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Kundmanngasse 35-37

Fakten

Kundmanngasse 35-37

Kundmanngasse 35-37, 1030 Wien

Baujahr: 1798

Wohnungen: 14

Architekt: Josef Dalberg

Wohnen in Wien

Nach dem endgültigen Zurückdrängen des Osmanischen Reiches zu Ende des 17. Jahrhunderts konnte in Wien und seinen zerstörten Vorstädten mit dem Wiederaufbau begonnen werden. Die stark einsetzende Bautätigkeit hatte eine Barockisierung des Stadtbildes zur Folge. Die weitreichenden Reformen unter Joseph II. führten 1783 auch zur Modernisierung der Stadtverwaltung. Die Einführung der ersten Hausnummern (Konskriptionsnummern) sowie die Entwicklung der Kanalisation und Straßenreinigung fallen in diese Zeit. Die Auflassung zahlreicher Klöster und Friedhöfe schuf zudem neue Bauplätze.

Geschichte

Um 1800 reichte die Kundmanngasse, damals noch als Blumengasse bezeichnet, nur von der Landstraßer Hauptsraße bis zur Erdbergstraße und war bereits mit ein- bis zweistöckigen Vorstadthäusern geschlossen verbaut. Erst nach der Parzellierung der großflächigen Gartenanlage des Palais Rasumofsky (Rasumofskygasse 23 - 25) 1865 wurde die Kundmanngasse bis zur Erdberger Lände verlängert. Die Adaptierung der josephinischen Häuser Nr. 35 und 37 zu Wohnhäusern der Gemeinde erfolgte 1992.

Die Architektur

Das Wohnhaus besteht aus zwei josephinischen Vorstadthäusern, die je drei Geschoße und sieben Fensterachsen umfassen. Das Erdgeschoß der beiden Häuser ist einheitlich mit Nuten durchzogen. Die Eingänge sind jeweils mittig gelegen und wie die Fenster mit schlichten Rahmungen versehen. Ein Gesimsband grenzt das Erdgeschoß zu den darüber liegenden Stockwerken ab, wobei das Band am Haus Nr. 35 über dem Eingang vorspringt. Der Zeit um 1800 entsprechend beschränkt sich der Fassadendekor auf die Neben- und Übereinanderschichtung rechteckiger Formen, die zur Rahmung der Fenster dienen. Die Fensterachsen werden dadurch jeweils zu einer Einheit zusammengezogen, wobei die massiv vorkragenden Fensterverdachungen des ersten Stockwerks die schlichter gestalteten Fenster des obersten Geschoßes zu tragen scheinen. Der Dekor des Hauses Nr. 37 fällt durch die unterhalb der Fenstergesimse und Verdachungen angebrachten Konsolen etwas aufwändiger aus. Durch das leichte Versenken der Wandfelder um die jeweils beiden äußeren Fensterachsen wird hier der mehrschichtige Fassadenaufbau zusätzlich betont. Über den öffentlichen Durchgang am Haus Nr. 35 gelangt man zum mit Pflastersteinen und Grünflächen pittoresk anmutenden Innenhof der beiden Häuser, von wo aus man durch einen weiteren Durchgang am Hintergebäude zum Rochuspark geleitet wird.

Der Name

Benannt wurde die Gasse 1919 nach dem Bildhauer Carl Kundmann (1838 - 1919), der zahlreiche Skulpturen für die Wiener Ringstraße schuf. Von Kundmann stammen unter anderem das Schubert-Denkmal im Wiener Stadtpark und der Athene-Brunnen vor dem Parlamentsgebäude.

Sanierung

von 1989 bis 1991

In der Wohnhausanlage wurde in den Jahren 1989 bis 1991 eine Sockelsanierung durchgeführt. Die Gesamtkosten beliefen sich auf 1.270.248 Euro und konnten vollständig durch Förderungen gedeckt werden.

Architekten

Josef Dalberg - Der Baumeister Josef Dal(l)berg d. Ä. (1749-1821) errichtete um 1800 mehrere Häuser in den ehemaligen Vorstädten Wiens, wie etwa das "Seilerhaus" Am Heumarkt 7 in Wien 3 (1808, später umgebaut) und die Häuser Kundmanngasse 35-37 in Wien 3 (um 1798).

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