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Fasangasse 35-37

Fakten

Fasangasse 35-37

Fasangasse 35-37, 1030 Wien

Baujahr: 1954-1955

Wohnungen: 78

Architekt: Friedrich Pangratz

Weitere Adressen

Kölblgasse 6, 1030 Wien

Wohnen in Wien

Ab 1949 war der Wohnbau zahlenmäßig wieder auf dem Niveau des "Roten Wien" der Zwischenkriegszeit. Doch noch war die Bevölkerung verarmt und oft obdachlos. Kleine Duplex-Wohnungen, die später zusammengelegt werden konnten, linderten schließlich die Wohnungsnot. 1951 wurde Franz Jonas, Sohn einer Arbeiterfamilie, Bürgermeister von Wien. In seine Amtszeit fiel die rege Bautätigkeit im Rahmen des Projektes "Sozialer Städtebau" ab 1952. Das 8-Punkte-Programm hatte die Trennung von Wohn- und Gewerbebereichen, eine Auflockerung der Wohnbereiche sowie die Assanierung einzelner Viertel zum Ziel. Die standardmäßige Ausstattung der Wohnungen wurde verbessert - alle neu gebauten Wohnungen waren mit Badezimmern ausgestattet und die Mindestgröße wurde von 42 auf 55 Quadratmeter angehoben.

Geschichte

Das Gelände des Fasanviertels war bis zum Ende des 18. Jahrhunderts unverbaut. 1828 standen im gesamten Viertel nur 23 Häuser, die sich um die bereits Ende des 18. Jahrhunderts angelegte Fasangasse gruppierten. Erst im Laufe der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurden weitere Straßen angelegt und das Gelände verbaut. Ende des Zweiten Weltkrieges wurden mehr als 40 Prozent des Fasanviertler Hausbestandes durch Bomben zerstört, darunter auch das einstöckige Haus, das sich an der Stelle des heutigen Wohnhauses befand.

Die Architektur

Die sechsgeschoßige, U-förmige Wohnhausanlage liegt an der Ecke Fasangasse/Kölblgasse. Zehn Achsen mit unterschiedlichen Fenstergrößen strukturieren die Fassade an der Kölblgasse. Die Fenster sind ohne Profilierungen in die glatte Wand eingeschnitten. Ein ins Auge stechender Akzent wird nur durch die Stiegenachse gesetzt: Diese ist leicht vor die Fassadenflucht gezogen und hebt sich auch farblich von dieser ab. Das Erdgeschoß an der Fasangasse beherbergt eine Geschäftszone, die durch eine Reihe gleichmäßig angeordneter Schaufensteröffnungen rhythmisiert wird. Durch den leichten Niveauanstieg ist die lange Gebäudefront hier durch Höhenabstufungen in drei Blöcke gegliedert, die sich auch farblich voneinander abheben. Strukturiert werden diese nur durch die Fensterachsen mit unterschiedlich großen Fenstern. In der Geschäftszone führt ein Durchgang in den begrünten Innenhof, wo später angebaute Aufzugstürme die Fassaden dominieren.

Der Name

Bereits um 1800 wurde der Straßenzug nach dem schon vor dem Jahr 1795 an der Anschrift Fasangasse 2/Rennweg 24 bestehenden Bierhaus "Zum Fasanl" benannt.

Sanierung

von 1987 bis 1989

Die Wohnhausanlage wurde in den Jahren 1987 bis 1989 saniert. Neben der Instandsetzung von Dach und Fassade konnten durch die Erneuerung der Fenster und Türen die Heizkosten für die Mieterinnen und Mieter, aber auch die Kohlendioxid-Belastung für die Umwelt gesenkt werden. Die Kosten beliefen sich auf 118.893 Euro, davon konnten 75.735 Euro durch Förderungen gedeckt werden.

Architekten

Friedrich Pangratz - Friedrich Pangratz (1910-1997) studierte von 1928 bis 1932 Architektur an der Technischen Hochschule Wien, wo er 1933 die zweite Staatsprüfung ablegte. Friedrich Pangratz war für die Gemeinde Wien vor allem in den 1950er- und 1960er-Jahren an der Realisierung zahlreicher Wohnhausanlagen beteiligt. Eigenständig entwarf er unter anderem die Wohnhäuser Fasangasse 35-37 in Wien 3 (1954/55) und Krottenbachstraße 39-41 in Wien 19 (1954/55).

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