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Schlachthausgasse 39

Fakten

Schlachthausgasse 39

Schlachthausgasse 39, 1030 Wien

Baujahr: 1953-1954

Wohnungen: 109

Architekt: J. Parzer

Weitere Adressen

Baumgasse 77, 1030 Wien

Barthgasse 2, 1030 Wien

Wohnen in Wien

Ab 1949 war der Wohnbau zahlenmäßig wieder auf dem Niveau des "Roten Wien" der Zwischenkriegszeit. Doch noch war die Bevölkerung verarmt und oft obdachlos. Kleine Duplex-Wohnungen, die später zusammengelegt werden konnten, linderten schließlich die Wohnungsnot. 1951 wurde Franz Jonas, Sohn einer Arbeiterfamilie, Bürgermeister von Wien. In seine Amtszeit fiel die rege Bautätigkeit im Rahmen des Projektes "Sozialer Städtebau" ab 1952. Das 8-Punkte-Programm hatte die Trennung von Wohn- und Gewerbebereichen, eine Auflockerung der Wohnbereiche sowie die Assanierung einzelner Viertel zum Ziel. Die standardmäßige Ausstattung der Wohnungen wurde verbessert - alle neu gebauten Wohnungen waren mit Badezimmern ausgestattet und die Mindestgröße wurde von 42 auf 55 Quadratmeter angehoben.

Geschichte

Ursprünglich führte die Schlachthausgasse nur von der Landstraßer Hauptstraße bis zur Baumgasse. Erst 1873 wurde sie bis zum Donaukanal verlängert, als die Weltausstellung am Wiener Pratergelände den Bau einer neuen Brücke erforderlich machte: der heutigen und mehrmals neu errichteten Stadionbrücke. Im 18. Jahrhundert stand an der Stelle des Wohnbaus die "Freymanns-Schmölz", das Haus des Abdeckers. Der Abdecker, der für die Entsorgung von Tierkadavern zuständig war, wurde aufgrund der starken Geruchsbelästigung immer außerhalb von Wohngebieten angesiedelt. Berichte aus dem 18. Jahrhundert zeugen von dem Gestank, der bis zum Belvedere reichte.

Die Architektur

Die sechsgeschoßige Wohnhausanlage gliedert sich in einen Block in der Baumgasse und zwei aufgrund des abfallenden Geländes zueinander versetzte Blöcke in der Schlachthausgasse. Ein kurzer Trakt wird noch in die Barthgasse geführt. Die Fenster des betont schlicht gehaltenen Komplexes sind nur mit einer dezenten Rahmung versehen. Obwohl die glatte Fassadenfront in der Baumgasse nicht symmetrisch aufgebaut ist, wird durch die zwei Achsen mit französischen Fenstern und den zentral gelegenen Dachausbruch eine Mittelachse suggeriert. An der linken Ecke liegt die Einfahrt zum Hof, von dem aus die sechs Stiegenhäuser erschlossen werden. Auch an der Schlachthausgasse wird versucht, den Fassaden durch Dachausbauten und französische Fenster ein symmetrisches Bild zu verleihen.
Zum parkähnlichen, auf unterschiedlichem Niveau angelegten Innenhof gelangt man auch von der offenen Seite in der Barthgasse. Dominiert wird das Wohnhaus hier von den sechs später an die Stiegenhäuser angebauten Glasschächten der Aufzüge.

Der Name

Die Gasse wurde 1862 nach dem städtischen Schlachthaus St. Marx benannt, das 1846 bis 1848 errichtet wurde. Davor bezeichnete man den ehemals am Linienwall entlangführenden Weg als Hohlweggasse. Nach dem Abbruch der Wehranlage und dem Bau der Stadionbrücke um 1870 wurde die breite Schlachthausgasse angelegt.

Sanierung

von 2000 bis 2002

Die Wohnhausanlage wurde in den Jahren 2000 bis 2002 saniert. Durch die Erneuerung der Fenster und Türen sowie durch das Wärmedämmverbundsystem für die Fassade konnten die Heizkosten für die Mieterinnen und Mieter, aber auch die Kohlendioxid-Belastung für die Umwelt gesenkt werden. Außerdem wurde das Haus an die Fernwärme Wien angeschlossen. Die Kosten beliefen sich auf 320.300 Euro, davon konnten 106.766 Euro durch Förderungen gedeckt werden.

Architekten

J. Parzer - Wiener Stadtbauamt - MA19

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