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Paracelsusgasse 4

Fakten

Paracelsusgasse 4

Paracelsusgasse 4, 1030 Wien

Baujahr: 1949-1951

Wohnungen: 19

Architekt: Franz Kuhn

Wohnen in Wien

Ab 1949 war der Wohnbau zahlenmäßig wieder auf dem Niveau des "Roten Wien" der Zwischenkriegszeit. Doch noch war die Bevölkerung verarmt und oft obdachlos. Kleine Duplex-Wohnungen, die später zusammengelegt werden konnten, linderten schließlich die Wohnungsnot. 1951 wurde Franz Jonas, Sohn einer Arbeiterfamilie, Bürgermeister von Wien. In seine Amtszeit fiel die rege Bautätigkeit im Rahmen des Projektes "Sozialer Städtebau" ab 1952. Das 8-Punkte-Programm hatte die Trennung von Wohn- und Gewerbebereichen, eine Auflockerung der Wohnbereiche sowie die Assanierung einzelner Viertel zum Ziel. Die standardmäßige Ausstattung der Wohnungen wurde verbessert - alle neu gebauten Wohnungen waren mit Badezimmern ausgestattet und die Mindestgröße wurde von 42 auf 55 Quadratmeter angehoben.

Geschichte

Bereits im 15. Jahrhundert fand der Bereich der heutigen Weißgerberlände als "Gänseweide" Erwähnung. Damals handelte es sich noch um eine Wiese an dem dort fließenden Hauptarm der Donau (heute Donaukanal), dem im Laufe der Jahrhunderte immer mehr Wasser abgeleitet wurde, um die Stadt vor Hochwassern zu schützen. Auf der Gänseweide gab es im Bereich der Kegelgasse seit dem frühen 15. Jahrhundert eine Hinrichtungsstelle, an der die Todesurteile bis 1733 durch Verbrennung vollstreckt wurden. Die geschlossene Verbauung der Weißgerberlände und ihrer Seitengassen begann ab der Mitte des 19. Jahrhunderts.

Die Architektur

Das Erdgeschoß des sechsgeschoßigen Wohnhauses ist mit Nuten überzogen und wird durch ein markantes Gesims von den Obergeschoßen abgetrennt, womit es sich der späthistoristischen Verbauung der Gasse anpasst. Die Fenster des Erdgeschoßes sind wie der mittig gelegene Eingang mit einer schlichten Rahmung versehen. Im Gegensatz dazu und zu den Nachbarbauten ist die Fassade der Obergeschoße betont einfach gestaltet. Die Fenster sind hier ohne Dekor in die glatte Gebäudefront eingeschnitten, die nur durch die Anordnung der Fenster und deren unterschiedliche Größen gegliedert wird. Die zwei zentralen Fensterachsen sind über dem Eingang enger zusammen gerückt und markieren so die Mitte. Akzente setzen die französischen Fenster der äußersten Achsen, die die Fassade einfassen. Nach oben hin wird sie von einem schlichten Dachgesims abgeschlossen.

... und die Kunst

Über dem Zugang ist ein Relief der Künstlerin Mea Bratusch (geb. 1953) angebracht. Es zeigt spielende Knaben von blauen Mosaikelementen umgeben, die das Wasser der Donau darzustellen scheinen.

Der Name

Die Paracelsusgasse wurde 1907 nach dem Arzt Aureolus Theophrastus Bombastus von Hohenheim, gen. Paracelsus, (1493 - 1541) benannt. Er war ein Pionier der modernen Heilkunde und der organischen Chemie. Er bekämpfte in seinen Veröffentlichungen die damalige Schulmedizin und strebte eine grundlegende medizinische Reform an, die auf Natur- und Gotterkenntnis fußte.

Sanierung

von 1997 bis 1998

Die Wohnhausanlage wurde 1997/98 saniert. Die Arbeiten umfassten die Erneuerung von Dach, Fassade, Fenstern und Türen. Dadurch konnten die Heizkosten für die Mieterinnen und Mieter, aber auch die Kohlendioxid-Belastung für die Umwelt gesenkt werden. Außerdem erfolgte der Einbau neuer Aufzüge. Die Kosten beliefen sich auf 108.065 Euro, davon konnten 64.839 Euro durch Förderungen gedeckt werden.

Architekten

Franz Kuhn - Franz Kuhn (1889-1952) studierte an der Wiener Kunstgewerbeschule u.a. bei Oskar Strnad und Heinrich Tessenow. Kuhn war zunächst Angestellter der Wiener Werkstätten, für die er Stoffmuster und Plakate entwarf. Später war er auch Mitglied des Österreichischen Werkbundes. Als selbstständiger Architekt entwarf er zwei Wohnbauten für die Gemeinde Wien.

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