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Hagenmüllergasse 25

Fakten

Hagenmüllergasse 25

Hagenmüllergasse 25, 1030 Wien

Baujahr: 1927-1928

Wohnungen: 70

Architekt: Hugo Mayer

Weitere Adressen

Drorygasse 25-27, 1030 Wien

Wohnen in Wien

Nach dem Ende des Ersten Weltkrieges wurde die Sozialdemokratie bestimmende Kraft im Wiener Rathaus. 1922 wurde Wien ein selbstständiges Bundesland. Damit war auch der Grundstein für das "Rote Wien" gelegt. Neben Reformen im Gesundheits- und Bildungswesen wurde 1923 ein umfangreiches Bauprogramm gestartet, um für die Bevölkerung menschenwürdige Wohnungen zu schaffen - hell, trocken, mit Wasserleitung und WC ausgestattet, waren sie ein krasser Gegensatz zu den Bassena-Wohnungen in den Mietskasernen. Wesentlicher Teil der Anlagen waren Gemeinschaftseinrichtungen wie Bäder, Kindergärten, Waschküchen, Mütterberatungsstellen, Ambulatorien, Tuberkulosestellen, Turnhallen, Bibliotheken etc. Die Stadt Wien errichtete in der Zwischenkriegszeit 63.000 Wohnungen.

Geschichte

Die Hagenmüllergasse verläuft über das ehemalige Gelände der "Wällischen Gärten", die bis ins 19. Jahrhundert ein wichtiger Versorgungsfaktor für die Wiener Bevölkerung waren. Die Gründe gehörten zum Besitz der aus Verona stammenden Oria della Scala. 1445 schenkte sie die Gartenanlagen dem Augustinerorden. Zum Gedenken der aus dem "Welschland" stammenden Stifterin wurden diese bis zur Verbauung ab der Mitte des 19. Jahrhunderts als "Wällische Gärten" bezeichnet.

Die Architektur

Die fünf Geschoße umfassende Wohnhausanlage liegt an der Ecke Drorygasse/Hagenmüllergasse, wo das Grundstück in einem spitzen Winkel zusammenläuft. Der markant gerahmte Durchgang zum Innenhof, von wo aus die vier Stiegenhäuser erschlossen werden, liegt an der Hagenmüllergasse etwas nach rechts versetzt. Eine Konsole leitet vom Torrahmen zum den Eingang bekrönenden Erkerfenster des ersten Obergeschoßes über. Überfangen wird die drei Fensterachsen breite Eingangssituation von einem Stufengiebel, der sich über dem durchgezogenen Dachgesims erhebt. Hinter ihm verbirgt sich das ausgebaute Dachgeschoß. Zwei nachträglich mit kleinteiligen Sprossenfenstern verglaste Loggienblöcke flankieren den Durchgang. Sie lasten auf schlichten Blendarkaden und dienen dem obersten Stockwerk als Balkone. An der Ecke zur Drorygasse springt ein leicht konvex geschwungener Risalit vor, dessen Mittelachse in Loggien aufgebrochen und durch einen Dachaufbau überhöht wird. Die geschwungene Front überspielt die spitzwinklige Ecksituation und setzt zugleich einen imposanten städtebaulichen Akzent. Die Fassade an der Drorygasse wird durch die zwei nachträglich errichteten Aufzugstürme gegliedert. Zwei kleine Erkerfenster lockern hier die ansonsten schlichte Gliederung etwas auf. Ein über das gesamte Gebäude verlaufendes Gesims zwischen der zweiten und dritten Fensterreihe verbindet die einzelnen Bauteile. Im begrünten Hof befindet sich ein von Pergolen flankierter Pavillon.

Der Name

Die Hagenmüllergasse ist nach Franz Joseph von Hagenmüller (1746 - 1824) benannt. Er war Hof- und Gerichtsanwalt sowie einstiger Besitzer der Herrschaft Erdberg.

Sanierung

von 2006 bis 2008

In der Wohnhausanlage wurde in den Jahren 2006 bis 2008 eine Sockelsanierung durchgeführt. Neben der Neudeckung des Daches umfassten die Arbeiten auch die Erneuerung der Fenster und Türen, und die Fassade wurde mit einem Wärmedämmverbundsystem versehen. Dadurch konnten die Heizkosten für die Mieterinnen und Mieter, aber auch die Kohlendioxid-Belastung für die Umwelt gesenkt werden. Außerdem wurde das Haus an die Fernwärme Wien angeschlossen. Die Gesamtkosten für die Sanierung belaufen sich auf 2.786.300 Euro, davon konnten 2.577.328 Euro durch Förderungen gedeckt werden.

Architekten

Hugo Mayer - Hugo Mayer (1883-1930) studierte an der Technischen Hochschule in Wien. Er beschäftigte sich intensiv mit dem Wohnhaus- und Siedlungsbau und ist einer der wichtigsten Vertreter in diesem Bereich. Neben zahlreichen Wohnanlagen für die Gemeinde Wien plante er auch Kindergärten und Schulen. Seine Wohnanlage für die Bediensteten der Städtischen Gaswerke (1910-1914) gilt als typologischer Vorläufer des Gemeindewohnbaus der Zwischenkriegszeit.

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