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Baumgasse 43

Fakten

Baumgasse 43

Baumgasse 43, 1030 Wien

Baujahr: 1953-1955

Wohnungen: 23

Architekt: Heinrich Schmid jun., Hermann Aichinger, Hermann Aichinger jun.

Wohnen in Wien

Ab 1949 war der Wohnbau zahlenmäßig wieder auf dem Niveau des "Roten Wien" der Zwischenkriegszeit. Doch noch war die Bevölkerung verarmt und oft obdachlos. Kleine Duplex-Wohnungen, die später zusammengelegt werden konnten, linderten schließlich die Wohnungsnot. 1951 wurde Franz Jonas, Sohn einer Arbeiterfamilie, Bürgermeister von Wien. In seine Amtszeit fiel die rege Bautätigkeit im Rahmen des Projektes "Sozialer Städtebau" ab 1952. Das 8-Punkte-Programm hatte die Trennung von Wohn- und Gewerbebereichen, eine Auflockerung der Wohnbereiche sowie die Assanierung einzelner Viertel zum Ziel. Die standardmäßige Ausstattung der Wohnungen wurde verbessert - alle neu gebauten Wohnungen waren mit Badezimmern ausgestattet und die Mindestgröße wurde von 42 auf 55 Quadratmeter angehoben.

Geschichte

Die Baumgasse war bis ins 19. Jahrhundert nur sehr dünn besiedelt. Ihre Benennung verweist auf die Obstgärten und Baumschulen, die hier angelegt waren. Die Wohnhäuser bestanden zumeist aus ebenerdigen Höfen. In den Jahren 1925 bis 1929 wurde auf dem ehemaligen Gelände der Krimsky-Kaserne der Rabenhof errichtet. Im Zuge der Sanierung in den 50er-Jahren wurden noch bestehende Altbauten durch neue, mehrgeschoßige Wohnbauten ersetzt.

Die Architektur

Das Wohnhaus Baumgasse 43 wurde als Stiege 79 in Fortsetzung des Rabenhofes errichtet. Das Gebäude wird durch eine Stiege erschlossen, über die man zu den straßenseitig gelegenen Wohnungen gelangt. Ein langer, hofseitig gelegener Trakt erstreckt sich entlang der Rückseite des Rabenhofes. Zu den hier befindlichen Wohnungen gelangt man über die im Innenhof des Rabenhofes gelegenen Stiegen 11 bis 15. An die Architektur des Rabenhofes anknüpfend, ist das als Geschäftszone angelegte Erdgeschoß mit Klinker verkleidet. Ein breiter, rauer Putzstreifen grenzt die darüber liegenden Wohngeschoße ab. Die Fenster sind, nur mit einem schlichten Fensterbrett versehen, in die glatte Fassade eingeschnitten. Der lange Trakt im Hinterhof wird nur durch Balkone rhythmisiert. Die variationsreichen Gestaltungselemente des Rabenhofes werden hier nicht aufgenommen.

Der Name

Die Baumgasse ist als Straßenzug bereits im 17. Jahrhundert nachweisbar. 1899 erfolgte die Benennung nach den hier seinerzeit gepflanzten Obstbäumen bzw. nach dem Hauszeichen "Zum grünen Baum".

Sanierung

von 1989 bis 1990

Im Zuge von Sanierungsmaßnahmen in den Jahren 1989 und 1990 erfolgte unter anderem auch der Anschluss an die Fernwärme Wien. Die Kosten beliefen sich auf 34.374 Euro, davon konnten 20.625 Euro durch Förderungen gedeckt werden.

Architekten

Heinrich Schmid jun. - Heinrich Schmid jun. (1916-1985) trat 1949 die Nachfolge seines verstorbenen Vaters in der Bürogemeinschaft Hermann Aichinger und Heinrich Schmid an. Nach dem 2. Weltkrieg konnte das Büro jedoch nicht an die früheren Erfolge anschließen. Einer der wichtigsten Aufträge in diesen Jahren war der Wiederaufbau der Universität Wien.

Hermann Aichinger - Hermann Aichinger (1885-1962) studierte - ebenso wie sein späterer Arbeitskollege Heinrich Schmid - an der Akademie der bildenden Künste Wien bei Otto Wagner. Das 1912 gegründete Architekturbüro Schmid & Aichinger war das meistbeschäftigte des Wohnbauprogramms des "Roten Wien". Auch in den späten 1930er- und in den 1940er-Jahren erhielt das Büro noch prestigeträchtige Aufträge. In dieser Zeit entstanden unter anderem das Wohn- und Geschäftshaus "Bärenmühle" (Wien 4, Operngasse 18-20) und das RAVAG-Gebäude (Wien 4, Argentinierstraße 30a; gemeinsam mit Clemens Holzmeister).

Hermann Aichinger jun. - Hermann Aichinger jun. (1917-1965) studierte an der Technischen Hochschule Wien. 1949 trat er in die erfolgreiche Bürogemeinschaft seines Vaters Hermann Aichinger mit Heinrich Schmid ein, die jedoch nach dem Zweiten Weltkrieg nicht an die früheren Erfolge anschließen konnte. Augrund der Namensgleichheit sind genaue Zuschreibungen oft nicht möglich. Sein bedeutendstes Werk ist die gemeinsam mit seinem Vater (und K. Klaudy) 1951 errichtete Fabrik der Seidenweberei Silz A.G. in Tirol.

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