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Leonhardgasse 7-13

Fakten

Leonhardgasse 7-13

Leonhardgasse 7-13, 1030 Wien

Baujahr: 1961-1962

Wohnungen: 78

Architekt: Eduard F. Sekler, Herbert Prehsler

Wohnen in Wien

In den 1960er-Jahren nahm der Wohnbau in Wien bis hin zum Wohnungsbauboom der 1970er-Jahre kontinuierlich zu. Die Grundlage dafür bildeten 1961 ein städtebauliches Konzept und ein Generalverkehrsplan von Roland Rainer. Der geplante U-Bahn-Bau sowie die Erschließung bisheriger Randgebiete nördlich der Donau förderten diese Entwicklung. Besonders am südlichen und östlichen Stadtrand gab es Grundstücke zu günstigen Preisen, auf denen neue große Wohnviertel geschaffen wurden. Die neue Fertigteilbauweise mit vorgefertigten Betonelementen erlaubte es, in kurzer Zeit ganze Stadtteile neu zu errichten.

Geschichte

1955 begann der Abriss des als "Dörfel" bezeichneten Alt-Erdberg, das aus großteils ebenerdigen, lang gestreckten Hofanlagen zwischen Baumgasse und Erdbergstraße bestand und bis 1918 zumeist von Fuhrwerkern und deren Familien bewohnt war. Bis 1963 wurden anstelle von 120 ebenerdigen Substandardwohnungen im Bereich des heutigen Fiakerplatzes 692 Wohnungen mit Lokalen, Kindergärten und Jugendzentren errichtet. Im Zentrum des Assanierungsgebietes liegt der 1991 neu gestaltete Fiakerplatz.

Die Architektur

Die Wohnhausanlage erstreckt sich über vier Stiegen entlang der Leonhardgasse und umfasst fünf Geschoße. Der Bau ist etwas von der Straße zurückversetzt, wodurch es möglich wurde, großzügige Grünflächen vorzulagern. Die lange Straßenfront wird durch vier Risalite gegliedert. Diese vorgezogenen Blöcke sind vom Straßenniveau bis zum Dachgesims mit einer einheitlichen, glatten Fassade versehen, in die drei Achsen kleiner, quadratischer Fenster eingelassen sind. Die Fenster konzentrieren sich jeweils an der linken Blockseite, während rechts eine leere, blanke Fläche stehen bleibt. Im Erdgeschoß sind die Fenster größer gestaltet und reichen am linken äußeren Risalit über vier Achsen. Zwischen den Blöcken wird die Gebäudefront durch je zwei Achsen quadratischer und drei Achsen großer Fenster strukturiert. Die Fenstergröße orientiert sich jeweils an dem Zweck der dahinter liegenden Räumlichkeiten: Hinter den kleinen Fenstern verbergen sich Küche und Sanitärräume. Die Wohnräume hinter der fensterlosen Front der Risalite verfügen an deren Schmalseiten über große Fenster. Hier liegen auch die Zugänge zu den Stiegenhäusern, mit Ausnahme der Stiege 3. Diese wird von der Rückseite aus erschlossen, zu der man über einen Durchgang gelangt. Dieser Durchgang führt zu einer großen öffentlichen Grünfläche hinter dem Gebäude. Im Gegensatz zur geschlossenen Vorderseite wird die Rückfront durch lang gezogene Loggien aufgebrochen.

Der Name

Benannt wurde die Leonhardgasse 1878 nach dem Hausschild "Zum hl. Leonhard", das sich einst an der Stelle Baumgasse 35 befand.

Sanierung

von 2002 bis 2004

Der Anschluss an die Fernwärme Wien erfolgte im Zuge von Sanierungsmaßnahmen in den Jahren 1989/90. Die Kosten dafür betrugen 114.605 Euro, davon konnten 68.763 Euro durch Förderungen gedeckt werden. Eine umfassende Sanierung folgte von 2002 bis 2004. Durch die Erneuerung der Fenster und Türen konnten die Heizkosten für die Mieterinnen und Mieter, aber auch die Kohlendioxid-Belastung für die Umwelt gesenkt werden.

Architekten

Eduard F. Sekler - Eduard F. Sekler (geb. 1920) studierte Architektur an der Technischen Hochschule Wien und Architekturgeschichte am Warburg Institute der Universität London, wo er 1948 promovierte. Bereits ab 1945 war er als freiberuflicher Architekt in Wien tätig und als solcher an der Assanierung von Alt-Erdberg beteiligt. 1955 wurde er an die Harvard University in Cambridge berufen, wo er bis zu seiner Pensionierung 1991 als Professor an der Graduate School of Architecture lehrte. Sekler publizierte bedeutende Bücher zum Werk von Le Corbusier, Josef Hoffmann und Christopher Wren. Außerdem war er in der UNESCO-Kommission für Denkmalpflege tätig.

Herbert Prehsler - Herbert Prehsler (geb. 1926) studierte bis 1951 an der Technischen Hochschule Wien. Zunächst arbeitete er in Partnerschaft mit Eduard F. Sekler. Als selbständiger Architekt plante er vor allem Industriebauten, wie etwa mehrere ORF-Sendeanlagen. Seine bedeutendsten Leistungen liegen aber im Bereich von Renovierungsarbeiten. Von 1977 bis 1989 war er mit der Renovierung des Palmenhauses im Schlossgarten von Schönbrunn beschäftigt. Im Anschluss daran erfolgte die Renovierung des Palmenhauses im Burggarten.

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