fenster scharf eingeschnitten. Die Fassade der Obergeschoße wird an beiden Seiten des Erkers durch je drei Achsen großer und zwei Achsen kleiner Fenster gegliedert. Die größeren Fenster sind durch gelbe Wandfeldvertiefungen zu horizontalen Einheiten zusammengefasst - sie bilden einen optischen Ausgleich zur vertikalen Dominanz des Erkers. Ein markantes Dachgesims schließt das Gebäude nach oben hin ab und begrenzt zugleich den Erker, wodurch der kompakte, schlichte Aufbau noch zusätzlich betont wird.

Der Name

Die Straße wurde 1894 nach dem 1880/81 gegenüber den heutigen Häusern Nr. 35-43 erbauten Aspangbahnhof benannt, welcher Ausgangspunkt der 1881 eröffneten Bahnlinie Wien-Aspang war. Das Bahnhofsgebäude wurde 1977 abgerissen.

Sanierung

von 2006 bis 2007

Die Wohnhausanlage wurde in den Jahren 2006 und 2007 saniert. Neben der Neudeckung des Daches umfassten die Arbeiten auch die Erneuerung der Fenster und Türen, und die Fassade wurde mit einem Wärmedämmverbundsystem versehen. Dadurch konnten die Heizkosten für die Mieterinnen und Mieter, aber auch die Kohlendioxid-Belastung für die Umwelt gesenkt werden. Die Kosten beliefen sich auf 233.300 Euro, davon konnten 77.766 Euro durch Förderungen gedeckt werden.

Architekten

Karl Janeschitz - Karl Janeschitz (geb. 1904 in Marienbad/Tschechien; verst. 1967 in Wien) entwarf für die Gemeinde Wien unter anderem die Wohnhäuser Aspangstraße 11-13 in Wien 3 (1960/61), Untere Augartenstraße 39 in Wien 2 (1957/58) und Pulverturmgasse 4 in Wien 9 (1963-1965).

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